09.01.2026 – Kai in die Kiste

Heute Morgen, Schneesturm. Eigentümer*innen obliegt die Räumpflicht. Ich kam dieser Pflicht freudig nach. Sie bot mir die Möglichkeit, Frühsport zu treiben und ich konnte Autos durch Zuschippen am bei dem Wetter gefährlichen Wegfahren hindern. Eine gute Tat. Obendrein war die Arbeit sinnloser als Sisyphos Tun, war doch die Schneedecke nach 10 Minuten wieder komplett vorhanden. Ich liebe sinnlose Arbeit, hindert die doch den Fortschritt an seinem weiteren, weltzerstörenden Gang. Glücklicher als Sisyphos begab ich mich gegen 7.32 Uhr an den Schreibtisch und checkte die Nachrichtenlage. Stand 7.33 Uhr war Kai Wegner immer noch im Amt. Was mich wundert. Wenn die Berliner CDU bei der kommenden Wahl noch den Hauch einer Nuance der Chance auf den Wahlsieg im September haben will, muss sie den unseligen Kai umgehend in die Kiste entsorgen. Nicht weil er Fehler beim Umgang mit der Schadensgroßlage Energieausfall gemacht hätte oder weil er gelogen hätte. Politiker*innen leben vom Fehlermachen und lügen, sobald sie zum „Guten Tag“ den Mund aufmachen. Kais Kardinalfehler ist seine Dummheit, die eine Bedrohung für die Zukunft der CDU-Berlin ist. Wer nicht sofort erkannt hat, als der Strom großflächig im Berliner Südwesten ausfiel, dass er sich umgehend Gummistiefel überziehen muss, einen Ostfriesennerz überwerfen, eine Pelzkappe aufsetzen und jedem Betroffenen in der Nähe der Schadensstelle, der nicht schnell genug auf dem Baum ist, mitfühlend mindestens sehr lange die Hand drücken muss, wenn nicht gar umarmen sollte, immer vorausgesetzt, es sind Kameras in der Nähe, der ist im Job eines Bürgermeisters, Landeschefs, was auch immer, fehl am Platz. Nichts anderes tun, nur in der Dunkelzone rumreisen und Betroffenheit in die Kameras heucheln. Und Tatkraft.

Was für ein Irrsinn von Wegner, zu behaupten, er hätte den ganzen Tag koordiniert. Einen derartigen Schaden zu managen, dazu bedarf es eines Krisenstabes von kompetenten Fachleuten aus so vielen Bereichen, Abteilungen, Branchen, deren Namen Wegner noch nicht einmal kennt, geschweige dass er wüßte, was die zu tun und zu lassen haben.

Das Allerschlimmste aber ist, dass der gute Mensch von Spandau, und das ist der sympathische und empathische Wegner als einer der letzten Liberalen in der CDU sicherlich, offensichtlich nur von Dummköpfen umgeben ist. Dass da nicht einer war, der ihn in den Arsch getreten und gesagt hat: „Kai, Du musst hier sofort den gummigestiefelten Schröder von der Elbe-Flut 2002 machen, sonst droht uns das Laschet-Lachsack-Desaster von der Ahr-Flut 2021.“

Ich gehe davon aus, dass die Berlin-CDU, eine Mafiaähnliche Gang, übers Wochenende sich berät, wer nach Wegner die Karre aus dem Dreck ziehen soll und mit welchen Pfründen und Versorgungsjobs Kai sowohl zum Rücktritt bewegt als auch zum Schweigen über all die internen Schweinereien verpflichtet werden soll.

Die glückliche SPD aber druckt schon Wahlplakate mit der Siegerin der Kommunikationsschlacht um die Lichterfelder Kabelbrücke, Franziska Giffey. Das Plakat sollte in groben Zügen so aussehen: Portrait Giffey, im Hintergrund verschwommen ein Heizkraftwerk, mit Kühltürmen oder ähnlichem Gedöns. Rechts oben im Bild, roter Schriftzug: Für Berlin. Eine Zeile darunter, kleiner: Giffey.

Nur Giffey. Nicht Franziska. Das signalisiert zweierlei: Sie kennen mich, ich muss mich nicht groß vorstellen. Und: Ich habe keine Zeit für viele Worte. Ich muss anpacken.

Was auf gar keinen Fall auf das Plakat darf: Der Name der Partei, der Giffey angehört. SPD. Dann hat diese trostloseste aller Gurkentruppen tatsächlich noch eine Chance auf den Wahlsieg in Berlin am 20.09.2026.

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