27.06.2015 – Ich sehe das Bessere, folge aber dem Schlechteren.

“Video meliora proboque deteriora sequor” heisst das im Original bei Ovid. Diese Zeile ging mir durch den Kopf, als ich unlängst Zeuge eines Live-Konzertes vor einem Café um die Ecke wurde.
konzert vor der tür
Ein malerisches Bild, schöne Klänge, für einen Moment hielt der Alltag die Luft an und die Welt schien die Beste aller möglichen. Zwar drückte ich den Altersdurchschnitt signifikant nach oben, aber mir ward heiter und nach Verweilen. Da klingelte der verfickte Scheißwecker meines Smartphones, der mich an irgendeinen Blödtermin erinnerte, der mir nur kostbare Zeit meins raren Restlebens rauben würde. Fluchend machte ich mich vom Acker und guckte, ob es irgendwo einen Hut oder so was gab, in den man eine Spende werfen konnte. Dann fiel mir ein, dass solche Konzerte öfter in dem Café stattfanden, es sowieso eine netten Eindruck machte, irgendwie charmant-unkommerziell, und ich den ganzen Sommer über da mal den Umsatz durch morgendliche Kakaos steigern wollte, damit der Laden bloß nicht einem dieser entsetzlichen Backshops weichen muss.. Letztlich trink ich dann doch eher einen Espresso in meinem Garten: “Video meliora proboque deteriora sequor”. Ich googelte das Zitat Zuhause und musste frustriert feststellen, dass ich das eher nicht von Ovid, sondern von Asterix her in Erinnerung hatte. Soviel zum Bildungsbürgerwissen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert