29.01.2018 – Ein Volk gibt Gas

20180124_140203_resized---K
Das visuelle Gegenstück zu Sprachlosigkeit.
Der 27. Januar ist der internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, er bezieht sich auf den 27.01.1945, als die Rote Armee Auschwitz befreite.
Am 28. Januar wurde bekannt, dass die „Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor“ (EUGT), gegründet von Daimler, VW, BMW und Bosch, im Rahmen von Tests Menschen mit Stickstoffdioxid begast hat. Das waren keine medizinischen Experimente zur Entwicklung neuer Wirkstoffe, die menschliches Leiden lindern könnten, das war ein Projekt zur Profitmaximierung der hier zitierten Konzerne im Rahmen des Dieselskandals. Ich habe eben ein Interview im DLF gehört, bei dem die Moderatorin einen ehemaligen BMW Manager fragte, wie vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte Manager für derartige Test verantwortlich zeichnen können. Sinngemäße Antwort: „Ich weiß es nicht.“
Dem Manne kann geholfen werden. Die Antwort ist nicht von mir, sie lautet so und ich zitiere sie nicht zum ersten Mal in diesem Blog:
„Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.“ Aus: Karl Marx, Das Kapital, Band I, S. 801, Dietz-Verlag Berlin, 1961.
Das ethische Update 2018 der Analyse von Karl Marx ist, dass wir im Rahmen des tendenziellen Falls der Profitrate nicht mehr von 100 Prozent Profit reden, sondern von lächerlichen 8,6 Prozent, die VW pro Dreckschleuder im Jahr 2016 erzielte.
Was bei Marx mitunter zu kurz kommt, ist die Frage der Mentalitäten. Mit der reinen Lehre der Ökonomie lässt sich nicht alles erklären. Friedrich Hölderlin über die Deutschen:
„ …. Barbaren von alters her, durch Fleiß und Wissenschaft und selbst durch Religion barbarischer geworden, tiefunfähig jedes göttlichen Gefühls, verdorben bis ins Mark zum Glück der heiligen Grazien, in jedem Grad der Übertreibung und der Ärmlichkeit beleidigend für jede gutgeartete Seele, dumpf und harmonielos, wie die Scherben eines weggeworfenen Gefäßes …“ (Aus: Hyperion, 1797).
Auf den Punkt bringt es die Geschichte des Bauern, der seinem rumänischen Erntehelfer (6 Euro Stundenlohn) in hochsommerlicher Hitze offensichtlich Getränke und Pausen verweigerte, worauf der Erntehelfer einen tödlichen Hitzschlag erlitt. Der Bauer wird per anno auch nicht mehr als 15 Prozent Gewinn auf das eingesetzte Kapital machen. Aber der Rumäne war ja schon damals an der Ostfront ein unzuverlässiger Drückeberger.
Und natürlich muss die Mafia auch ihren Gas-Senf dazu geben, sie fordert rückhaltlose Aufklärung und personelle Konsequenzen. So Bernd Osterloh, Betriebsratsvorsitzender VW von der IG Metall, die bei VW eine mafiaähnliche Komplizenschaft mit dem Konzern entwickelt hat. Ich weiß, wovon ich rede, ich bin IG Metall Delegierter.
Die Welt ist nicht der Fall, die Welt ist zum Kotzen.
Was mache ich jetzt? Lege ich mich wieder ins Bett, ziehe mir die Depressions-Decke über den Kopf und lasse die liebe Göttin eine gute Frau sein oder gehe ich auf Toilette, eine Runde Kotzen? Letzteres hätte den Vorteil, ich könnte danach wieder arbeiten.
Sie wissen schon, der Fleiss, der Deutsche und der Hölderlin …
Und die Antwort auf die Frage, warum Ansgar Brinkmann das Dschungelcamp verlassen hat, finden Sie, liebe Leserinnen, hier.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *