11.02.2018 – Gleichzeitigkeit von Differenzen

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Bausünden an der Algarve
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Kurz hinter den Bausünden an der Algarve.
Ich starre gerade aus dem Fenster auf ein Wetter, das an Ekligkeit kaum zu überbieten ist, Düsternis, Wind, Schneeregen bei ca. 2 Grad. Mehr Licht! Am Montag lasse ich mir von meinem Hausarzt eine Woche Urlaub Algarve verschreiben, als lebensrettende Maßnahme.
Das ist aber eine Wetterlotterie, die Vorhersage da unten für die nächsten Tage verhält sich ähnlich volatil wie die Aktienmärkte im Moment. Ich erinnere mich, wie ich vor Jahren im Dezember mal in Armacao da Pera ankam, wo die Aufnahmen oben entstanden. Es nieselte bei 14 Grad und ich war von den Hochhäusern oben umgeben. Ich weinte still vor mich hin. Am nächsten Morgen schien die Sonne,
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ich hatte den ganzen Strand für mich allein und man muss sich mich als glücklichen Menschen vorstellen. Um zu gucken, ob es überhaupt Menschen dort gibt, suchte ich abends den Ort auf, in dem auch Wirtshäuser waren. Alle erleuchtet, geöffnet. Aber in keinem eine Menschenseele, auch kein Personal. Niemand. Es war so gespenstisch, dass mich gruselte. Wahrscheinlich machte hier ein Serienkiller Urlaub und hatte tagsüber zur Entspannung alles niedergemetzelt, was sich in dem Ort bewegte. Und waren da nicht Blutlachen im Halbdunkel der fahlen Laterne vor der nächsten Kneipe? Oder war es eine Restpfütze Regen?
Hinter der nächsten Ecke endlich Leben! Aus einer Bar drang Lärm. Menschliche Stimmen. Ich weinte vor Erleichterung. (Offensichtlich habe ich sehr nah am Wasser gebaut). Des Rätsels Lösung: Benfica Lissabon spielte in der Championsleague, das Fußballspiel wurde im TV übertragen und das gesamte Kneipenpersonal des Ortes guckte sich das Spiel hier an. Ich stand in der Tür und alle starrten mich entgeistert an. Wahrscheinlich dachten die:
Was will der um die Jahreszeit hier? Ein Verrückter. Ein Serienkiller.
Kein schlechter Personalschlüssel: auf einen Touri 30 Kellner.
Und was mach ich jetzt? Buchen oder bleiben? Und ich bin ja in einer außerordentlich commoden Situation: Außer auf meine Termine muss ich bei der Urlaubsplanung auf niemanden Rücksicht nehmen. Wenn ich da an mein früheres Angestellten-Leben denke, wenn Urlaubslisten durch die Abteilungen gingen, alle in den großen Ferien (wegen der Kinder! Und überhaupt! Da machen doch alle Urlaub!) wegwollten und es immer zu Überschneidungen kam. Dramen! Besonders erfreulich, allerdings nur für mich, waren immer die Zankereien von Frauen, die mit „Argumenten“ rüberkamen wie „Ich muss da aber Urlaub machen zu der Zeit. Da hat mein Mann seinen eingetragen.“
Wenn ich da Chef gewesen wäre, ich hätte die Gusten achtkantig rausgeschmissen.
Zur Erheiterung abschließend mein All-time-favourite Rezept für Mundwasser:
„Eine Salbeitinktur als Grundlage für eine Mundspülung kann man leicht selbst hergestellen (Rechtschreibung im Original. Der Autor). Dafür benötigt Ihr lediglich ein Glas, eine Flasche, frischen Salbei und klaren Alkohol. Hier eignet sich Wodka, Korn (sollte 36-40 % Alkohol enthalten) ….“
Sie sind sich Ihres frischen Atems nicht sicher und haben gleich eine Sitzung mit Ihrem Chef, bei der es um Ihre Karriereplanung geht?
Da gibt es nichts Besseres als dieses Mundwasser!

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