24.11.2018 – Rosen statt Kälte.


Rosen statt Kälte, heute Morgen im Garten. Eine Mutation, als Produkt der Evolution Vorbotin einer neuen stählernen Rosenrasse, die allen Widrigkeiten trotzt? Oder Produkt der menschengemachten Klimaerwärmung, das nach diesen Wärmerekorden bis in den November hinein einfach nur seinen normalen Zyklus verlängert?
Der Mensch pfuscht ja auf allen Ebenen der Natur ins Handwerk. Was mir aus den letzten Tagen als Meldung in Erinnerung blieb, war unter anderem, dass die Treibhausgas-Werte so hoch sind wie nie zuvor. Es ist mittlerweile 5 nach 12, der Prozess ist offensichtlich unumkehrbar, die Frage ist nur, wie dramatisch die Effekte ausfallen und wo man den Prozess abbremsen kann. Aus den Beobachtungen meines Alltags würde ich sagen: Nirgendwo. Wenn ich mir die SUVs vor meinem Fenster angucke und mein eigenes Flugreise-Verhalten, ist es kein Zweifel, den ich über mangelnde Lernfähigkeit der Spezies Homo Idioticus hege, es ist Gewissheit, die ich besitze. Die Anpassungsfähigkeit des Menschen an seine Umwelt mag individuell phänomenal sein, als Gattung ist er mit der Geschwindigkeit der Veränderung in der digitalen Welt überfordert.
Mir egal. Ich kann auf die Gattung Mensch gerne verzichten. Ich hab gebucht, eine Woche da, wo es 20 Grad sind, die Sonne ein mildes Lächeln über einsame Strände legt und die Eingeborenen den gemeinen Teutonen Saisonbedingt nicht mehr oder noch nicht als Angehörigen einer feindlichen Invasionsarmada betrachten. Ich hoffe nur, dass mich dort keine West-Nil-Fieber-Mücke sticht oder gar eine böse Anopheles mich mit Malaria infiziert, ansonsten nach mir die Sintflut. Ökologisch gesehen bin ich Teil des Problems, in Sachen soziale Gerechtigkeit Teil der Lösung. Kann ich mit leben. Wer ist schon perfekt.
In Sachen Malaria besteht zumindest Hoffnung. Es ist wohl Forscherinnen gelungen mittels Eingriffen in das Erbgut von Mücken die klassische Vererbung so außer Kraft zu setzen, dass sich innerhalb weniger Generationen die unfruchtbaren Weibchen durchsetzen, was am Ende logischerweise den Kollaps einer Population bedeutet. Typischer Machbarkeitswahn von Technikerinnen. Seuchen und Pandemien sind nicht so sehr eine Frage von Viren und Bakterien, sondern eine Frage von Bildung, Infrastruktur und Armut. Gib den Leuten ein Malarianetz, versorge sie mit sauberem Wasser, Medikamenten und Krankenhäusern, von guter Ernährung und Jobs ganz zu schweigen, und schon wird Malaria nur noch ein individuelles Problem und nicht mehr das von ganzen Weltregionen. Was an Seuchen am tödlichsten wirkt, ist Armut. Ich warte nur darauf, dass irgendein misanthropischer Forscher auf die Idee kommt, Mücken für die Übertragung eines Virus kompatibel zu machen, das die Mortalitätsrate von Ebola und die Widerstandsfähigkeit eines Norovirus hat. Hollywood lässt grüßen. Und wo bleibt das Schöne? Hier:

Quinta de la Rosa (die hellen Gebäude am linken Flussufer) am Douro, wo das köstlichste Getränk auf Erden produziert wird: Der Portwein.
Schönes Wochenende, liebe Leserinnen, ich fang an zu packen.

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