08.09.2019 – Erbauliches zu Pfingsten für alle Heiden


Ente als Mauerspecht. Wollte sie in die Notaufnahme des nahegelegenen Krankenhauses, die hier abgebildet ist? Vielleicht hatte sie Stopfleber? Wir wissen es nicht. Der Anblick erweckte in mir unterschiedliche Gefühle: eine gewisse Zuneigung der Ente gegenüber, weil ich nach wie vor im Innern überzeugter Donaldist bin und eine tiefe Zuneigung zu Mauern, weil ich nach wie vor, seit nunmehr 30 Jahren, im Innern eine tiefe Abneigung gegen den Fall der Berliner Mauer, der ganzen Zonengrenze und überhaupt des ganzen Eisernen Vorhangs hege und den darauf folgenden Gang der Geschichte, wie sie nun mal gelaufen ist.
Was zeichnet den gemeinen Homo Ostzoneniensis aus? Empathielosigkeit, Undankbarkeit, Niedertracht, ach, ich schenke mir die zweifellos seitenlange Aufzählung all der Abgefeimtheiten, derer das Menschengeschlecht fähig ist, und die sich komprimiert in der Seele, so sie überhaupt eine haben, dieser ostzonalen Lehmklumpen versammeln. Wenn ich an die Ergebnisse der Landtagswahlen im Herbst in der ehemals russisch besetzten Zone denke, läuft mir jetzt schon die Galle über: Die politische Landkarte wird da tiefbraun eingefärbt.
Welche Lösungen gibt es für dieses Problem? Mir fallen nur welche ein, die auch nur satirisch niederzuschreiben mir meine zutiefst humanistische Gesinnung verbietet. Außerdem würde ich mich dann in die ethische Nähe dieser braunen Horden begeben und diese Grenze überschreite ich nicht. Was bleibt? Ich präge ein neues Schimpfwort: „Du Sachse, Du!“, was auf der Verabscheuungsgradskala von 1 bis 10 den Grad 11 erhält und überlege, am 13. August, Betonung auf der ersten Silbe, eine Performance zum Wiederaufbau der Mauer zu machen, am Brandenburger Tor. Mauern hab ich genug.

Mauer-Beispiel, von der Einheitsfeier 2014, 2. Und 3. Oktober in Hannover, mit der Forderung „Die Mauer muss weg“. Auch wenn die zwischen Arm und Reich gemeint war, überkommt mich eine gewisse Scham, das zu gefordert zu haben. Richtig wäre gewesen: „Die Mauer muss wieder her, 3 Meter höher als vorher!“
Was kann ich zu meiner Entschuldigung sagen? Es war für meinen Job bei der LAK, ich brauchte das Geld und war Ruhmsüchtig. Der Ministerpräsident war an unserer Mauer und sehr erfreut. Meine Karriere schien grenzenlos. Pater peccavi in caelum et coram te jam non sum dignus vocari filius tuus …. ! (Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und gegen dich, ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen. Ich irrte umher, wie ein verlorenes Schaf. Befreie mich aus dem Elend. Rette meine Seele von der Not und Bedürftigkeit und mache mich zu einem deiner Tagelöhner. Nein, ich bin nicht würdig, dein Sohn zu heißen)
Für alle Heiden da draußen: Das ist Evangelium Lukas, Kapitel 15.
Sonnige Pfingsten, liebe Leserinnen!

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