28.08.2019 – Ich bin ein Kind des Schweinezyklus


Dorf der Alternativen – August-Aktion der Landesarmutskonferenz in der City von Hannover mit dem Ziel, unsere Forderungen zur Wohnungsnot publik zu machen: z. B. eine gemeinnützige Landeswohnungsbaugesellschaft als starkes, nicht Profitorientiertes, preisdämpfendes Gegengewicht am Wohnungsmarkt zu den börsennotierten Vonovia, Deutsche Wohnen, etc. Der Wohnungsmarkt ist ein klassisches Beispiel für den Schweinezyklus (heißt aber nicht so, weil die Konzernchefs von Vonovia und Deutsche Wohnen alle Schweine wären): zu wenige Wohnungen am Markt, Nachfrage übersteigt Angebot, der Preis steigt, in Erwartung von noch mehr Rendite hektische Bautätigkeit, solange bis Überangebot am Markt ist und der Preis wieder sinkt. Das Typische an diesem Zyklus ist seine relativ ausgeprägte Zeitverzögerung in der Reaktion der Märkte und seine relativ schlechte Planbarkeit, z. B. mangelhafte demographische Planbarkeit. (Wie überhaupt fast alle relevanten Prognosen der Vergangenheit dummes Zeug, Lügen oder reine Kaffeesatzleserei waren, eben das übliche Geschwätz von Hohepriestern und Schamanen, die sich heute bloss Nationalökonomen nennen. Was wurde damals dem Volk z. B. bewusst die Hucke vollgelogen über angeblich explodierenden Strombedarf, um die Atomkraft durchzusetzen. Explodiert sind später nur Tschernobyl und Fukushima). Bei Schweinen war der Zyklus ganz offensichtlich: es dauert halt eine Weile, bis die alle groß sind und in der Zwischenzeit züchten alle Schweine.
Ich bin ein Kind des Lehrer-Schweinezyklus. Als ich auf Lehrer studierte, war es fast aussichtlos, da einen Job zu kriegen. Deshalb hab ich’s ja auch studiert. Also landete ich erstmal in der Deutschen Industrie, wofür ich heute noch dankbar bin. Ich möchte mir nicht ausmalen, was aus mir geworden wäre als Lehrer. Bei meinem Rochus auf das Verhalten von Blagen fern jeder Erziehung, Lichtjahre jenseits eines auch nur in Ansätzen akzeptablen Sozialverhaltens wäre ich in kurzer Zeit im Zuchthaus gelandet wegen Kindesmisshandlung und Körperverletzungen bei den Elternabenden.
Wer den Umkehrpunkt am Wohnungsmarkt voraussagen könnte, wann also das Wohnungs-Angebot wieder die Nachfrage durch Mieterinnen oder Käuferinnen übersteigt, wäre eine gemachte Frau, weil sie den Investoren Milliarden an Fehlinvestitionen in langfristige Projekte ersparen würde. Aus Mietersicht und der von Wohnungslosen ist nichts intensiver zu wünschen als ein zeitnaher Umkehrpunkt in diese Richtung.
Beim Kauf von Eigentumswohnungen scheint in Ballungsräumen ein Sättigungspreis erreicht, so unlängst Fachleuten in einem Hintergrundgespräch. Na denn …
Soweit unsere Ökonomie-Vorlesung für heute. Interessant daran, wie an politischen und ökonomischen Entwicklungen entlang sich die eigene Lebensgeschichte entfaltet und an bestimmten Kulminationspunkten ab und an die Frage auftaucht:
Was wäre gewesen, wenn …? Fragen Sie, liebe Leserinnen, sich das auch ab und an? Dann wünsche ich einen entspannten und sonnigen Tag.

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