09.11.2019 – 9. November


Schönheit überstrahlt Schrecken. Frisch erblühte Novemberrosen im Garten.
Und sonst? What’s left? Kriegte ich für jeden Beitrag, der über den 9. November, den angeblichen Schicksalstag der Doitschen, geschrieben wurde, einen Euro, könnte ich mir sofort ein stattliches Anwesen auf Korfu kaufen. Fall der Mauer, Hitlerputsch 1923, Pogromnacht 1938, Novemberrevolution 1919 etc. pp. Für mich alles Trauerspiele, oszillierend zwischen Grauen, Scheitern und Niederlagen.
Was die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg hier vergisst zu erwähnen bei der Aufzählung der Ereignisse eines 9. Novembers, ist das missglückte Bombenattentat der linksradikalen Tupamaros auf das jüdische Gemeindehaus in der Berliner Fasanenstr.
Ist der wahnhafte, mörderische Antisemitismus von einheimischen Faschisten und oder jener mit migrantischen Hintergrund noch mit einer amoralischen, aber logischen ideologischen Konsequenz verknüpft, haftet dem linken Antisemitismus eine zusätzliche pathologische Note an. Links sein gründet auf dem Anspruch der Gleichheit aller Menschen, gleich welchen Geschlechts, welcher Religion, „Rasse“ (ekliger Begriff), Klasse, Herkunft, sexuellen Orientierung etc. pp. Dieser inklusive Ansatz unterscheidet Links von Rechts fundamental und allein aus diesem, aber noch zahlreichen anderen guten, Grund ist die Totalitarismus Theorie auch heute das, was sie immer war: eine intellektuelle Bankrotterklärung.
Wie man als „Linker“ in Deutschland vor diesem Hintergrund gegen Juden bomben kann, überhaupt antisemitisch sich verhalten, hat nix mit Parteizugehörigkeit zu tun, sondern mit dem Schrei nach Einweisung in die Klappsmühle. Links sein heißt: antikapitalistisch, antinationalistisch, antirassistisch und feministisch (heute sagt man/frau wohl: divers) zu denken und zu handeln. Wer diese Standpunkte in der hiesigen Parteienlandschaft verorten will, wird eher nicht fündig. Wenn ich mir z. B. die Elendsgestalten im Umfeld der Linken angucke, die heute noch mit einem Palästinensertuch durch die Gegend torkeln, gruselts mich. Da braucht nur mal am Lack zu kratzen, dann lacht einen die hässliche Fratze des linken Antisemitismus an, bis in die Ebene der Funktionsträger*innen. Wenn ich mir solche antisemitischen Linken-Bundestagskrawallhennen wie Sevim Gagdelen, Ulla Jelpke und Inge Höger angucke, möchte ich am liebsten für die Abschaffung des Frauenwahlrechts plädieren und Mitglied der FDP werden.
Die leben und denken noch immer in Zeiten, als es noch fortschrittliche Fraktionen bei den Palästinensern gab, wo Frauen unverschleiert agieren konnten. Dass jenseits der Grenzen Israels im Nahen und weiteren Osten seit Jahren Hamas-Faschismus regiert und staatlich-zivilisatorische Ansätze in Barbarei untergehen, haben die Ladies (und ihre männlich-dämlichen Parteigenossen) nicht mitgekriegt. Klassisches Spießer-Verhalten: Veränderungsunwillig sich eingraben in Haltungen, Gedanken, Verhalten von früher. Die haben wahrscheinlich noch Fax-Geräte in ihren Büros.
Solche Leute machen es einem echt schwer, Linker zu bleiben. Was mich politisch bei der Stange hält, ist die Hoffnung, dass in 30 Jahren die Mauer wieder steht.
Die Hoffnung stirbt als letztes. Schönes Wochenende, liebe Leserinnen.

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