25.05.2020 – Jenseits von Reden


Fuck the WHO

und Profilneurotiker Dr. Kill Bill Gates. DDR 2.0. Mutti hat fast fertig. Gesehen auf einer Anti-Corona Demo am Wochenende.
Ich schätze die Straße unter anderem deshalb, weil sie als politisches Bildungsinstrument unerlässlich ist. Ein Fernseher oder Buch vor der Nase versperren den Blick in die Wirklichkeit.
Man kann zum Beispiel mit Fug und Recht darüber streiten, wie umgehen mit solchen Demonstrierenden, zumal das keine homogene Masse ist. Es gibt Verschwörungstheoretiker*innen, Besorgte, Verängstigte, Esoterikerinnen, Quartalsirre, Nazis, etc. pp. Der Mainstream-Ansatz der Auseinandersetzung, getragen von der Mehrzahl der politischen Akteure: Wir müssen mit diesen Menschen reden, unsere Politik besser erklären. Dieser Ansatz verkennt meines Erachtens Motivation und Antrieb der Demonstrierenden: Sie werden getrieben von Überforderung und Angst, und ihr Motor ist das Ressentiment.
Man kann gegen ein Ressentiment nicht argumentieren. Das Wesen des Ressentiments ist ja seine Irrationalität. Argument und Ressentiment sind zwei Ebenen, die keine Berührungspunkte haben.
Und was wollen Sie der Angst erklären? Du brauchst keine Angst zu haben? Dann versuchen Sie das mal mit jemandem, der Flugangst hat. „Du brauchst keine Angst zu haben, Fliegen ist das sicherste Reisemittel….“?
Die Rede der Politik des „besser erklären“ und „mit den Menschen reden“ ist entweder eine der Hilflosigkeit, weil sie nichts Besseres im Angebot hat, oder sie ist Faulheit, weil sie sich keine Mühe um Alternativen macht, oder sie ist Desinteresse, nach dem Motto: Irgendwas muss ich ja sagen. Im Grunde ist diese Rede eine Kapitulation.
Glauben Sie, liebe Leserinnen, ich würde im Ernst mit so einer armen Wurst wie der oben im Bild diskutieren, deren Existenz ein einziger Schrei nach Hilfe und Liebe ist? So was gehört auf die Couch, aber bestimmt nicht in die politische Arena. Schauen Sie sich mal das Schluchz-Video von Xavier Naidoo an, die quartalsirren Augen eines Ken Jebsen oder das sinnfreie Rumgeprolle des Vegan-Bratlings Atilla Hildmann, dessen Existenz ein einziges Argument für exzessiven Fleischgenuss ist. Wenn ich eine Satire über eine Klappsmühle drehen wollte, würde ich solche Szene verwenden, aber doch nicht als Basis für einen argumentativen Diskurs. Und all die anderen, vom Leben verängstigten Waldorfschülerinnen, die auf solchen Demos das Grundgesetz tanzen (solche Szenen gibt es da im Original!) wissen ganz genau, mit welchem Gesindel sie sich auf diesen Demos gemein tun.
Das alles ist jenseits von Reden.
Wenn es nach mir ginge: Demos wegkärchern, Zwangsjacken statt Masken, alle umerziehen.
Ich kann gut nachvollziehen, wenn prekäre Existenzen um ihre materiellen Grundlagen bangen, wenn Arme Angst haben, dass sie die Kosten der Corona-Krise tragen müssen, wenn Menschen grundsätzlich Angst um unser soziales Gemeinwesen haben. Den Weg, den solche Existenzen auf Corona-Demos einschlagen, akzeptiere ich nicht. Er ist antiaufklärerisch und Demokratiefeindlich.
Ganz abgesehen davon, gibt es Milliarden Menschen, vor allem im Süden, aber nicht nur da, die diese hier geschilderten Problemchen ums Verrecken gerne hätten. Und insofern wende ich hier mal die edelste Waffe der Kritik an, die der Selbstkritik; Wenn ich meinen Blog mal so Revue passieren lassen, sollte ich mir öfter mal zurufen: Gibt es keine anderen Probleme?
Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen, einen allzeit Vernunftgesteuerten Start in die Woche.

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