12.10.2020 – Arsch und Eimer


Ich werde versuchen Ihnen, liebe Leserinnen, in den nächsten Blogeinträgen mit Bildbeispielen wie diesem die wunderbare Welt der Ausschilderung etwas näher zu bringen, bei der es um so viel mehr geht als um eine Kulturgeschichte der geographischen Orientierung, entfaltet sich doch in der Ausschilderung das Sittengemälde einer Zivilisation, die im Kern brüchig wird.
Whow, da hab ich auf nüchternem Magen aber einen rausgehauen.
Und diese hier abgebildete Symbiose von Klerus und Zivilgesellschaft, von Grauen und Grusel, von Arsch und Eimer, leitet nahtlos zum aktuellen Coronageschehen über. In aller Medienmunde sind gerade die bösen Metropolen als Hauptorte des Infektionsgeschehens. Stimmt ja auch zum Teil und auf der dämlichen Jugend hab ich hier auch schon zu Recht rumgehackt. Wenn Sie sich die Karte des aktuellen Infektionsgeschehen (14-Tage-Inzidenz) pro 100.000 Einwohner nach Landkreisen und kreisfreien Städten aber genauer angucken, werden Sie feststellen, dass ein signifikant über dem Durchschnitt liegendes Cluster sich im Westen Niedersachsens befindet.
Der Westen Niedersachsens aber ist eine ländliche Region von endloser Weite, belebt nur von Milliarden Schweinen und CDU-Wähler*innen, Partyfern wie die äußere Mongolei. In diesem Schweinegürtel gilt selbst die niedersächsische Landeshauptstadt Hangover als Metropole und das ferne Berlin als Hure Babylon, als Sündenpfuhl. Familien mit fünf bis sieben Kindern sind keine Seltenheit, die CDU holt hier bayerische CSU-Wahlergebnisse und ist so reaktionär, dass selbst die AfD kein Bein an die güllegetränkte Erde kriegt. Von der Kanzel wird hier sonntags Erhalt der Schöpfung und Nächstenliebe gepredigt und unter der Woche wird die Kreatur gequält und der Boden vergiftet, dass es eine Göttin erbarm, wenn es sie denn gäbe. Osteuropäische Wanderarbeiter in den Schlachthöfen malochen sich hier die Knochen kaputt und werden unter Bedingungen untergebracht, die der dortige Landrat seinem Schäferhund niemals zumuten würde.
Die Vermutung für schlichte Gemüter liegt nahe, dass eine gerechte Göttin Corona als Strafe über diese Jauchebande sendet. Eher nicht. Natürlich liegt das an den Ausbrüchen in den Schlachthöfen, aber vermutlich auch am Feiergeschehen da. Nicht umsonst haben die Landkreise Zusammenkünfte in Vereinshäusern und Dorfgemeinschaftshäusern untersagt. Dort, im reaktionären wilden Westen, wird die Fammillje noch hochgehalten und Feiern mit dutzenden, hunderten Familienangehörigen, gerade bei den Großbauern, dürften keine Seltenheit sein. Der Alkohol fließt in Strömen, anders wäre die Bigotterie in diesen Vorhöfen der Hölle auch gar nicht auszuhalten, und alles weitere entnehmen Sie der Entwicklung des Infektionsgeschehens.
So berechtigt die Kritik am jugendlichen Fehlverhalten in den Metropolen auch ist, darf darüber der vollständige Blick auf die Statistik, siehe Karte, nicht vergessen werden, und die Frage, was weitere Ursachen sein können. Da muss man dann auch mal die Stammesbräuche und Sitten der Eingeborenen näher befragen.
Sonst kriegt das leicht eine zivilisationsfeindliche Schlagseite, die das Leben auf dem Land idealisiert, fernab der verseuchten Metropolen.
Das hatten wir schon mal, Berlin als Sündenpfuhl dämonisiert, die große Hure Babylon. Da haben die Nazis ja gründlich mit aufgeräumt.
Wahrlich, wahrlich, ich aber sage Euch, die wahre Hölle ist auf dem Land.
Amen.

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