26.10.2020 – Die Löffel weglegen? In Rente gehen? Neue Ziele setzen?


HAZ, 24./25.10.2020. Es gibt drei heilige Grale der Öffentlichkeitsarbeit: Ein Beitrag im Deutschlandfunk, eine Erwähnung in öffentlich-rechtlichen Abendnachrichten und einmal auf der Titelseite des jeweiligen regionalen Leitmediums erscheinen und/oder als Thema des Tages tituliert zu werden. Nachdem nun auch letztere Beiden mit einer Klatsche erledigt wurden, siehe oben, wenn auch etwas anders als gedacht, habe ich alles im Leben erreicht und könnte … ja, was? Die Löffel weglegen? In Rente gehen? Neue Ziele setzen?
So viele Fragen am frühen Morgen. Dass im Artikel aus dem verdienten Satirekombinat SCHUPPEN 68 das Künstlerkollektiv 68 wurde, vielleicht in Anlehnung an die Gruppe 47, was man für diejenigen, die sich noch ohne Rollator bewegen können, verlinken muss, nehme ich mal als Anregung. Im Moment neige ich noch zu Satirekombinat. Aber VEB Scherzkeks ist auch nicht schlecht. Oder LPG Kulturkampf, schließlich komme ich aus dem Eichsfeld, einer ländlich-katholisch-reaktionären Gegend im Süden Niedersachsens, in die Ostzone hinein lappend. Das Eichsfeld gehörte in den letzten Wochen, jetzt hat sich das eingepegelt, zu den Landkreisen mit der höchsten 14-Tage-Inzidenz pro 100.000, so wie Erzgebirge, Oberammergau und der ganze Schweinegürtel in Westniedersachsen. Und jetzt raten Sie mal, liebe Leserinnen, was diese Inzidenz-Mafia verbindet, so weit weg von einander sie auch sein mögen.
Richtig: Das Reaktionäre. Rechts von denen steht politisch nur noch die Wand. Im Erzgebirge hat die AfD mehr Stimmen als SPD, Grüne und FDP zusammen, im Schweinegürtel kriegt die nur deshalb kein Bein an die Erde, weil die CDU sie locker rechts überholt, im Eichsfeld kann die CDU normalerweise immer noch einen Sack Sülze als OB-Kandidat aufstellen und der wird trotzdem gewählt. Die Devise dieser Schollenverwachsenen, schwarzbraun wie Haselnuss vor sich hin modernden Runkelrüben-Züchter und Gülle-Fetischisten lautet durchgängig: Gottvertrauen, Fammillje und Deutschland über alles.
Es bieten sich zwei Varianten an: Es gibt einen gerechten Gott und er ist eine linksradikale, schwarze Anarcha-Lesbe (behindert hab ich vergessen), die in alttestamentarischer Prägung Rachegleich das Virus über die Verdammten dieser Landkreis-Erde kommen lässt.
Oder nach jedem Gottesdienst geht es ab ins Wirtshaus, zum Frühschuppen, hinterher in die Fammilljenfeier, da wird gepichelt, dass es Göttinerbarm, und dann fallen alle Abstände und Hemmungen. Und da Pillen-Paul im vorigen Jahrtausend schon die Kondome verboten hat, sind Masken erst recht Teufelszeug. Da bleibt der Gesichtspimmel ungeschützt.
Das sind bis hier nur Vermutungen oder fiese Unterstellungen eines Antichristen und notorischen Linksradikalen, aber wenn diese Zusammenhänge keine Evidenz aufweisen, was dann?
Wissenschaft, übernehmen Sie!

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