14.01.2021 – Porentiefe Reinigung des Planeten


Bei mir umme Ecke. Früher hätte ich sowas noch als Neo-Dali-Kitsch gerügt, in Zeiten reizarmen Lockdowns in einem trüben Nieselwinter bin ich für jeden Farbklecks, für jede umkippende Mülltonne dankbar. Weniger dankbar bin ich für die aktuellen Seuchenzahlen, Höchststand bei Toten, in Krematorien wird es langsam eng. Wenn die heutigen Zahlen ein Beleg dafür sind, dass sich die Statistikrealität nach der Neujahrspause langsam wieder der epidemiologischen annähert, dann Gute Nacht, Marie und Michel. Wir haben seit einem Monat Lockdown, die Infektionen gehen trotzdem nicht signifikant zurück und das Infektionsgeschehen nach Weihnachten ud Neujahr muss zahlenmässig erst noch komplett abgebildet werden.
Wer das und die Konsequenzen daraus weiter verdrängt, ist entweder dumm oder hat Angst, daher die Vogel-Strauß-Methode, die dem Reifegrad einer Sechsjährigen entspricht: Wenn ich die Augen zu mache, existiert die Realität nicht. Dritte Möglichkeit: Der oder die steht unter Druck von Interessengruppen, wie Politiker*innen, denen die Industrie im Nacken sitzt mit Ansagen wie: „Ein Lockdown in der Arbeitswelt ist absurd, stürzt uns in den Abgrund.“
Der Industrie sitzt die Gier nach Profit im Nacken. Und was die mit einem macht, kann man bei Marx nachlesen, wenn man schon keinen Blick für die Realität hat.
Der gebietet: Flächendeckende FFP 2 Pflicht, drakonische Strafen bei Verstößen gegen Versammlungsverbot und gegen Hygiene Maßnahmen, Homeoffice Pflicht, Total Lockdown für drei Wochen, Impfpflicht für alle. Wer sowas nicht öffentlich diskutiert, nimmt in Kauf, dass bis zum Frühjahr/Sommer und bis zur Durchimpfung weitere zusätzliche zehntausende Corona-Tote ins Grass beißen. Und dass wir bei der nächsten Seuche wieder dumm aus den Masken gucken. Was jetzt durchgesetzt wird, bildet die Grundlage für eine gute Bekämpfung der nächsten Seuche.
Wobei beim derzeitigen Zustand des Globus sich die Frage stellt, ob das überhaupt wünschenswert ist. Aber für den zynischen Wunsch, dass die nächsten Epidemien für eine porentiefe Reinigung des Planeten sorgen mögen, zumindest was die vom Homo sapiens angeht, habe ich noch zu viel vor. Denn wer garantiert mir, dass nicht beispielsweise 2025 eine Seuche grassiert mit der Mortalität von Ebola, in Verbindung mit extremer Wasserknappheit nach 8 Dürrejahren und Rekordhitzewellen mit über 40 Grad über Monate? Mal ehrlich, wer will denn da durch Berlin cruisen oder ans Mittelmeer …
Ersatzweise Urlaube in Lappland?
Wer weiß, was einem da durch die Lappen geht. Rosige Zukunft, liebe Leserinnen.

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