04.02.2021 – Eine Zensur findet nicht statt. Das System funktioniert auch so.


HAZ, 29.01.2021.
Die Meldung besteht ausschließlich aus Agentur-Zitaten (dpa). Die einzige journalistische Eigenleistung, die die HAZ erbrachte, war die Formulierung einer eigenen Überschrift. Insofern ist es eine geradezu famose Leistung, mit den fünf Wörtern der Überschrift den Inhalt der dpa Meldung komplett zu verfälschen und auf den Kopf zu stellen. In der Meldung steht, dass Armut trotz Arbeit vor der Corona-Krise etwas gesunken ist, also mit Corona Nichts zu tun hat, wörtlich und durch Gedankenstriche noch herausgehoben: „… 2019 – und damit vor der Corona-Krise – …“
Was macht dieses Flaggschiff des Blindgänger-Journalismus, die HAZ, draus? Trotz Corona geht Armut zurück.
So blöd wäre noch nicht mal die BLÖD gewesen. Und erzähle mir niemand, das ist zufällig mal eben so passiert. Ich behaupte nicht, dass das eine freche Lüge ist. Sowas quillt aus dem deformierten Unterbewusstsein der HAZ-Schreibwichte hervor, ES passiert ihnen.
Es ist der redaktionelle neoliberale Ungeist dieser Kackpostille, der das Massenphänomen Armut leugnet, verdrängt, individualisiert und zur Spielwiese von Charity-Eitelkeiten, vorzugsweise in der Vorweihnachtszeit, von aufgeblasenen Wichtigtuern der Stadtgesellschaft degradiert, die sich dann mit ein paar gestifteten Euro ihres Millionenvermögens derart vor den Kameras spreizen, dass selbst ein Pfau noch das Kotzen kriegen könnte. Für derartigen „journalistischen“ Ungeist braucht es keinen Erlass des Verlegers, die armen HAZ-Schreibwichte sind schon, auch aus lauter Angst um ihre Existenz, derartig dressiert im Kopf, dass ihnen obiger Müll automatisch aus dem Unterbewusstsein ins Blatt purzelt. Wo natürlich aus Profitgründen und mangels lokaler Konkurrenz ein Lektorat oder auch nur ein flüchtiges Plausibilitäts-Gegenlesen seit Jahren nicht mehr stattfindet.
Eine Zensur findet nicht statt. Das System funktioniert auch so.
Nichts was wir schreiben und sagen, passiert mal eben so. Da waltet immer etwas in uns, was uns die Worte aus dem Kopf poltern lässt. Selbst hinter dem, was wir nicht sagen, steckt ein mitunter abgründiger Plan und weil wir das zwar nicht immer wissen, aber oft ahnen, es zumindest aber immer hinter unserem Rücken in uns wütet, treibt es uns zu bunten Pillen, Drogen und Alkohol. Nicht gleichzeitig, eins nach dem anderen. In dem Sinne, rosige Träume, liebe Leserinnen

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