16.02.2021 – Die Hölle, das ist immer der Alltag oder: 100 Tipps, wie Sie gesünder durch den Winter kommen


Korfu, irgendwo an der Westküste.
Im Winter sinkt die relative Luftfeuchtigkeit in der Wohnung schon mal unter 40 Prozent, was ungesund ist. Der Alltagseffekt sind mindestens trockene Haut, gereizte Augen, ausgedörrte Schleimhäute. Draußen kalte, trockene Luft (daher trocknet Wäsche draußen im Winter auch schneller), drinnen powert die Heizung, ruckzuck leidet das der Wildnis entwöhnte Zivilisationsweichei. Wasserbehälter auf die Heizkörper bringt nicht so viel, wie man denkt, elektrische Luftbefeuchter kosten Kohle, blasen Bakterien und Schimmelpilze in die Gegend und verbraten Strom. Da hilft das alte Hausmittel Nasenspülung mit Salzwasser. Die Nasenschleimhaut wird von Schmutzpartikeln und Krankheitserregern gereinigt und schonend befeuchtet. Auch dafür braucht man natürlich keine teuren Gerätschaften, einfach einen knappen Teelöffel Salz in einem bis Kante mit lauwarmem Wasser gefüllten Becher auflösen, den alten Riechkolben reintunken, ein Nasenloch zuhalten, Wasser ansaugen und los geht’s. Hinterher fühlen Sie sich erfrischt und gehen Ihren Alltagsgeschäften in dem beruhigenden Gefühl nach, kostengünstig, nachhaltig und naturgemäß was für Ihre Gesundheit getan zu haben. Ich fühle mich hinterher immer drei Monate jünger, mindestens. Aber keine Anwendung ohne Nebenwirkungen.
Heute Morgen hatte ich dabei urplötzlich einen Urlaubsflash. Salzwasser ist Salzwasser, ob im Nasenspülungsbecher oder im Mittelmeer, und so umflorten via Nase Urlaubsbilder und Erinnerungen mein Gemüt, eine einsame Bucht an Korfus westcoast mit einem kleinen Strandrestaurant, glasklares Wasser, herrliche Luft, ohne Befeuchter, geschwängert mit einer Note von Pinien und gegrilltem Fisch. Siehe oben.
Der Blick aus dem Fenster holte mich auf den Boden der Realität. Kotz würg.
Der Tag hatte schon nicht gut begonnen. Um die mähliche Kompostierung meines Körpers wenn schon nicht zu bremsen so doch wenigstens zu mildern gibt es mittlerweile keinen Quadratzentimeter an mir, den ich nicht mit irgendwas salbe, öle, creme oder lotioniere. Alles Routine normalerweise, aber kurz aus dem Takt gekommen stand ich heute vor der Batterie von Flaschen, Tuben, Dosen etc. pp und hatte keinen Plan mehr, was in welcher Reihenfolge wohin kommt. Nicht ganz unwichtig, wenn da Wärmecreme für die Muskeln dabei ist. Die möchten Sie eher nicht in der erwähnten Nase haben. Von anderen Stellen ganz zu schweigen. Da denkt man schon mal, jetzt sucht einen St. Dementia heim. Die Hölle, das ist immer der Alltag.
Versöhnlich-praktisches zum Schluss: Zur Not reicht es, wenn Sie, liebe Leserinnen, die Allzweckwaffe Rosmarin-Olivenöl für den Body nehmen. Ein, zwei Hände voll Rosmarinzweige zerschnippeln, eventuell mörsern, und in einem Liter Olivenöl ein paar Monate im Dunkeln ziehen lassen, auspressen, abseihen und filtern. Olivenöl ist entzündungshemmend, desinfiziert und fördert Wundheilung, Rosmarin entspannt und ist eines der ältesten antibakteriellen Hausmittel überhaupt. Für ne Bodylotion von Shiseido z. B. zahlen Sie locker das Zwanzigfache. Und Konservierungsstoffe sind da auch drin.
Wenn das hier kein Service ist, was dann. Rutschfreien Tag.

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