24.05.2021 – Von der Kuhhaut des Patriarchats.


Geistige Getränke. Zwischen Leber und Milz ist noch Platz für ‘n Korn und ‘n Pils. Anderes Geistiges kam in Form eines sogenannten heiligen Geistes über sie, so heißt es in der Bibel zu Pfingsten. Wir können davon ausgehen, dass es sich hier um eine Drogenmetapher handelt, heißt es doch weiter: „Und sie redeten in Zungen“. Meint: Sie redeten noch mehr dummes Zeug als ohnehin. Was jeder, der mit Kiffern abgehangen hat, sofort bestätigen wird. Was Bekiffte an Blödsinn von sich geben, passt auf keine Kuhhaut.
So lustig ist ein möglicher Ursprung dieser Redewendung übrigens nicht, wurden doch Ehebrecherinnen in eine Kuhhaut eingenäht ertränkt. Ehebrecher hatten nichts zu befürchten, weil in diesem Fall ja die Erbfolge nicht angetastet wurde. Die Entstehung der bürgerlichen Kleinfamilie ist nur mit der Entstehung des Kapitalismus und Privateigentums zu verstehen. Das Privateigentum ist nur in der Erbfolge der Kleinfamilie gewährleistet.
Und wer kann schon sicher sein, dass die eigene Frau einem da nicht ein Kuckucksei ins Nest legt (ca. 10 Prozent sind Kuckuckseier). Das wird mit mörderischen Konsequenzen sanktioniert und nur an diesem kleinen Beispiel sieht man (!), dass geschlechtersensible Sprache mitunter eine Frage von Leben und Tod sein kann und dass das Patriarchat auf den Misthaufen der Geschichte gehört.
Dummes Zeig schwafeln nicht nur Kiffer, sondern auch geistige Würdenträger der katholischen Kirche, wenn sie nicht gerade mit Kinderficken beschäftigt sind. Das dumme Zeug könnte man und frau begrüßen, werden dadurch doch immer mehr Abergläubige fahnenflüchtig und treten aus, wohin auch immer.
Das ist aber leider nicht dialektisch gedacht, wird die katholische Kirche dadurch perspektivisch zu einem militant-reaktionären Weiße-Alte-Männer-Bund. Was bei einem derartig harten Kern rauskommen kann, sieht man bei militanten Evangelikalen in den USA, die in Abtreibungskliniken so viel Terror und Mord verbreitet haben, dass diese sich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Und so sind wir in unserer heutigen Predigt zu Pfingsten von geistigen Getränken über Kiffers Kuhhaut und das Patriarchat zu geistigen Würdenträgern gekommen, was ich zu Beginn des Schreibens nicht gedacht hätte. Beim Blogschreiben gönne ich mir den Luxus des freien Flutens, ein Begriff aus alten undogmatisch-linken Zusammenhängen, den ich schon lange nicht mehr gehört habe. Für sachdienliche Hinweise, was aus dem freien Fluten geworden ist, bin ich dankbar.
Man könnte fast meinen, ich schriebe in Zungen. Happy Pfingsten, liebe Leserinnen.

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