02.09.2021 – Auftakt meiner Rote-Socken Kampagne.


Auftakt meiner Rote-Socken Kampagne. Der Lange Marsch fängt mit dem ersten Schritt an. Von Mao, aber solche Sätze machen sich auch gut zu Beginn von Seminaren etc. auf einem Board (Sagen Sie bloß nicht: Tafel. Da sind Sie gleich unten durch als Old School).
Unlängst musterte mich eine Frau bei einem meiner raren Ausritte in die City ein, zwei Momente, sprach mich dann an: „Gibt es eigentlich den SCHUPPEN 68 noch?“
Gute Frage. Ich wandte eines der ältesten Rhetorik-Stilmittel der Geschichte an (steht schon im Talmud): Um Zeit zu gewinnen, auf Frage mit Gegenfrage reagieren. Stufe zwei: In Verbindung mit Allgemeinplätzen, die vom Gegenüber positiv zurückgespiegelt werden können. In der Zwischenzeit überlegen: Was sach ich jetzt bloß?
Ich also: „Oh, wie schön. Wann und wo haben Sie denn zum letzten Mal von uns gehört? Und was soll ich sagen: Wir werden ja alle nicht jünger …“
Die Dame erzählte regelrecht begeistert von diversen Kunst-Veranstaltungen und Performances, auf denen sie bei unseren beliebten Quizfragen (Ich lege Wert auf Volksbildung) was gewonnen hatte und stimmte mir lebhaft zu, was das „jünger werden“ anging.
Ich war gerührt, solche Begegnungen kommen vor, aber nicht jeden Tag, und um den Langzeit-Fan nicht zu enttäuschen, stellte ich etwas in den Raum. An dem ich jetzt knabbere. Ich führte aus, dass die Medien nicht mehr so häufig berichten über SCHUPPEN 68-Aktivitäten, was stimmt, wir nicht mehr so aktiv sind, stimmt auch. Aber was in der Pipeline hätten (stimmt bedingt): Eine Aktion zur Wahl. In der City. Näheres aus den Medien.
Oje.
Was tun? Sowas wie zur letzten Kommunalwahl, Anti-AfD Aktion? Freibier zieht immer. Hm. Für sowas braucht’s Leute, Sitzungen, feuchtfröhlich. Wir werden aber, siehe oben, alle nicht jünger.
Mir fielen meine roten Socken ein. Zur Grundausstattung des Dandys als Klassenkämpfer gehören rote Socken. (Die hab ich das letzte Mal dienstlich getragen, bei einer Diskussion mit einer FDP-Gliederung. Mitunter schnitz ich mir meine Witze selber). Passt ja in die aktuelle Diskussion. Es vergeht kein Tag, an dem die Bürgerpresse nicht angstgetrieben ihre Klientel darauf hinweist, dass der Olaf-Scholzomat keinesfalls mit den Linken geht, sondern mit dieser abstrakten Option nur die FDP in eine Jamaica-Koalition erpressen will.
Glaubt die Bürgerpresse in ihrer Panik im Ernst, dass R2G sich am Grundgesetz orientieren, die § 14 und 15 heranziehen und zulässige Enteignungen durchführen würde? Die machen vielleicht Cannabis legal, führen Gendergedöns ein und stellen 160.000 Gleichstellungsbeauftragte ein, das war’s dann aber auch.
Ich komme an der Stelle nicht weiter.
Hier sitz ich nun, ich armer Tor,
Und bin so klug als wie zuvor!

Quizfrage: Woran orientiert sich dieser Vers? Für die ersten 10 richtigen Antworten gibt es ein Paar rote Socken.

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