05.10.2021 – Yves, der Blaumeister


Hommage an Yves Klein, den Blaumeister.
Wenn man Ende September in den Süden fährt, ist es nicht unwahrscheinlich, vom strahlenden Sommer bei der Rückkehr mit endloser Grauigkeit konfrontiert zu werden, in allen Schattierungen, vom endlos-trostlosen Dauertiefgrau eines Himmels, der so tief hängt, dass er die Baumwipfel im Garten und die Seele gleich mit bedrückt, bis hin zum hoffnungsschimmernden Hellgrau, das einen winzigen Sonnenstrahl erhoffen lässt. Grau, gräulich, greulich. Es sind nicht so sehr die fehlende Wärme, das wohlige Meer, die salzig-gesunde Luft (nach drei Tagen hier wieder morgendlicher Würfelhusten, überlege, wieder mit dem Rauchen anzufangen, da hab ich wenigstens was von dem Geröchel),

die fangfrischen Garnelen, die fehlen. Es ist das Licht eines ununterbrochen strahlenden Himmels, in allen seinen Schattierungen. Was da allein für Blau hervorgezaubert wird, wenn das Meer am Horizont den Himmel küsst, da könnt man glatt ins Schwärmen und ins Sehnen kommen.
Aber nach drei Tagen ist der Alltag wieder in der Hütte, die Heizung an, die Wollsocke usw. usf.
Was soll’s. Und zur Erheiterung gibt’s ja das Polittheater. Wobei das Lachen oft im Halse stecken bleibt und nahtlos in ein Würgen übergeht. Tony Blair, ehemaliger „sozialistischer“ Premier im UK und Vordenker und Wegbereiter der hiesigen Agenda 2010, gehört zu den Briefkastenfirmeninhabern aus den Pandora Papers, ist also in einer Reihe da, wo er hingehört, mit Gaunern und Lumpen. Diese vollkommene Absenz von Scham und ethischen Prinzipien bei einem, dessen Partei dem Sozialismus verpflichtet ist, resp. war, macht, auch wenn es naiv ist, denn doch Würgen.
Übertroffen wird diese Canaille nur durch Gasgerd Schröder, der seine vollkommene Korrumpiertheit ungeniert vor aller Welt auslebt. Was für ein Abgrund an Niveaulosigkeit. Welch überaus beklagenswerter Mangel an Stil, Eleganz, Würde und Noblesse. Das beleidigt meine Existenz. Aber solche Charaktere sind nicht satisfaktionsfähig. Es verbietet sich also von selbst, dem Mann meinen Sekundanten zu schicken.
Zum Mythos der Pandora: Nachdem sie die nach ihr benannte Büchse geöffnet hatte, kamen ja alle vorher unbekannten Übel über die Menschheit: Krankheit, Tod und – Arbeit. Als Folge dieses Aktes kam, zumindest der Überlieferung nach, die Misogynie in die Welt. Ich glaube eher, dass die mit der Angst der Männer vor der Macht der Frauen zu tun hat. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

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