09.10.2021 – Arme Sparschweine der Nation


Sparschwein mit drei Euro mehr Hartz-IV ab 01.01.22 vor Jobcenter.
Das ist von allen bisherigen Hartz-IV-Erhöhungen die zynischste. Der Regelsatz ist eh schon verfassungswidrig niedrig, die Erhöhung bleibt weit unter der Inflationsrate und die existentiellen Bereiche wie Wohnen und Ernährung sind überdurchschnittlich teurer geworden während Corona: Grundnahrungsmittel über 10 Prozent, Mieten in Ballungsräumen teils auch in der Größenordnung und die Unterdeckung bei Stromkosten für Hartz-IV-Bezieher*innen beträgt mittlerweile fast 100 Euro im Jahr. Hartz-IV-Bezieher*innen haben statistisch gesehen ca. 5 Euro am Tag für Ernährung, das heißt, sie müssen fast zwei Tage mit Essen aussetzen, um die Stromlücke zu finanzieren. Das ist keine statistische Spielerei, sondern Realität im Deutschland eines Olaf Scholz. Mit seiner Laienspielschar demnächst auch in Ihrem Theater. (Oder glaubt irgendjemand ernsthaft, Hartz-IV würde grundlegend reformiert oder erhöht?)
Dem Rest der Bevölkerung ist das weitgehend egal, die Mitte der Gesellschaft verdrängt das aus Angst vor dem eigenen Absturz und die höheren Stände leben eh nach dem Motto: Mehr ist nie genug, egal woher es kommt, und wenn es aus den Fressnäpfen der Armen geklau(b)t wird.
Zur Orientierung: Nur das Vermögen der 50 reichsten Deutschen übersteigt die Höhe des gesamten Bundeshaushaltes 2021.
Am 17.10, dem Weltarmutstag werden diverse Sparschweine mit drei Euro Inhalt vor Jobcentern, der Deutschen Bank, der Börse und dem hiesigen Landtag auftreten (der soll via Bundesratsinitiative sich für eine Erhöhung um 100 Euro einsetzen).
Die Schweine werden vom Meister handsigniert. Seien Sie rechtzeitig vor Ort und sichern sich ein Schwein. Durch Handsignatur und Nummerierung steigt der Wert dieser Sauerei, zusätzlich gepusht durch eventuelle Übertragung in den Medien, ins Unermessliche.
Fachleute gehen davon aus, dass die Werke samt Inhalt hinterher vier Euro wert sein werden.

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