13.11.2021 – Im wahren Leben sind die Impfverweigerer die Verbrecher


Hinweis auf Theaterstück, in Verbindung mit Hygieneregelung 2 G. Liest sich so wie eine Parole impfverweigernder Querdenker. Im wahren Leben sind die Impfverweigerer die Verbrecher. Nachdem die Politik sich endlich in Richtung Impfpflicht bewegt, hoffe ich, dass auch meine Anregung für eine Impfpolizei aufgenommen wird, der ich mich sofort als Freiwilliger zur Verfügung stelle, ausgestattet mit Elektroschocker, Gummiknüppel und – als Finalargument – einer Walther PPK.
Angesichts von offensichtlich ca. 20 Millionen notorischen, vielfach gewaltbereiten Impfverweiger*innen hierzulande kann die Diagnose nur lauten: Massenhafter pathologischer Realitätsverlust, einhergehend mit paranoiden Wahnvorstellungen und schizoiden Gewaltschüben. Der Befund eines der profiliertesten zeitgenössischen Küchenpsychologen passt zur Schätzung, dass ca. ein Drittel aller Insassen der BRD therapeutischer Hilfe bedürfen und dass diejenigen Krankheitsbilder, deren Fallzahlen „explodieren“ (alles „explodiert“, eine der beliebtesten Metaphern, deren Vernichtungsphantasie das Gewaltpotential unserer Gesellschaft adäquat widerspiegelt) psychische Erkrankungen sind. Gesellschaften gehen mit einem bang oder einem whimper zugrunde (das ist von T. S. Eliot geklaut:
This is the way the world ends,
Not with a bang but a whimper).
In unserem Fall läuft es auf ein langgezogenes whimper, wimmern, hinaus. Aber der Big Bang kann auch noch kommen.
Die kollektive Realitätsverweigerung lässt sich sehr schön ablesen an dem verstörenden Bericht (leider Bezahlschranke) eines Intensivmediziners vom Uniklinikum Jena, nachdem selbst Sterbende ihre Corona-Diagnose bis zum Tod leugnen. Grausam, so zur Hölle zur fahren.
Neu ist diese Art mörderischer Realitätsverweigerung allerdings nicht. Trotz der traumatischen Erfahrung des Massensterbens im ersten Weltkrieg zettelten die an Leib und Seele verwundeten überlebenden Frontsoldaten zwanzig Jahre später ein noch viel größeres Morden an, das im Zivilisationsbruch des Holocaust mündete.
Die pandemische Situation ist natürlich kein Zivilisationsbruch, aber es gibt wiederkehrende Verhaltensmuster – selbst wenn sich Geschichte nicht wiederholt.
Angesichts der millionenfach jenseits aller Ratio befindlichen Zustände im Lande komme ich auf meine Forderung nach einem Komplettlockdown zurück, die Republik bleibt drei Wochen Zuhause, wer vor die Tür tritt, wird … na ja, ok, da geht mein Zynismus wieder mit mir durch.
Allgemein wird die bürgerliche Demokratie als Ultima Ratio gefeiert, das zivilisatorische Ende der Geschichte. Nur sie könne im Diskurs des freien Willens Konflikte benennen und befrieden. Ich bin gespannt, wann angesichts all der auflaufenden eschatologischen Katastrophen und Bedrohungen die Diskussion auch unter liberalen Philosophen jenseits faschistischer Carl-Schmitt-Denkfiguren einsetzt, ob das wirklich so ist. Wenn die Zivilisation vom Bruch und Untergang bedroht ist und die Demokratie absehbar nicht die Staatsform ist, die das verhindert – was dann…?
Ein fröhliches Wochenende wünsche ich Ihnen, liebe Leserinnen.

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