31.05.2022 – Bei allem Respekt


Kirche in Avliotes, Korfu. Religion und Kirche haben in früheren Zeiten für kulturelle Höhepunkte zumindest in der Landschaft gesorgt. Kirchen sind in Dörfern bei Wanderungen immer mein erster Anlaufpunkt, sie sind auch im wörtlichen Sinne herausragend. Um sie herum befindet sich meist der alte, hübschere Dorfkern und wenn es im Dorf überhaupt ein Kafenion, Taverne, Bar, was auch immer gibt, dann nahe der Kirche. Zwischen diesen Polen findet soziales Leben statt. Diese kulturelle Leistung gebietet Respekt.
Weniger Respekt verdient die Blutspur, die Religion und Kirche durch die Geschichte ziehen, was kein Ausrutscher ist, sondern strukturimmanent. Religion zeichnet sich durch Hass auf und Verfolgung Andersdenkender aus. Das mag in unseren Breitengraden durch Aufklärung, Säkularisierung und Demokratie abgemildert sein, aber wer sich in der Welt umschaut, der kriegt das Würgen. Buddhaofaschisten, Talibanhenker, Hindumob, Gewalt im Namen der Religion allenthalben. Und vor unserer Haustür, und hier wird es konkret und rückt uns auf die Pelle, die orthodoxe Kirche im Osten. Sieht sie in Form griechischer Kirchen noch putzig aus, vergeht dem aufgeklärten Geist bei näherer Betrachtung das bildungsbürgerliche Entzücken ob der Backstein-Konfigurationen. Auf das Wesen kommt es an, nicht auf die Erscheinung.
Konkret: Der Chef der russischen Sektion der Orthodoxen, Kyrill, ist ein nationalistischer Hassprediger, ehemaliger KGB Spion und Oligarch mit einem geschätzten Vermögen von 4 Mrd. Euro. Natürlich ist er in tiefer Feindschaft mit den Spießgesellen aus der Ukraine verbunden. Jede Fraktion dieser Durchgeknallten ist ja mit Gott im Bunde und übergießt sich gegenseitig mit Hass und Verachtung. Wobei diese Form der Psychopathologie vulgo Relion in der Ukraine noch wirkmächtiger ist als in Russland. Orthodoxer Glauben, also mörderische Homophobie, Frauenverachtung, Corona-Schwurbelei, Nationalismus, Antisemitismus, all das prägt die ukrainische Gesellschaft in einem Maß, das wir Heiden uns hierzulande kaum vorstellen können. Die Gesellschaft ist, und auch das ist Strukturmerkmal von Religion und Kirche, durch und durch korrupt und vordemokratisch. Im Korruptions-Index liegt die Ukraine auf Platz 117, aus Europa kommt nur noch Russland danach, im Demokratie-Index auf Platz 92, immerhin Dank Selenskiwahl neben Russland noch Bosnien-Herzegowina und Serbien, beide natürlich auch orthodox durchseucht, hinter sich lassend.
Bei aller Solidarität mit dem angegriffenen Staat Ukraine und Mitgefühl mit der leidenden Bevölkerung: Dieser Staat darf in dieser Verfassung niemals Mitglied der EU werden, wie es schon diskutiert wurde. Das würde das Gewicht der osteuropäischen durchgeknallten Nationalisten, Halbfaschisten und Demokratie-Verächter zusätzlich verstärken, den Erosionsprozess der EU beschleunigen und Korruption über alle Maßen fördern. Angesichts der geplanten zig Milliarden Aufbauhilfe für die Ukraine pilgern jetzt schon Mafiagangs aller Schattierungen in die Kirchen und zünden Dankes-Kerzen an ob des zu erwartenden Milliardensegen für ihre Taschen.
Die Tatsache, dass ein irrsinniger Tyrann wie Putin die Ukraine überfallen hat, macht doch aus einem korrupten, vormodernen, maximal semidemokratischen Gebilde nicht über Nacht eine bewundernswürdige Madonna der Aufklärung und ein ehrenwertes Mitglied an der Tafel der Demokratinnen.
Wandel durch Handel und Annäherung? Wie gut das geklappt hat, sehen wir ja gerade an Russland und China.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.