21.06.2022 – Die Welt ist der Keks


Sarotti Mohr. Heißt heute natürlich anders. Eines von vielen Beispielen, wie struktureller Rassismus quasi mit der Muttermilch eingesogen wurde und wird. In dem Fall mit Kakao.
Struktureller Antisemitismus ist in den Ländern, in denen der Islam Staatsreligion oder gesellschaftlich dominierende Ideologie ist, Staatsraison, weit mehr als in säkularisierten Staaten. Antisemitismus ist zweite Religion, Fetisch, wie bei uns „Arbeit“, unhinterfragt, selbstverständlich. Kritische Hinterfragung, Widerstand gar, kann oft lebensgefährlich sein. Das muss, sollte man wissen, wenn man eine Künstler*innengruppe aus Indonesien, dem Land mit den meisten Muslimen weltweit, zu Kuratoren der Documenta macht. 80 Prozent aller Einwohner*innen dort sind islamischen Glaubens.
Wer da, gerade in Deutschland, nicht ganz genau hinguckt, was für einen Hintergrund die Leute haben (BDS Unterstützer z. B.), handelt dumm und unprofessionell und landet in einem Minenfeld, das einem bei der ersten Gelegenheit um die Ohren fliegt.
Und so geschieht es denn auch und beschädigt das ganze damit verbandelte Kollektiv von Volltrotteln mit, angefangen von der Documenta Leitung über den OB bis hin zu Claudia Roth und hört noch lange nicht auf beim größten Trottel der Kompanie, dem Bundespräsidenten Steinmeier, vormaliger Bürobote bei Gasgerd Schröder und Agenda 2010-Miterfinder. Der sich nicht entblödete, eine Äquidistanz zum antisemitischen Kurator*innenteam einerseits und zur Freiheit der Kunst andererseits einzunehmen und sich dabei ausgerechnet auf den Filz- und Boden-Nazi Beuys berief. Haben die Redenschreiber des Mannes kein Abitur, können die Wikipedia nicht lesen?
Sind wirklich alle so dumm und unprofessionell? Oder wütet mal mehr, mal weniger, auch bei den deutschen Verantwortlichen alltäglicher Antisemitismus?
Es geht hier nicht um die Freiheit der Kunst, es geht um Antisemitismus, der sich das erbärmliche Mäntelchen der Israelkritik umgeworfen hat. Der ist ein Verbrechen und hat mit Kunst nichts zu tun. Natürlich ist es in diesem Zusammenhang kein Zufall und keine Frage von künstlerischer Qualität, dass keine Künstlerin aus Israel eingeladen wurde. Das Ganze ist eine trübe, braune Brühe, notdürftig getarnt als antiimperialistische Dekolonisierungsstrategie und es bleibt zu hoffen, dass die Brühe dauerhaft an der Documenta kleben bleibt und den Ruf nachhaltig beschädigt, die Verantwortlichen gefeuert werden und sich Steinmeier damit endgültig passgenau in die Riege der Gruselpräsidenten Wulff, Köhler, Gauck, Herzog etc. einreiht.
Zwei Fragen drängen sich mir auf: Wieso ausgerechnet immer Israel? Die einzige Demokratie in einer Region, in der Hamas-Faschisten, Iran-Terroristen, Saudi- Steinzeitbarbaren, Taliban Schlächter und anderes kulturloses Gesindel die zivilgesellschaftliche Fallhöhe bilden. Warum hat sich das Kurator*innenteam nicht damit oder der zunehmenden Zahl von Antidemokratien von Russland über Brasilien bis China auseinandergesetzt? Und macht stattdessen Staatskunst, käut also das wider, was gesellschaftlicher Standard in Indonesien und anderen Islam-Staaten ist? Das ist auch aus Sicht der Autonomie von Kunst eine ganz erbärmliche und feige Position.
Die Welt ist der Keks, zerbröselt von allen Ecken her.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.