14.07.2022 – Lieber der Spatz auf dem Panzer als ….


Lieber der Spatz auf dem Panzer als …. Vollenden Sie, lieber Leserinnen das nach Ihrem Gusto.
Gesehen am sowjetischen Ehrenmal im Berliner Tiergarten.
Die Folgeerscheinungen von Krieg sind Tod, Vertreibung, Seuchen, Hunger. Hunger gibt’s aber auch schon in Friedenszeiten und auch bei uns. Die Reallöhne sind seit 2020 um 1,2 Prozent gesunken, die Hartz-IV-Regelsätze um 3 Prozent erhöht.
Die Inflationsrate lag allein 2021 bei 3,1 Prozent, seitdem explodiert sie. 8 Prozent.
8 Prozent? Von wegen.
Hier eine Aufstellung von Lebensmittelpreissteigerungen von Ende 2019 bis heute (Dank an Bärbel K.!). Grundnahrungsmittel, für die Arme einen extrem hohen Anteil ihres Budgets ausgeben müssen. Sie sind fünfmal so hoch von der Inflation betroffen wie Normalverdienende.

Das günstigste Speiseöl 1l: 187%
Spaghetti Hartweizengrieß, 500g: 154%
Magerquark 500g: 85%
Dosentomaten 400g: 57%
Brötchen z. Aufbacken, 6 Stück: 57%
Weizenmehl 1kg: 51%
Joghurt, 3,5%, 4x150g: 51%
H-Milch 1l: 42%
Butter 250g: 38%

Ich versuche zurzeit, den Protest gegen Verelendung auf die Straße zu bringen. Fachtage, Erklärungen, Untersuchungen, PMs, alles blablabla. Wir haben kein Erklärungsdefizit, wir haben ein Handlungsdefizit. Eine zentrale Demo z. B. im Herbst in Berlin gegen gesellschaftliche Massenverelendung macht aber nur Sinn, wenn Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbände das mittragen. Das Problem geht auch ihre Mitglieder an. Wenn die Energiepreiserhöhungen demnächst ins Haus flattern, dürfte auch mancher Frieda Normalverbraucherin schwarz vor Augen werden. Aber die Genannten zur Aktion zu bewegen, das ist echt Syphilisarbeit.
Was tun? Eine Alternative: »Für Herbst und Winter wäre es für uns Griechen eine große Freude, deutsche Rentner zu begrüßen, die einen ›mediterranen Winter‹ mit griechischer Gastfreundschaft, mildem Wetter und hochwertigen Dienstleistungen erleben möchten.«
Bevor Sie die Koffer packen, liebe Leserinnen, noch ein geldwerter Tipp. Wenn Sie ihre Energie selber ablesen und melden: Erkundigen Sie sich, wann Ihre Energielieferanten die Preise erhöhen. Die werden sich, ab September z. B., verdoppeln, in Einzelfällen verfünffachen. Lesen Sie kurz vorher ab und schlagen da 20 Prozent drauf, für den dann noch günstigeren Preis. Dann haben Sie für den folgende Ablesezeitraum 20 Prozent weniger Verbrauch zum höheren Preis Nicht zu hoch rangehen, das fällt auf. Die gesparte Kohle können Sie dann auf Kreta verbraten und Ihren ersten Cocktail auf mein Wohl schlürfen. Millionen werden aber ganz andere Probleme haben …

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