
Über die Aktion berichteten die Kollegen von der Freistätter Online Zeitung, die am 1. Mai auch dabei sind. Das Foto schlummerte irgendwo in meinem Blog, wo die Kollegen es ausgegraben und ihm ein Update verpasst haben. Was mich freut.
Auch das Stadmagazin Stadtkind berichtete, was mich ebenfalls freut. Gerade bei der Medienzunft herrschen immer prekärer werdende Arbeitsbedingungen und es ist eine feine Sache, wenn deren Mitglieder nicht mit Verdrängung darauf reagieren, sondern darüber berichten. Sofern das möglich ist. Es heisst zwar:“Eine Zensur findet nicht statt“. Artikel 5 GG. Aber die Details regelt der Verleger und den Rest erledigt die Schere im Kopf der Schreiberinnen.
Hier der Text der PM zur Aktion:
Die Gruppe „Gnadenlos Gerecht“ fordert anlässlich des 1. Mai 2017, dem Tag der Arbeit, eine Erhöhung des Hartz IV Regelsatzes von 409 auf 560 Euro. Aus diesem Anlass bilden Mitglieder der Gruppe um 11 Uhr auf dem Festplatz vor dem Rathaus in Hannover eine Menschenkette. Dabei tragen alle Glieder der Kette ein T-Shirt mit der Aufschrift „560“. Mit diesem öffentlichen Bild soll auch die Frage gestellt werden: Wie geht unsere Gesellschaft mit denen um, die keine Arbeit haben?
Die Regelsätze für Hartz werden willkürlich und unsachgemäß berechnet und decken bei weitem nicht das soziokulturelle Existenzminimum. Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbände und Betroffeneninitiativen fordern eine substantielle Erhöhung der Regelsätze.
Die Gruppe „Gnadenlos Gerecht“ schließt sich der Forderung aus dem Gutachten der Diakonie von 2016 an, das in seinen Berechnungen von einer angemessenen Erhöhung auf 560 Euro ausgeht. Die Gruppe „Gnadenlos Gerecht“ betont:
„Gerade am Tag der Arbeit muss deutlich werden, dass die Spaltung der Gesellschaft zwischen Arm und Reich immer größer wird, mit negativen Folgen wie wachsendem Rassismus und Ausgrenzung von Minderheiten.Das vermeintliche Jobwunder in Deutschland hat eine Kehrseite: eine wachsende Armutsquote, in Niedersachsen ist jeder Sechste arm, oft genug trotz Arbeit. 40 Prozent aller Beschäftigten haben in den letzten Jahren Reallohnverluste gehabt, 25 Prozent arbeiten im Niedriglohnsektor, allein in Niedersachsen gibt es fast 100.000 Langzeitarbeitslose.Resultat einer jahrelang verfehlten Sozial- und Arbeitsmarktpolitik ist eine Welle von drohender Altersarmut: Wer 45 Jahre lang arbeitet, bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 Stunden, müsste rein rechnerisch einen Mindestlohn von 11,68 Euro erhalten, um im Alter eine Nettorente oberhalb der Grundsicherung zu bekommen.Gerade am Tag der Arbeit sind Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbände gefordert, sich stärker gegen Arbeitslosigkeit und für eine nachhaltige Armutsbekämpfung zu engagieren.Die Forderung nach einer Erhöhung der Regelsätze auf 560 Euro ist da nur ein erster Schritt.“
Die Gruppe „Gnadenlos Gerecht“ besteht aus engagierten Menschen in unterschiedlichen prekären Lebensverhältnissen.Am 21.03.2017 startete die Gruppe mit der Info-Veranstaltung „Wieviel braucht der Mensch zum Leben?“ zu Regelsätzen und dem Existenzminimum ihre Aufklärungs- und Informationsarbeit, siehe Info Flyer anbei.Die Gruppe „Gnadenlos Gerecht“ wird auch zukünftig durch Veranstaltungen, Aktionen und Aufklärung die wachsende Spaltung zwischen Arm und Reich zum Thema machen.
Die Gruppe „Gnadenlos Gerecht“ wird unterstützt von der Landesarmutskonferenz LAK Niedersachsen.