13.06.2017 – Gehen Sie davon aus, dass ich tot bin. Mindestens.

stephan weil
SPD Sommerfest im Wilhelm-Busch-Museum Hannover – MP Stephan Weil
Ich danke dem lieben Gott, dass ich in diesem Leben nicht nur nichts mehr werden will, sondern im Gegenteil. Ich will weniger werden. Was Arbeit, Anforderungen etc. angeht.
Das heißt, wenn ich zu Veranstaltungen wie dem SPD-Sommerfest eingeladen werde, kann ich guten Gewissens dorthin gehen. Ich tue das nicht aus opportunistischen, sondern aus lauteren Gründen, mein Herz ist rein, meine Gründe sind: ich kann mir dort für lau die Kante geben, endlich die famose Haderer Ausstellung besichtigen und lästern ohne Ende. Was mich mit vielen netten Menschen dort einte.
Man mache sich nichts vor: Karrieren, Fördermittel etc. werden nicht nur mit dem Hirn erarbeitet oder dem Charisma, sondern auch mit dem Arsch. Meint: sowas ersitzt man sich durch schiere Anwesenheit bei Veranstaltungen, Sitzungen, Treffen etc.. Wo man nebenbei gerne noch Netzwerke knüpfen kann. Oder nach Herzenslust rumschleimen, ranwanzen, reinkriechen. Das trifft für mich alles nicht zu. Nicht etwa, weil ich so ein toffer, ethisch eher im kantischen Sinne grundierter Charakter wäre. Bewahre, ich bin ein Arsch wie jeder andere. Der Grund ist ein schlicht utilitaristischer: ich will mal wieder mehr was Anderes machen. Kunst produzieren, Reisen, schreiben. Da kann ich noch mehr Arbeit, Anforderungen, Projekte so notwendig brauchen wie einen Kropf am Hals.
Stephan Weil gab sich kämpferisch, die Wahl in Niedersachsen ist am 14. Januar 2018. Ein taktisch cleverer Termin, heißer Wahlkampf läuft ca. 6 Wochen vor einer Wahl an, vom 20.12 bis 06.01 ist aber überall Schicht im Schacht, das winterliche Sommerloch, keiner da in Kanada.
Also die SPD will stärkste Fraktion werden und den MP stellen.
haderer
Meine Wunschkoalition für Niedersachsen ist rotrotgrün. Ich wünsche mir allerdings seit Jahren auch eine eigene TV Show (das Bild ist von Haderer aus der Ausstellung im Busch Museum. Prädikat: Sehenswert grandios).
dienstwagen
Dienstwagen vor dem Busch-Museum. Woran erkennt man die Chauffeure? Das sind die, die seriös aussehen.
Super Pointe für meine nächste Satire-Show.
Ich würde auch gerne mal wieder auf Tour gehen. Aber das Leben ist kein Ponyhof. Durch meine anarchischen Künstler-Wunschwelten grätscht mir dauernd mein preußischer Wesenszug: Disziplin, Korrektheit, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit. Wenn ich zu einem Termin 5 Minuten zu spät käme, gehen Sie davon aus, dass ich tot bin. Mindestens.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *