28.07.2017 – Neues vom Neger

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Jetzt ist sie voll erblüht, die Sonnenblume „Goldener Neger“. Die 252 Zentimeter werde ich ins Guinness Buch der Rekorde eintragen lassen. Die gelben Rosen daneben sind Edelrosen in der zweiten Blüte, aus deren Blütenblättern ich Rosenwasser für kosmetische Zwecke destilliere. In einer aufwändigen Versuchsreihe habe ich festgestellt: Den betörendsten Duft gibt eine normale Heckenrose ab, die ich mal für paar Taler achtlos in eine Ecke als Lückenfüller gepflanzt habe. Da kann sich der englische Rosen-Edel-Adel aber hinter einer deutschen Landpomeranze verstecken. Moral von der Geschichte und damit kommen wir von edlen Gerüchen zu stinkendem, nämlich Eigenlob: Geld allein reicht nicht. Es braucht auch Kennerschaft und guten Geschmack. Gut, dass das Haus (früher hätte man zu den dort herrschenden Umständen nicht „Haus“ sondern „Projekt“ gesagt. Noch früher „Kollektiv“. Heute heißt das „WEG“, und das ist etwas diametral anderes als „WG“), in dem ich wohne, im Anstieg zum hiesigen Mount Everest, dem Lindener Berg, 89 Meter über N. N., liegt. So bleiben Haus, Rosen, Goldene Neger und mein Gemüt von den Wasserfluten der letzten Unwetter verschont. Jede Woche ein Jahrhundert Unwetter. Wie hier:
Hochwasser
Strandbar, überflutet. Mir egal, aber da liegt der Einstieg in den Fluss, die Leine, für eine Aktion von mir, und den sieht man jetzt nicht. Mit anderen will ich von dort bis zur nächsten Brücke schwimmen, auch das eine Kunstaktion, zur Bundestagswahl. Details demnächst an dieser Stelle. Wird nichts am desaströsen Wahlausgang ändern, aber mir macht sowas Spaß und an mir wird es dann nicht gelegen haben. Außerdem gehören solche Aktionen zu meinem Job.
Jetzt muss ich nur noch meinen Body shapen, für das Fernsehen, und den Videoclip, den wir davon produzieren, damit die Damenwelt ob meines Sixpacks aus dem Häuschen gerät. Und hoffentlich ist das Hochwasser bis dahin weg. Dieser Fluss hat eine der stärksten Fließgeschwindigkeiten in Deutschland und ein paar hundert Meter nach unserem Ausstieg kommt ein Wehr. Mir macht das nix, ich hab eine Kampfschwimmer-Ausbildung, aber wenn vom Rest der Truppe welche den Ausstieg verpassen und im Wehr geschreddert werden, komme ich in die Tagesschau. Nur anders, als ich mir das immer vorgestellt habe.
Verantwortung ist eine schwere Last, das merk ich immer mehr.
Ich brauche dringend einen Stellvertreter, dem ich solche Schweinereien dann in die Schuhe schieben kann.

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