06.10.2017 – Stürmische Zeiten

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Da hatte ich den Schirm noch auf – Berlin, Brunnen im Gräfe-Kiez, gestern am Orkan-Tag.
Ich liebe Brunnen. Die üben in fremden Regionen eine magische Anziehungskraft auf mich aus. Aber ein Brunnen im strömenden Regen, das hat was überflüssig absurdes, fast lächerliches an sich. Du dummer Brunnen, warum belästigst du mich mit deinem sinnlosen Geplätscher, während um mich gerade die Zivilisation weggespült wird!? Ein paar Minuten später war ich froh, dass ich mich selbst noch gerade halten konnte, während um mich doitsche Eichen stürzten und Dachschindeln im Sekundentakt niederprasselten. Es ist obendrein saukalt, ich war auf einer Tagung zum Thema Armut, wo man Positives mit dem Elektronen-Raster-Mikroskop suchen musste und wie ich von Berlin nach Hannover zurückkommen soll,weiss allein der Gott des Sturmes und die Bahn. In beiden Städten sind Myriaden Nomaden der Zivilisation gestrandet. Und vor ein paar Tagen lag ich noch bei 25 Grad Wasser und Luft an Griechenlands Gestaden, vor mir azurblaues Meer, hinter mir ne Ouzo-Bude mit Pommes und Hamburger, ich war sogar zu faul zum denken. Am Paradies fehlte nicht viel.
Und nun das.
Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, Monate lang an Griechenlands Gestaden zu verweilen. Schon aber in Berlin. Selbst unter diesen geschilderten Umständen.
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Die Metropole ist rätselhaft, witzig, charmant.
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Regt zum Nachdenken an,gibt Impuls und öffnet Horizonte.
All das gibt es am Strand nicht. Da hängt man nur ab. Für ein paar Stunden, ein paar Tage paradiesisch. Aber wer will schon andauernd Paradies? Ein bisschen Hölle darf schon dabei sein. Und wenn es die der Deutschen Bahn ist.

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