10.10.2017 – Manchmal hält einen nur die Erinnerung aufrecht

funkturm
Gestern Nacht Alptraum. Ich träumte, während eines Berlin Besuches rast ein Flugzeug in den Berliner Funkturm, siehe Screenshot. Ich lasse meine Träume mittels funktioneller Magnetresonanztomographie aufzeichnen, die ermöglicht solche Fotos. Das Verfahren hat ein Kumpel realisiert, der ist ein Genie, wird allerdings vom Mainstream nicht ernst genommen, weil er die Folgen seines jahrelangen LSD Abusus mit täglichen Tüten voller Marihuana bekämpft. Was sich in Verhandlungen schon irgendwie bemerkbar macht.
Schweißgebadet aufgewacht. Meine feuchten Träume sind mir lieber. Anflug von Migräne. Alles verspannt. Nach der Morgentoilette reibe ich mich mit Gesichtscreme ein. Ich vergreife mich und erwische Finalgon Hotcreme, das Zeug, was man bei Muskelverspannungen nimmt, damit die mittels brennender Hitze verschwinden. Wirkstoff der Creme ist ein Alkaloid, das auch in Chili drin ist. Weißte Bescheid.
Was danach abging, ließ die Hölle als Endstation Sehnsucht erscheinen. Mein Gesicht sah aus wie ein Parkplatz für Bügeleisen und brannte, als ob jemand einen Bunsenbrenner drauf hält. Und ein Diensttermin stand vor der Tür. Ich ließ ihn natürlich nicht rein. Sagte ab. Nicht mit dem Gesicht. Als der liebe Gott die Eitelkeit verteilte, hab ich mich zweimal angestellt. Dafür war ich gerade auf Toilette, als die Bescheidenheit an der Reihe war.
Wie überlebt man solche Tage? Manchmal hält einen nur die Erinnerung aufrecht. An den „Von der Schulenburg Park“ in Berlin zum Beispiel, den ich unlängst kennenlernen durfte.
schulenburg-park
Ein Märchenpark – es war zauberhaft und erinnerungswürdig….
Und insofern auch individualhistorisch interessant, als dass man dem Adelsgeschlecht derer von der Schulenburg nicht entgehen kann, egal, wo man hinkommt. In Korfu, wo ich unlängst weilte, ist Johann Matthias Reichsgraf von der Schulenburg ein Nationalheld, weil er (nur er allein? Hatte er keine Krieger, die für ihn starben?) die Insel vor den Türken rettete, in Berlin nennt man Parks nach ihnen und ich hatte das Vergnügen, eine Nachfahrin kennenzulernen. Im Flur der in Rede stehenden WG standen Dutzende von Original-Ölgemälden und jedes Mal, wenn Ebbe in der Kasse war, was immer der Fall war, wurde eins verscherbelt. Ich darf gar nicht daran denken, dass da eventuell ein Caravaggio darunter war, der für die Schulenburgs gearbeitet haben soll. Heute würde ich ein Angebot dafür machen, zu dem besagte Schulenburg nicht nein sagen könnte. Die wusste ja noch nicht mal, wie man Caravaggio schreibt. Damals war ich allerdings derart pleite, dass sogar die sprichwörtlich armen Kirchenmäuse für mich mit dem Klingelbeutel sammeln gingen. Aber wie gesagt: es sind mitunter die Erinnerungen, die aufrecht halten.

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