21.11.2017 – Einen Hoch auf gesunde Sexsüchte!

wo-ist-das-bohnenkraut
Können Sie mir sagen, wo auf dem Bild sich Bohnenkraut befindet? Sehen Sie. Ich auch nicht. Bohnenkraut ist mein Lieblingskraut. Passt nicht nur wunderbar in die Küche, sondern entfaltet als Highlkraut saagenhafte Wirkung. Es hilft gegen Husten, Leberprobleme, Durchfall und, Zitat: „ .. Beeinträchtigungen der Libido, Erektionsstörungen oder ungesunde Sexsüchte …“ Jedes Kraut in meinem Garten, und da gibt es viele, hat ein Motto. Am Bohnenkraut steht: „Einen Hoch auf gesunde Sexsüchte!“
Sein Wuchs ist allerdings überschaubar und da ich in meinem Garten weder Kräuterbeete anlege, auch kein durchstrukturiertes Ordnungssystem pflege mit beschrifteten Tafeln oder die Pflanzen mit Chips zwecks GPS Ortung versehe, ist da ein Durcheinander, dass man nix findet. Jedenfalls nicht das Bohnenkraut.
Naturmässig ist das alles so ineffizient, nicht Ertragsoptimiert, dass man sich fragt: Wie konnte sich sowas unlogisches, chaotisches und anarchistisches wie die Natur am Markt überhaupt durchsetzen? Am Kapitalmarkt würde die Natur keinen Tag überleben! Aber bei mir im Garten auf üppige Hose machen, wucher, wucher.
Ganz anders als das spärliche und unsichtbare Bohnenkraut dagegen Rosmarin und Salbei. Hilft nicht gegen ungesunde Sexsüchte und braucht zum Kochen keine Sau, wenn überhaupt, nur in winzigen Dosen. Ein Zweig Rosmarin zu viel an der mediterranen Gemüsepfanne oder ein Blatt Salbei am Saltimbocca und man kriegt sofort die berüchtigte Rosmarin-Salbei-Pelz-Fresse. Igitt. Aber wachsen tut das Zeug als ob es dafür bezahlt würde.
rosmarin
Rosmarin, unübersehbar. Ist immerhin immergrün und ein paar Doppelzentner nehme ich für Rosmarinöl. Mit gutem Olivenöl die Zweige bedeckt in einem dunklen Gefäß paar Monate ziehen lassen ergibt ein ideales Mittel gegen Entzündungen und andere Gebresten. Sobald auch nur ein Hauch von Entzündung an oder in meinem Körper in Sichtweite kommt, wird sofort die Rosmarinöl-Kanone aufgefahren
Meine Sicht auf die Natur wird ja von der FDP geteilt. Natur als schwer planbarer reiner Kostenträger, daher bloß keinen Klimaschutz. Gut, dass sich unsere SUV- und Flugreisen-Gesellschaft eh entschieden hat, Natur etc. über den Jordan gehen zu lassen. Was da in den Koalitionsverhandlungen verkaspert wurde in Sachen Klimaschutz würde auch in der extremsten Form nicht ansatzweise dafür reichen, eine Prozess-Umkehr bei CO2 Emissionen in die Wege zu leiten. Also muss sich keine über vertane Chancen ärgern und ich find’s alles wieder lächerlich und plane meinen nächste Urlaub.
Flugzeug. Was sonst.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *