07.02.2018 – Reichtum für Alle!

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Das Interview können Sie hier sehen.
Der in diesem Blog mehrfach zitierte Dandy, der sich ja eher durch eine innere Haltung denn durch äußere Signale auszeichnet, achtet dennoch unter allen Umständen auf seine Erscheinung, selbst wenn er nackt auf einer einsamen Insel gestrandet ist. Jemand, zu dessen Job Öffentlichkeitsarbeit gehört, sollte wenigstens vor der Kamera auf sein Äußeres achten, auch wenn es sich „nur“ um das Bürgerfernsehen handelt. Insofern unterlag mein Erscheinen unlängst bei h1 einem beklagenswerten Mangel an Achtsamkeit. Ich sah am Kopf aus wie ein Kamel um die Eier, das Hemd passte absolut nicht zum Hoodie und bei dem kann ich nur beten, dass niemand auf dessen Marke geachtet hat. Ich laufe weder 24 Stunden am Tag im Smoking rum noch wie ein Geck dauernd im feinsten Zwirn, besitze aber schon ein paar Klamotten, die nicht vom Grabbeltisch bei H & M stammen.
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Wie dieser Hoodie vom Label „Better Rich“. Nomen est omen und ausserdem est pecunia.
Da erhebt sich schon die Frage, ob ich sowas tragen sollte, wenn ich öffentlich als Geschäftsführer der Landesarmutskonferenz fungiere. Das könnte als Zynismus ausgelegt werden, bestenfalls als unprofessionell.
Nun kann man eher einen Pudding an die Decke nageln als mich fest und ich würde als gewiefter Dialektiker sofort kontern:
„Genossinnen und Genossen, es geht nicht darum, den Reichtum einer Minderheit anzuprangern und abzuschaffen, es geht um die Forderung, und sie gut, weil sie richtig ist: Reichtum für alle! Und auf nichts anderes weist mein Hoodie hin.“
Aber, liebe Leserinnen, seien wir ehrlich: Sie schätzen solche rhetorischen Finessen, ich schätze sie. Aber der Rest der Welt?
Was hat mich am Tag der TV Aufzeichnung also geritten? Unterbewusstes Spiel mit dem Feuer? Meine Adrenalinsucht? Tiefer hängen, ich war einfach verpeilt. Die Moderatorin der Sendung empfand ich übrigens als angenehm interessiert am Thema und präzise in der Fragenstellung, was mir in den wenigen Minuten des Interviews eine fokussierte Einlassung erlaubte. Ganz anders als unlängst beim NDR TV, wo ich angesichts des vollkommen themenverpeilten Moderators fast die Fassung verlor und den Eindruck hatte, den hätten sie nur zum Jacket-Auslüften ins Studio gestellt.
Hat auch sein Gutes. So wird mir nie langweilig. Hier noch ein Haushaltstipp:
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Blumen halten länger, wenn Sie sie bei minus 7 Grad ins Freie stellen.

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