16.03.2018 – Schafft das Wetter ab.

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Naive Einfallspinselinnen hauchen bei dem Anblick romantisch entzückt: „Ach, das sieht aber schön aus!“
Gemäß dem Newtonschen Axiom: Einfallspinsel gleich Ausfallspinsel werde ich bei solchen Äußerungen ausnehmend ausfallend. Wer derlei Natur- und Wetterkitsch von sich gibt, kann das Wesen der Dinge nicht von ihrer Erscheinungsform trennen. Was so vorgeblich romantisch aussieht, sorgt in der Großstadt für Matsch, Verkehrschaos, ich kann nicht Radfahren, das ist eine Kränkung der Natur mir gegenüber sondergleichen, Dreck auf meinen Fußbodenkacheln, gefrierende Glätte, ich stürze, Oberschenkelhalsbruch, das war’s in meinem Alter, Ende, Exitus. Das ist wetterbedingter Mord an mir durch die Natur. Normalerweise brauche ich auch gar keine Natur, ich habe einen Garten.
Aber der sah so aus wie oben und das soll wiederkommen, Mitte März minus 10 Grad! Das ist krank, unzivilisiert, barbarisch, schlimmer noch: romantisch, siehe Bild. Bekanntermaßen führt ein direkter Weg von der Romantik in den deutschen Faschismus, das wissen sogar Stupidienräte, die das in ihrem Zentralorgan, der „Zeit“, lesen konnten , bei deren Lektüre ich normalerweise bitterlich um jeden Baum weine, der dafür sterben musste. Also ist Wetter was genuin Faschistisches und gehört abgeschafft. Nieder mit dem Wetter! Kloppt die Natur in die Tonne, meinetwegen in eine Biotonne. Ich bin urban, zivilisiert, und liebe Metropolen. Was hat die Natur zu bieten?
Zecken und FSME. Jetzt auch an meinem Badesee. Es reicht.
Was tröstet? Ich bin nicht mehr nur „regional teilbekannt“, wie mir ein Kunstkollege mal treffend hinterherwarf. Ich bin jetzt prominent. In Bad Pyrmont. Solche Sätze über die dortige Veranstaltung zu Armut wie: „Die eingeladenen Mitdiskutanten … waren sich im Grundtenor mit Gleitze einig“ gehen mir runter wie Öl, Nektar und Portwein. Sowas heißt übersetzt: Ich sage an, wo es langgeht und der Rest hinterher. Für einen eitlen Fatzke wie mich besteht in so einem Fall die Morgenzeitung zwei Stunden lang in der ausschließlichen Lektüre eines solchen Satzes. Mit Nebensächlichkeiten, ob das denn fachlich alles seine Richtigkeit hatte, was ich von mir gab, befasse ich mich da nicht. Und glauben Sie mir, wenn Sie es nicht ohnehin schon lange wissen, liebe Leserinnen, alle Männer sind so. Ich bin nur ehrlicher als der Rest.
Davon abgesehen ist das Bündnis gegen Armut in Bad Pyrmont eine tolle Sache. Es ist sich auch der Ambivalenz seines Handelns durchaus bewusst: das notwendiges zivilgesellschaftliches Handeln unter Umständen den Staat veranlasst, sich aus seiner verpflichtenden Rolle als Organisator der Daseinsfürsorge zurückzuziehen. Und das ist eine noch größere Sauerei als …siehe oben .. das Wetter.
Das Positive zum Schluss:
OSK-Die-Mauer-zwischen-Arm-und-Reich-
Trump ist endlich zur Vernunft gekommen und hat seine Mauer-Obsession in richtige Bahnen gelenkt. Er reißt jetzt welche ein, die zwischen Arm und Reich!
Demnächst auch in Ihrer Region! Bleiben Sie drin.

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