31.03.2018 – Hass

kopflos
Kopflos
Interessanterweise gehört der Hass im Gegensatz zum Jähzorn oder zur Wut nicht zu den Todsünden im Christentum, obwohl er als Konsequenz die mörderischsten Auswirkungen hat. Basis für den Holocaust zum Beispiel war der flächendeckend existierende Judenhass in der Bevölkerung. Ich hab keine Ahnung, warum der Hass bei den Todsünden nicht explizit erwähnt wird, ich bin nur insofern Theologe als mein Vater Theo hieß. Ich habe eine Vermutung: immer wieder beschworene Kernbotschaft des Christentums ist die Liebe (eine sprichwörtliche Himmelsmacht), sei es Gottes- oder Nächstenliebe. Wer derartig exzessiv auf einer Emotion insistiert, der hat, das wissen wir aus drei Sylvestern Küchenpsychologie, heftige Probleme mit deren Komplementär-Emotion. Und das ist im Fall Liebe: Hass. Ein Blick in die Geschichte des Christentums zeigt, wie diese verdrängte Obsession Hass sich mitunter verheerend Bahn brach: siehe Frauenhass und Hexenverbrennung oder Hass auf Andersgläubige wie eben auf Juden, oder auf Moslems, siehe Kreuzzüge. Dass der Muselmann (die Muselfrau weniger, die hat da nix zu melden) um kein Jota besser ist, zeigt der Blick in die Tagespresse (Interessante Frage: Wann wird man diesen Ausdruck mal erklären müssen?).
Weiter mit der Fackel der Aufklärung in die Düsternis der Religionen geleuchtet:
Der bei unseren alternativen Dumpfmeisterinnen so beliebte Buddhismus mit dem vor Schlichtheit nur so brummenden Dalai Laba ist auch weit entfernt von einer hierzulande imaginierten Friedfertigkeit. Die Vertreibung und Ermordung der muslimischen Rohingya in Burma wird von Buddhisten forciert, da sind Mönche oft nichts weiter als in Kutten gekleidete Mörderbanden. Was die im intellektuellen Dauertran befindliche Oberregierungsrätin beim Besuch des Dalai Festzeltes und beim besinnungslosem Röcheln des „Onanie padme hum“ Mantras gerne ausblendet oder sicherheitshalber gar nicht erst weiß.
Einzig das Judentum macht sich, was Weltreligionen angeht, in Sachen Hass relativ locker, was insofern erklärlich ist, als sich die Juden für das auserwählte Volk Gottes halten und von keinerlei Missionierungsdrang beseelt sind. Alle anderen Religionen wollen bekehren und missionieren. Sie nehmen allzeit die Missionarsstellung ein, welche die Langweiligste von allen ist.
Vorösterliches Hass-Fazit: Religionen sind eine Ausgeburt der Angst. Sie sind die Antwort auf eine unverständliche und grausame Welt. (Arthur C. Clarke. Das ist der mit Odyssee im Weltraum). Am sympathischsten ist mir da das Judentum, welches sich nicht gemein tut. Dieser Hochmut des Nichtmissionarischen hat was Dandyhaftes. Und wenn ich etwas schätze dann das Dandytum.
Was bleibt?
Aufklärung, Verstand, Vernunft.
licht
Mehr Licht!

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