15.05.2018 – Schuld sind immer die Weiber

leichte-entscheidung
Rubens. Aus der Ausstellung im Frankfurter Städel. Titel hab‘ ich vergessen und zum Googeln keine Lust. Womit wir mitten im Bildthema sind. Der Kuttenträger in der Mitte ist offensichtlich hin- und hergerissen zwischen Weib und Jesus, zwischen Sünde und Glauben, zwischen Lust und Kreuz. Nichts gegen Sado-Maso Praktiken, aber sollte sich der Kuttenträger für den Mann mit dem Kreuz entscheiden, dürfte er schwer einen an der Waffel (hohoho) haben. Immerhin fließt da offensichtlich heftig Blut und die Tatsache, dass sich jemand an ein Holzkreuz nageln (hohoho) lassen will, ohne Aussicht auf Abhängung, also ob das noch im Rahmen klassischer Bondage Techniken ist, scheint fraglich. Es steht auf Grund männlicher Durchschnittsveranlagung eher zu befürchten, dass der Mann mit der Tonsur sich für das Weib entscheidet. Und das geht – unabhängig vom Vergnügen einzelner Beteiligter -für die Sache der Frauen nicht gut aus. Für die Verfehlung, die Sünde des Mannes wird nach schlechter Väter Sitte nicht dieser verantwortlich gemacht, sondern das Weib, als Verführung, sowohl als Individuum als auch Prinzip. Schuld sind immer die Weiber.
Und so könnte man durch die Oberfläche des Rubensschen Werkes die lodernden Scheiterhaufen der Hexenverbrennung scheinen sehen, die zur Zeit von Rubens auf dem Höhepunkt war. Denn natürlich war Hexenverbrennung immer auch ein Akt der mörderischen Aggression gegen weibliche Lust.
Könnte man sehen. Denn wenn man sich die Licht- und Schattengebung des Bildes genauer anschaut, fragt man sich, ob den Rubens da nicht ein kleines Teufelchen geritten hat. Der Sado-Maso Hippie ist schwer in vernichtende Dunkelheit getaucht, während die Maid mit dem kecken Mops in erlösendem Licht scheint. Love and Peace.
Rubens, der alte Schwerenöter als Hippie-Vorfahre. Die Kunstgeschichte muss neu geschrieben werden.
Aber nicht von mir. Keine Zeit. Und – siehe oben – keine Lust auf Schwafel. Außerdem ist die Bildsymbolik wahrscheinlich eine völlig andere. Durch dieses damalige Mittelalter Symbolik-Gedöns steigt doch kein Schwein durch. Wie erfrischend dagegen doch unser heutiges Mittelalter.
volkskrieg in indien
Unsere schwerstbehämmert- und besichelten Genossen von der Fraktion der Gehirnamputierten hantieren in diesem Bild frisch, fromm, fröhlich, frei mit dem Begriff des Volkskriegs in Indien, den sie offensichtlich herbeidelirieren. Hätten sie geschrieben „Klassenkrieg“ hätte ich gesagt: „Ihr habt einen an der Waffel, seid aber zumindest begrifflich nicht völlig in der Hölle der Beschränktheit gelandet.“
Aber in Zeiten des allgemeinen Niedergangs offensiv und militant mit den Kategorien des Völkischen zu arbeiten, das ist … ja, da fehlen mir die Worte. Und das kommt nicht sehr häufig vor. Mit diesem Euphemismus des Jahrzehnts beende ich die heutige Sitzung

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