29.07.2018 – Christopher Street Day oder das gleiche Recht für Schwule und Ausländer, sich wie alle Anderen zum Affen zu machen


Fangen wir mit dem Ausländer an.
Anfangs war ich auf der Parade zum Christopher Street Day froh, mal nicht auf einer Massenveranstaltung mit Nationalfarben und Fahnen belästigt zu werden. Und dann kommt diese überassimilierte Ausländer-Wurst mit diesem Nationalbaldachin. Als ob Identifikation mit dem Aggressor schon jemals geholfen hätte.
Da wollten die Organisator*innen der Parade nicht hintanstehen:

Süsse Spezialitäten. Wagen der Deutschen Bank auf der Parade.
Der Kampf von Minderheiten, auch sexueller Orientierungen, um Gleichberechtigung ist immer ein politischer. Bei sowas auf die Kumpanei der Deutschen Bank zu setzen,die eine mafiaähnliche kriminelle Vereinigung bildet, heisst allen anderen Minderheiten in den Rücken zu fallen. Und so sah jeder zweite Wagen aus. Der groteske Höhepunkt:

Zalando: Mein Körper, meine Identität, mein Leben.
Liest denn da niemand mal Wirkungskontrolle bei den Wagen?
Schrei vor Glück
Bei Konsum und beim Fick?
Die ganze Parade war so schwerstkategorial peinlich, dass ich Hirnsausen bekam. Die Wagen sahen alle gleich aus, die Musik war erbärmlicher und einfältiger als Ernst Mosch und die Egerländer und alle 500.000 Teilnehmer*innen hatten gelbe Hüte auf und waren in Regenbogenfarbene Fahnen gehüllt.
Es war alles so peinlich, dass ich im Tiergarten auf die Knie sank und wie folgt betete:“Liebe Göttin, wenn es dich gibt und du irgendwie antikapitalistisch und kritisch bist, setz diesem Unfug ein Ende!“
Was soll ich sagen. Sofort zogen Gewitterwolken auf, später zuckten Blitze und ein Wolkenbruch prasselte hernieder. Die Party nach der Parade wurde abgesagt.
Zum Schluss das Positive: die Parade strahlte eine friedliche Athmosphäre aus und machte einen erfreulicheren Eindruck als die Aufmärsche vor Fussballstadien- und Kneipen.
Einen unerfreulichen Eindruck als letztere machten allerdings lediglich Hitlers Truppen beim Einmarsch in Polen.

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