30.10.2018 – Bald ist Weltmännertag


Aber vorher für alle Spontaneitätsfähige und Kurzentschlossene dieser Terminhinweis für Heute Abend im FZH Linden um 19 Uhr. Eine nicht unwesentliche Frage für Strategien der Gegenwehr, ob eine Partei noch „nur“ rechtspopulistisch ist oder schon faschistisch. Außerdem wird die Veranstaltung von einem Kumpel organisiert, der Unterstützung verdient. Feiner Kerl. Wir sehen uns nachher, liebe Leserinnen, ich geb‘ einen aus.
Apropos Kerl, am 3.11 ist Weltmännertag und am 19.11 Internationaler Weltmännertag. Als ob der November nicht schon trübe genug ist, auch noch sowas, eben vermeldet vom Statistischen Bundesamt, dessen Pressemitteilungen zuverlässig jeden Werktag um 8 Uhr über meinen Ticker laufen. Heute: Schienenverkehr 2017 – Mit 401 Millionen Tonnen transportierten Gütern neuer Höchstwert. Und: September 2018 – Erstmals mehr als 45 Millionen Erwerbstätige. Sowie als Krönung all dieser wunderbaren Zahlen aus der Welt der Fakten, die unser Leben so planbar und kalkulierbar machen:
„Zum Weltmännertag – 62 % der erwachsenen Männer sind übergewichtig.“
Getoppt wird meine Zuneigung zum Statistischen Bundesamt nur noch durch die zum Niedersächsischen Landesamt für Statistik, mit dem mich eine erquickliche Zusammenarbeit verbindet und ohne das ich Zahlenmäßig mit der Stange in der Nebel stochern würde. Was Göttin verhüten möge.
Also dieses Weltmännergedöns hat ja einen positiven Hintergrund und ist keineswegs ein Kampftag all jener armseligen Wichte, die genug vom Genderwahn und Gleichberechtigung haben und es den Weibern mal wieder so richtig zeigen wollen, wo der Hammer hängt – wenn er denn einer wäre. An diesem Tag ist nichts AfD-kompatibles. Es geht dabei um Achtsamkeit, Rücksicht, dieses ganze Diversity-Blablabla halt, bei dem letztlich jede und jeder einer beachtenswerten und achtenswerten Minderheit angehört, jedes Symptom wichtig ist und jede und jeder wertgeschätzt wird. Es geht bei Diversity als Fortschreibung von Gendermainstreaming immer nur um die Bekämpfung von Benachteiligung und das Ausbügeln individueller Schwächen – und es geht um jeden Menge Förderkohle.
Es geht nie um Kapitalismus. Es geht nie um strukturelle Macht und Unterdrückung und kollektive Gegenwehr. Ein schwuler Nazi wie Ernst Röhm wäre in der Diversity Betrachtung vermutlich ähnlich „wertgeschätzt“ – mein derzeitiges Hasskappenwort Nr. 1 – wie eine behinderte, illegale, ausgebeutete schwarze Haushaltshilfe in einem alternativen Mittelschichtshaushalt.
Also von mir aus gehören diese albernen Heldengedenktage für Jammerlappen auf den Biokompost. Die Meldung allerdings, dass 62 % der erwachsenen Männer übergewichtig sind, hat mein Herz erfreut. Als beinharter Anhänger des Wettbewerbs und von Leistung bin ich mit einem Body-Mass-Index von 25 großen Teilen der Konkurrenz weit voraus. Von daher: Weiter jammern, ihr Waschlappen. Ich mach jetzt 68 Sit-Ups.

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