13.12.2018 – Beim Kiffen unbedingt beachten!


Geplündert. Wenn Sie einen Adventskalender haben, sollten Sie beim vorweihnachtlichen Kiffen unbedingt darauf achten, dass Sie Süßigkeiten in Reserve haben. Ich vertilge auch ohne Drogenmissbrauch täglich Unmengen von Süßigkeiten. Wer in meinen Einkaufskorb guckt, denkt vermutlich, ich kaufe für eine Kita ein. Wobei die armen Würmer da vermutlich aus lauter ecologically correctness nur Steviagesüßte Karottenschnitzel kriegen.
Mich erwischte eine einmalige Süßigkeitslücke vor dem Fernseher beim Konsum des Films „Dirty Grandpa“ (mit Robert de Niro). Die Kritiken über den Film waren so monströs miserabel, dass ich ahnte: Der Film ist ein Brüller. Die Kritik schwankte zwischen „…der schlechteste Film sei, den er je in einem Kino gesehen habe…“ und „ … wollte nach Ansehen des Films duschen. Irgendwo in der Hölle gäbe es ein Kino, wo dieser Film zusammen mit Movie 43 und Entourage laufe …“
Wenn linksliberale Intellektuelle, die vom Bücherlesen kommen, Film-Komödien kritisieren, haben sie immer Woody Allen im Hinterkopf, also gepflegte Langeweile. Natürlich ist Dirty Grandpa obszön, sexistisch und niveauflach wie ein Pfannkuchen. Was die Story angeht. Was die filmische Umsetzung angeht, ist er einfach handwerklich so gut gemacht, dass ich im letzten Viertel am Boden lag. Und das lag nicht nur am Grass. Mir liefen die Lachtränen. Leider hatte ich keinerlei Süßigkeiten im Haus, deshalb plünderte ich umgehend den kompletten Adventskalender. Schlimm, was Drogen aus einem machen. Kinder, lasst die Finger von den Drogen! Sauft Euch lieber dumm und dämlich, dann wird aus Euch was Anständiges. Wenn Ihr zusätzlich noch charakterlos seid, vielleicht sowas wie der Sauerland-Rocker Friedrich Merz.
Bei dem ist mir rätselhaft, wieso er soviel Stimmen bei der Wahl zur CDU-Vorsitzenden bekommen hat. Der Mann hat im Vorfeld der Wahl so viele schwere handwerkliche Fehler in Sachen Außendarstellung gemacht, dass er im Verbund mit seiner unfassbaren Arroganz und Empathielosigkeit als Parteivorsitzender oder gar Kanzler ein permanentes Hochsicherheitsrisiko wäre. Allein sein Vorschlag einer steuerlichen Besserstellung von Aktien als Altersvorsorge, von jemandem der Vertreter der Hochfinanz ist, ist so grottendämlich, dass sich selbst ein Praktikant für Öffentlichkeitsarbeit bei einem Kaninchenzüchterverband vor Pein winden würde. In so einer Situation schlägt man vor, auch wenn man sich niemals auch nur im Ansatz daran halten wird, dass man Mütter mit niedrigen Renten besser stellen will, oder irgend so ein Sozialgedöns halt. Bei dem Mann ist die Hybris in schiere Dummheit umgeschlagen.
Was bleibt, ist mein Genugtuung darüber, dass Angela Merkel den Merz und den bösen verbitterten Mann im Rollstuhl noch in ihrem Abgang eiskalt abserviert hat und ihnen auch diesen Triumph noch verwehrte. Politisch ist mir das ziemlich wumpe, da geht’s mir rein vom feeling her nur um das Gefühl.
Und falls Ihnen, liebe Leserinnen, das jetzt irgendwie kaputt vorkommt, kann ich zu meiner Entschuldigung nur anführen: ich hatte eine traurige Kindheit.
Ach ja, und die Drogen.
Außerdem gucke ich gerade in die trübe feuchtkalte Finsternis einer Quasi-Autobahn vor meinem Fenster, während ich vor drei Tagen noch den Ausblick vom Bild unten hatte. Wie soll man da nicht zum Misanthropen werden.

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