14.01.2019 – Sexuelle Phantasien


Master and Servant. Rechts André Poggenburg. Lassen Sie Ihre Phantasie schweifen ….
Geht es Ihnen auch manchmal so, dass Sie sexuelle Phantasien, Bilder haben, die Sie lieber nie gehabt hätten, und wo Sie händeringend Ihre Phantasie bitten: Tu das weg! Ich hatte neulich ein Bild vor Augen, wie André Poggenburg sich beim Anblick von Hitlerbildern einen runterholte und dauernd stöhnte: „Oh, mein Führer, ich komme, ich komme nach Walhall.“ Ich muss weg, dringend, bin urlaubsreif! Es ist alles so schön krank hier.
Aber das werden mir die Verdi-Genossinnen nicht ganz leicht machen. Die legen sukzessive alle Flughäfen lahm, um maximalen Druck vor den Tarifverhandlungen aufzubauen. Und was soll ich sagen: Die haben vollkommen recht. Im Gegensatz zum drolligen Geschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel, der kritisiert Verdi scharf:
„ …. Mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass Verdi die Streiks auf dem Rücken der Reisenden, der Fluggesellschaften und der Flughäfen austrägt.“
Ich gehe davon aus, dass Ralph Beisel in Wirklichkeit nicht so dämlich ist, wie es sich hier liest, sondern einfach nur die Interessen seines Verbandes vertritt, nämlich den Streik von Verdi so flach wie möglich zu legen. Der Geschäftsführer glaubt doch nicht im Ernst, dass ein Streik, der nicht auf dem Rücken der Reisenden, der Fluggesellschaften und der Flughäfen ausgetragen würde, mehr bewirkt als das Umfallen einer Tüte Mehl in meinem Schrank. Was würde wohl passieren, wenn Verdi aus Rücksicht auf Reisende, Fluggesellschaften und Flughäfen eine Mülltonne anstreiken oder den Streik ins hiesige Freibad verlagern würde?
Nichts.
Wenn die Süddeutsche ein Flaggschiff des Journalismus ist, dann ist das hiesige Kampfblatt der Krampfadernschwadrone und Schnarchsackfetischisten, die HAZ, ein leckgeschlagenes Tretboot. Aber selbst das schützt nicht vor richtigen Einsichten, wie in der Kritik über den Auftritt hier des von mir unlängst vollkommen zu Recht als geist- und witzlos angerempelten AfD-Wanderpredigers Dieter Nuhr. Die HAZ schreibt als Fazit: „…. ( Nuhr) fragt: „Kann man heute überhaupt noch Witze machen?“ Nun, er hätte es wenigstens versuchen können.“
Als ich dann las, dass Nuhr über 3.000 Zuschauer hatte, schluckte ich doch wehmütig. Mehr hatte ich bei allen meinen Auftritten zusammen nur deshalb, wenn man meine Straßen-Performances mitrechnet. Da kommt man in einer Großstadt-City zu Feierabend schnell auf 3.000. Seufz.
Was treibt Menschen eigentlich auf die Bühne, ins Rampenlicht? Ist’s neben schnödem Mammon der Ruhm, die Liebe der Massen?
Wenn wir unsere Existenz gleich einer Soße auf den Kern ihres Gehaltes reduzieren, dann bleibt: Unser permanenter Schrei nach Liebe. Und all unser Kummer rührt aus dessen ständiger Kollision mit unserer Sehnsucht nach Autonomie.
Ok, es gibt noch jede Menge anderer Quellen für Kummer, wie Hämorrhoiden, Konto im Minus und angebranntes Gulasch, wie bei mir gestern, watt‘n Qualm. Aber im Wesentlichen geben Sie, liebe Leserinnen, mir doch Recht?
Und hier haben Sie mein wesentliches Motiv für das Führen dieses Blogs: Niemand widerspricht.
Ganz im Gegensatz zu Podiumsdiskussionen. Oder Kundenreklamationen und Beziehungsgesprächen – was letztlich auf das Gleiche hinausläuft.
Wort zum Montag, gehet hin in Frieden.

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