04.02.2019 – Marx und Moritz


Marx und Moritz. Gesehen bei einem befreundeten Kollegen. Der Marx Riegel ist eine meine letzten Arbeiten, der Moritz ein Memoriam an den verstorbenen Kater einer Künstlerkollegin. Manchmal macht Kunst Sinn, Kunstsinn, und ergibt mehr als die Summe der Einzelteile. Und erzeugt beim Betrachter, also mir, Wohlbehagen. Wäre ich ein Kater, brummte ich. In den letzten Jahren habe ich keine Katze mehr gehabt. Schade eigentlich, die hatten bei mir immer das Paradies auf Erden, nach hinten raus Gelände zum Stromern ohne Ende. Eine Katze aus dem Haus, der Paul, war mal drei Monate auf Trebe und stand eines Tages maunzend im Garten. Wenn der eine Dashcam gehabt hätte, was da wohl drauf zu sehen gewesen wäre. Meine Katzen waren eigentlich immer draußen, nur zum Schluss, im Alter und im Winter, konnten sie natürlich auch auf die Heizung. Insofern war da Ortsabwesenheit nie ein Thema, im Gegensatz zu Hunden.
Krokodile sind auch pflegeleicht, Nacktnasenwombats nicht. Das ist mit Tieren so wie mit Menschen. Die sind auch nicht alle gleich pflegeleicht.
Nach vorne raus wohne ich an der lautesten, dreckigsten und hässlichsten Straße des Universums, das war in dem Blog schon Thema. Die Luft hier ist wirklich atemberaubend, seit ich von der Algarve zurück bin, huste ich jeden Morgen wieder ein halbes Brikett, und ich rauche seit Jahren nicht mehr. Der Kiez hier, Hannover-Linden, geht mir auch auf den Senkel, ehemaliges Arbeiterviertel, jetzt alternative Spießerkultur, die Dauerbesoffen von ihrer angeblich weltoffenen Multikulti-Kultur durch die Gegend torkelt, nicht merkt, wie die durchgentrifiziert wird, oder aber es ist ihr egal, und im schlimmsten Fall profitiert sie davon, durch Wertsteigerung der Eigentumswohnungen. Ergo haust hier ein Scheuklappenmilieu, welches mich als Kosmopoliten und Klassenkämpfer nur gruselt. Aber wegziehen würde ich hier eher nicht. Auch weil dieses Milieu hier jede Menge unfreiwillig komische Sumpfblüten fabriziert und mir täglich Material für mein Buch liefert, das Opus Magnum, das ich gerne noch vollenden möchte. Wozu ich infolge Leben aber eher nie kommen werde.
Unlängst kam mir dieses Bild vor die Linse, bei mir umme Ecke, am Lindener Hafen, bei dem ich vor
Hannover Docks, am Lindener Hafen. Am Lindener Hafen legt 0,75 Schiffe pro Tag an und das Gelände ist so klein, dass ich eine Kokosnuss von einem Ende zum anderen werfen kann.
Grundsätzlich gilt für Städtebau: Wassernähe, gar Hafennähe ist Premiumlage, für 1a Wohnen, Gewerbe, Vergnügen, etc. pp. im Hochpreis-Segment. Docks oder Hafencity oder ähnliches sind also immer Bezeichnungen für, zumindest von der Planung her, große städtebauliche Visionen, Beispiele sind die legendären London Docks oder Hafencity in Hamburg.
Dass sich diese trostlose Gegend hier am Lindener Hafen, in der ein Pisspott noch ein Schmuckstück wäre, nun selbst adelt als Hannover Docks, dass hat etwas derartig ragend Größenwahnsinniges, Schwerstbescheuertes und Komplettverpeiltes an sich, dass es schon wieder liebens-, na ja zumindest lachenswertes hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.