
HKW, Haus der Kulturen der Welt, schwangere Auster genannt. Architektonisch singulär, direkt an der Spree gelegen, ein zauberhafter Ort für Open-Air-Konzerte und ambitionierte Kulturveranstaltungen. Dort war die diesjährige Berlinale zu Gast. Auch dieses deutsche kulturelle Großereignis schaffte es wie die Documenta mit traumwandlerischer Sicherheit, den ganzen antisemitischen Unrat der Schickeria-Stalinisten, die sich Künstler nennen, nach außen zu kehren. Dankbar kann man sein, dass das ganze Ausmaß dieses Antisemitismus sichtbar gemacht wurde, womit sich der Kultursektor ins ethische Aus manövriert hat und beide Events, Documenta und Berlinale, irreparabel beschädigt wurden. Nicht nur wegen der skandalösen Solidarität der Kulturschaffenden aus aller Welt mit der faschistischen Hamas, sondern auch wegen des komplett ausbleibenden Protestes von eventuell andersdenkenden Anwesenden, dem Versagen der Verantwortlichen, die die Veranstaltung sofort hätten abbrechen müssen, und der bisher zahnlosen Reaktion aus der Politik. Dass die völlig überforderte Iran-Sympathisantin und BDS-Unterstützerin Claudia Roth, früher im autonomen Umfeld von Ton, Steine, Scherben tätig und dringend des notorisch pseudolinken Antisemitismus verdächtig, als mitverantwortliche Staatsministerin immer noch im Amt ist, ist ein ebenso trauriger Witz, wie die Tatsache, dass den genannten beiden Events immer noch nicht die Steuergelder gestrichen wurden. Claudia Roth war von 1971 bis 1990 Mitglied bei den Jungdemokraten, der ehemaligen rebellischen (!) Jugendorganisation der FDP, also auch während ihrer Arbeit für die Scherben. Das nenne ich maximale Geschmeidigkeit. Ein guter Sheriff trägt eben immer zwei Colts im Gürtel. 1992 fusionierten die Jungdemokraten mit der Marxistischen Jugendvereinigung Junge Linke. . Solche Geschichten kann man sich gar nicht ausdenken.
Somit haben sich zwei meiner Bezugspunkte in Nichtwohlgefallen aufgelöst, die, soweit überhaupt noch vorhandene, Linke und der Kultursektor. In beiden herrscht offensichtlich derart flächendeckender Antisemitismus vor, dass sie als Projektions- oder gar Identifikationsfläche nicht mehr taugen. Kein Verlust. Eine Linke, die antisemitisch ist, ist keine Linke, und eine antisemitische Kultur ist keine, sondern eine Unkultur.
Mit Antisemiten ist eine Diskussion nicht möglich. Der Antisemitismus ist das Gerücht über die Juden. Anders als das Vorurteil ist das Gerücht mit Fakten und Argument nicht aus der Welt zu schaffen. Das Gerücht gerinnt in der Verschwörungserzählung zum anhaltenden Wabern über Generationen hin. Man hat es ja schon immer gewusst, der Jude und das Kapital …. Zitat: „Imponieren Verschwörungserzählungen durch ihre Aufklärungsresistenz – ähnlich einem Wahn können sie jeden Widerspruch integrieren –, nehmen sie dem Gerücht gerade den flüchtigen, reversiblen Charakter, geben ihm eine Form, in der es Generationen überdauern kann.“
Ich hatte z. B. wie fast alle hiesigen Alternativlinken das Vorurteil, die EXPO 2000 in Hannover sei Teufelszeug, mit der das Kapital seine neoliberale Agenda hinter dem schönen Schein durchdrücken wollte, um nur ein besonders skurriles Vorurteil zu nennen. Durch Fakten und vor allem vor Ort Inaugenscheinnahme habe ich mich vom Unsinn des Vorurteils überzeugen lassen. Es war einfach eine tolle rauschende Party, das Einzige, was ich daran bedauere, nicht viel öfter da gewesen zu sein. Nie wieder wird hier so viel Welt auf so kompaktem Raum sein. Der Alternativ-Spießer mied im Normalfall die Expo wie der Teufel das Weihwasser, nach dem Motto; Gott erhalte mir mein Vorurteil, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Und so wurde aus dem Vorurteil das Gerücht, dass die EXPO Teufelszeug gewesen sei und das werden Sie niemals aus der Welt treten können. Hier ist die Aufklärung an ihrer Grenze.
Was bleibt, ist die Forderung: Keine Steuergelder für Documenta und Berlinale, für alle Veranstaltungen und Projekte, die als Unterstützer der faschistischen Hamas in Erscheinung treten, und keine Auftrittsmöglichkeiten für so agierende Kulturschaffende. Wer dem Staat Israel die Existenzberechtigung abspricht, und nichts anderes tut der Spruch: From the River to the sea , ist Antisemit. Und Antisemitismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.











