13.07.2021 – Minenhund


Bild für trübe Novembertage und kalte Januare
Es gibt im öffentlichen politischen Raum die Figur des sogenannten Minenhundes. Das ist jemand, der in das Minenfeld der medialen Öffentlichkeit vorprescht oder vorgeschickt wird mit einer pointierteren Forderung oder Position, um am Echo darauf deren Durchsetzbarkeit zu testen. Ist das Echo negativ, wird es seitens seiner Kumpels heißen: Das war eine Einzelmeinung, die sich nicht mit der (Partei-)Linie deckt. Dann war der „Minenhund“ auf eine getreten und in die Luft geflogen, was seiner Karriere aber keineswegs schadete, im Gegenteil, denn alle waren ja am Spiel beteiligt.
War es erfolgversprechend, kommen die Entscheidungsträger aus der Deckung und machen Druck im Kessel. Beispiel aus der Vergangenheit, an dem ich dann immer (Öffentlichkeits- und Überzeugungs-)Arbeit hatte: Die quartalsmäßigen Forderungen nach mehr Zwangsarbeit für Hartz-IV-Bezieher*innen oder die nach Absenkung der Hartz-IV-Regelsätze. Solche Positionen sind im Moment nicht en vogue, kommen aber wieder so sicher wie das Amen in der Kirche, wenn es darum geht, wer die Krisenkosten bezahlen soll. Die Leute mit Kohle werden es sicher nicht sein.
Aktuelles Beispiel ist die Impfpflicht. Gestern hatte ein Mitglied des Ethikrats die Impfpflicht gefordert für Lehrkräfte und Kitapersonal. Und schwupps, schon brodelt es auf allen Kanälen, in der hiesigen Schnarchsack-Postille HAZ fordert ein Virologe in einem Interview über Impfungen für Kinder in einem Nebensatz Impfpflicht für alle Kinder, von wo aus es nur ein Schritt ist zur Pflicht für alle.
Ich hatte das an dieser Stelle u. a. im Januar gefordert: Impfpflicht für alle sowie Flächendeckende FFP 2 Pflicht, drakonische Strafen bei Verstößen gegen Versammlungsverbot und gegen Hygiene Maßnahmen, Homeoffice Pflicht, Total Lockdown für drei Wochen.
Ich erneure hier mein Angebot, bei der Durchsetzung der Impfpflicht im Ehrenamt mir bekannte Personen aufzusuchen, die Impfverweigerer sind und auch sonst ne Meise haben und sie durch Einsatz des staatlichen Gewaltmonopols zu überzeugen, ihren Staatsbürgerinnenpflichten nachzukommen. Ich hätte gerne eine schmucke Uniform, einen Elektroschocker, einen Taser, Pfefferspray und Gummiknüppel. Ehrenamt soll ja auch Spaß machen.
Zu hart? Warten wir mal die trüben Novembertage und kalte Januare ab …

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