19.08.2021 – Herr Ober, Wahlen bitte!


Negative Campaigning Plakat aus dem AfD-Umfeld, siehe auch Eintrag vom 10.08. Hat keine Woche gehalten, dann fiel es der Campagne „Unsere Stadt soll schöner werden“ zum Opfer. Wie alle anderen Plakate aus der Serie bei mir nebenan. Ich war es nicht, aus dem Alter bin ich raus und für die Grünen würd ich keinen Wahlkampf machen, aber eine klammheimliche Freude konnte ich mir beim Anblick der geschändeten Wahlplakate nicht verkneifen. Alle Jahre wieder Wahlen, die, wenn sie etwas veränderten, schon lange verboten wären, um einen altlinken Klauer aufzugreifen.
Natürlich würde es schon einen Unterschied machen, ob wir eine CDU/FDP geführte oder eine Rotgrünrote Regierung bekommen, sei es auf Bundes- oder auf Landesebene. Auf Landesebene würden seitens CDU/FDP zivilgesellschaftlichen Projekte wie Frauenhäusern, Erwerbslosenberatungen, soziokulturellen Zentren und Projekten, etc. pp (die Liste wäre sehr lang) die Fördermittel rasiert werden und in KMU-Förderung gesteckt. Rotgrünrot würde sicher z. B. den hiesigen Flüchtlingsrat besser ausrüsten. Und ich hätte mehr Verwaltungsarbeit, ein Grund, umgehend ins Retiro zu wechseln.
Auf Bundesebene ist Rotgrünrot keine Option, selbst wenn es rechnerisch reichen würde. Eine dergestalt fortschrittlichere (nicht: linke. Wer glaubt, das wäre eine „linke“ Regierung, hält Kühnert für einen Kommunisten und Baerbrock für eine Kommunardin) Regierung hielte sich keine 100 Tage, dann hätte sie eine unheilige Allianz aus SPD-Seeheimern, Realagrünen, linken Radikalspinnerinnen im Verein mit der hiesigen Bürgerpresse, den Unternehmerverbänden und bezahltem Mob auf der Straße aus dem Amt gekegelt. Soll nicht meine Sorge sein, die da oben machen ja doch, was sie nicht wollen. Was mir echt auf den Bahlsen-Keks geht, ist der Kommunalwahlkrampf in Hangover (Wahl am 12.09). In Afghanistan bricht die Barbarei wieder aus, Haiti wird von Naturkatastrophen biblischen Ausmaßes getroffen und das zentrale Thema hier ist: Der Müll. In der hiesigen Bürgerpresse hat man ob der Leser*innenbriefe, Artikel und Kommentare über zig Seiten seit x Wochen den Eindruck, dass hier Armageddon anbricht und der Untergang des Abendlandes vor der Tür steht, wenn mal ein gelber Sack über die Straße weht. Was für eine Kackstadt.
Im Westen also nichts Neues. Wie sagt man so schön, wenn man die Zeche zahlen soll und die Quittung präsentiert kriegt: Herr Ober, Wahlen bitte! Nach Wahltag kommt Zahltag. Zumindest für die Plebejer.
Heißt das Pendant zu „Herr Ober“ eigentlich „Frau Oberin“?

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