25.12.2021 – Rohe Eiertage


Armut verbieten. Die Partei.
Vor ca. einem Jahr, im Jänner 21, hatte ich in diesem Blog unter anderem gefordert, auch vor dem Hintergrund der damaligen Datenmalaise, die sich heuer wiederholt:
Flächendeckende FFP 2 Pflicht, drakonische Strafen bei Verstößen gegen Versammlungsverbot und gegen Hygiene Maßnahmen, Homeoffice Pflicht, Total Lockdown für drei Wochen, Impfpflicht für alle. Das ist meine private Meinung, im Prinzip seit Beginn der Seuche. Die ich zu Weihnachten auch in meinem Job für die Landesarmutskonferenz öffentlich vertreten habe, was unter anderem in der Weihnachtsausgabe der Tageszeitung „junge welt“ abgedruckt wurde: Ich halte die Ansicht, auch und gerade im Interesse von Armen und Ausgegrenzten sofort eine Impfpflicht für alle einzuführen, für logisch begründet und ethisch nicht nur vertretbar, sondern zwingend. Mir geht es dabei auch um den abstrakten Freiheitsbegriff der Impfpflichtgegner, völlig abgehoben von der Realität, und daher pure, lebensgefährliche Ideologie.
Eine Sicht, die nicht nur nicht von allen geteilt, sondern teils geradezu gehasst wird. Für Impfnazis und Vakzin-Verweigernde ist man mit dieser Forderung eine Art Gottseibeiuns. Was sich aufs Schönste bestätigte in Form einer Mail an mich von einem gewissen Otmar Waalkes, eher nicht verwandt mit dem Possenreißer Waalkes, die ich dem geneigten Publikum nicht vorenthalten möchte:
„Die Landesarmutskonferenz Niedersachsen fordert die Impfpflicht: mit einem Impfstoff, der nur bedingt(!!!!) zugelassen und nicht, wie notwendig, erforscht ist. Wie wäre es, sich mal um die Basisaufgaben Ihres Vereins zu kümmern und nicht populistisch mitzupöbeln. Wer durch Sie vertreten ist, hat schon verloren. Kann man nur kotzen. Lassen Sie sich doch alle zwei Monate boostern. Vielleicht gibt’s dabei ja auch so eine Art Überdosis. Ich wünsche Ihnen alles Gute, vor allem geistige Gesundheit (da hapert es augenscheinlich.)“
Natürlich musste ich lachen, erschrecken tut mich sowas nicht, ich bin Scheißesturmgehärtet.
Interessant fand ich an der Mail, dass sie von jemandem stammt, der offensichtlich Bildung und Intelligenz besitzt, logisch aufgebaut, formal überaus korrekt, und mit zwei Ansätzen, die falsch, aber diskussionswürdig sind: bedingt zugelassen und nicht erforscht.
Aber trotz der formalen und inhaltlichen Contenance, die O. Waalkes bis zum Schluss durchhält, bricht letztlich die Wut in ihm im Prozess des Schreibens ungezügelt durch, droht er doch vom körperlichen Affekt des Kotzens übermannt zu werden und wünscht mir final eine Überdosis an den Hals resp. in den Arm.
Mein erster Impuls war, wie folgt zu antworten: „Sehr geehrter Herr Waalkes, mein Rat an Sie: Mails zum Thema Impfen nur nach vorheriger medikamentöser Einstellung durch Ihren Arzt.“
Hab ich natürlich nicht gemacht. Was soll’s, nützt ja doch nichts. Tröstlich ist: Die Partei hat immer recht. Zitate aus diesem Lied als Weihnachtsgeschenk für Sie, liebe Leserinnen, und falls Sie grübeln, woher Ihnen dieser Duktus bekannt vorkommt: Liedgut der katholischen Kirche. Ersetzen Sie Partei durch Gott, dann passt’s:
Sie hat uns alles gegeben.
Sonne und Wind und sie geizte nie.
Wo sie war, war das Leben.
Was wir sind, sind wir durch sie.
Sie hat uns niemals verlassen.
Fror auch die Welt, uns war warm.
Uns schützt die Mutter der Massen.
Uns trägt ihr mächtiger Arm.
Die Partei, die Partei, die hat immer Recht!

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