21.05.2018 – Karneval und Clash der Kulturen

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Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus.
In diesem Fall vor der alten Nationalgalerie in Berlin und diese Performance des SCHUPPEN 68 (es handelt sich um unsere Europa-Tournee, siehe hier) ist deshalb ein absoluter Brüller, über den ausnahmsweise auch Menschen ohne Hochshulabschluss lachen können, weil dort gerade die famose Ausstellung „Wanderlust
gezeigt wird. Das Gespenst kriegt Wanderlust! Verstehste, Männeken?!🤣🤣
Auch hier gab es Ärger mit dem Wachpersonal, das sich sofort urdeutsch aufblies: Verboten! Meint: fotografieren der Performance. Normalerweise bin ich eher freundlich zu im Zweifel prekär Arbeitenden, was soll ich denen ihr Leben zusätzlich schwer machen, aber wenn mir einer gar zu bescheuert kasernenhofmässig kommt, nehme ich ihn – und sowas sind immer Männer- adäquat Maß. Nach einem kurzen rhetorisch überlegenen Exkurs über die Freiheit der Kunst und die Funktion von Bauten im öffentlichen Raum in Bezug auf das Medium Fotografie war unser Preusse blutdruckmässig auf 260 , fing an zu keifen, mich zu duzen und Kasper zu titulieren.
Als ich ihm daraufhin eine Strafanzeige avisierte, dachte ich für einen Moment, unser Feldwebel würde platzen und seinen roten Lebenssaft über das Marxsche Gespenster-Tuch verteilen. Er zog sich aber nur tobend und zeternd in die Nationalgalerie zurück.
Mein geschätzter Freund und SCHUPPEN 68 Kollege, der legendäre Videonaut, und ich aber hatten einen Heidenspass. Es war halt ein Clash der Kulturen: Autoritätsskeptiker treffen auf Lagerkommandant. Man möchte sich nicht vorstellen, was passiert, wenn letzterer reale Macht über erstere hat.
So aber blieb es bei einem überlegenen Sieg der Macht des Wortes.
Und ich bin ein weiteres Stück heimisch, ist doch nun auch das Revier Berlin markiert.
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Die Marx Riegel hatten sich in der Sonne schnell verflüssigt und das taten wir dann auch.
Nach dem Clash der Kulturen gab es ja noch den Karneval der Kulturen.
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Und der startete in diesem Jahr direkt vor meiner Homebase! Bei manchen Tagen hat man das Gefühl, die hat ein Engel an das azurne Firmament gezeichnet.

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