
Positiv bei dieser Wahl: Man durfte im Karnevalskostüm in das Wahllokal. Und: Endlich diese Lindner-Hackfresse nicht mehr ertragen zu müssen. Alles andere war mehr oder weniger absehbar. Ärgerlich, dass es das BSW nicht geschafft hat. Dann hätte es eine Dreierkoalition geben müssen, in der die Kräfte zwischen mehr Asozialen und etwas weniger Asozialen, also cDU und Rot-Grün ausgeglichen wären. So wird Schwanz-Rot den Bürgergeldempfänger*innen und Migranten relativ ungehindert das Fell über die Ohren ziehen. Was beiden Parteien nicht viel nutzen wird, sondern ungehindert immer auf das Konto des Originals, der AfD, einzahlen wird. Die sind im Zweifel die bessren Hetzer und überbieten alle anderen mit radikalen, menschenverachtenden Forderungen, besser: Parolen. Fazit für die AfD: Die AfD ist jetzt die Partei der Arbeiter – und Arbeitslosen und sie mobilisiert noch mehr Mob als früher, vornehm Nichtwähler genannt. Also diejenigen, die seit Jahren mit Hass auf die Demokratie abseitsstanden und jetzt mit der AfD einen braunen Schimmer am Horizont ihrer verbitterten Gefühle sehen. Die Facharbeiter wechseln massenhaft mit fliegenden, braunen Fahnen von der SPD zur AfD. Das setzt natürlich auch die IG Metall, meine Gewerkschaft, massiv unter Druck. Wie lange hält die eher linke Gewerkschaftsspitze dem Druck der wachsenden faschistischen Basis stand, die mittlerweile panische Angst um ihre gutbezahlten Facharbeiterjobs, nicht nur in der Autozulieferindustrie, hat?
Wie tief die strukturelle Krise im produzierenden Gewerbe, dem Kernbereich von Arbeit schlechthin, in Deutschland ist, zeigt dieser Aufruf der IG Metall zu einem Aktionstag. Sowas machen die nur in extremen Ausnahmefällen. Zitat: „Mein Arbeitsplatz. Unser Industrieland. Unsere Zukunft! Zukunft statt Kahlschlag in den Betrieben. Offensive Politik für die Industrie. Soziale Sicherheit im Wandel. Dafür demonstrieren Metallerinnen und Metaller am 15. März in fünf Städten. Wann wir demonstrieren: Samstag, 15. März 2025. Fünf vor Zwölf bis 14 Uhr. Wo wir demonstrieren: Hannover: Georgengarten“.
Nackte Panik. Und was machen die? Demo im Georgengarten, einem innerstädtischen Park, wo es niemanden juckt, keiner was wahrnimmt und man denkt, das sind alles Freizeit-Flaneure. Haben die etwa Angst, dass die Öffentlichkeit die ersten AfD-Fahnen auf Gewerkschaftsdemos mitkriegt? Solche Aktionen gehören in das Herz der Städte, da muss der Verkehr blockiert werden, Container brennen, AfD-Zentralen … ok, jetzt geht der revolutionäre Elan mit mir durch.
Wesensmerkmal des Faschismus ist der ständige, sich steigernde Erregungszustand seiner Akteure und dessen Treibstoff ist Angst. Wenn dieser Kreislauf nicht durchbrochen wird, und dafür gibt es nicht die geringsten Anzeichen, war das die letzte Bundestagswahl unter normalen, nämlich demokratischen Vorzeichen. Die Verhältnisse im Reichstag werden für die Demokrat*innen noch unerträglicher als eh schon. Ein doppelt so großer faschistischer Mob, bereit zu allem, mit Mitarbeitern aus der Gosse, trifft auf erheblich reduzierte Fraktionen der demokratischen Parteien. Deren Abgeordnete und Mitarbeitenden tun mir echt leid, Gepöbel, Bedrohungen, körperliches Angehen werden an der Tagesordnung.
Demnächst wieder interessante Papiere aus dem Adenauer-Hack, der CDU-Parteizentrale in Berlin, über die strategische Anbahnung eines Koalitionsbruches der CDU/SPD-Regierung, mit nachfolgender CDU-Minderheitsregierung und Duldung durch die AfD sowie anschließender CDU/AfD-Koalition.
Licht am Tunnel? In Berlin hat die Linke vier Direktmandate, in Kreuzberg ist sie mit weitem Abstand stärkste aller Parteien
Na ja, Berlin …










