
konkret 01/25 , zur Marx-Riegel Aktion. Da hatte ich offensichtlich einen wunden Punkt getroffen und das Magazin für notorisch-linke Rechthaberei jaulte angepisst, besser, angewixt, auf. Sieht man mal davon ab, dass ich das zugesagte Belegexemplar bis heute nicht erhalten habe, die Credits für mein kostenlos zur Verfügung gestelltes Foto unlesbar versteckt sind, die Wortwahl des Artikels auf ein immer noch unbewältigtes Trauma der konkret als frühere Onaniervorlage für Pseudolinke hinweist und in der gesamten Redaktion offensichtlich niemand existiert, der schon mal was von der Existenz von Satire als Textform gehört hat, ist die konkret als Ganzes ein unschönes Beispiel für eine merkbefreite deutsche Tradition in der Linken des „Willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein“. In dieser Tradition der linken Selbstzerfleischung steht der Feind nicht rechts, sondern immer direkt neben einem. Irgendjemand anderes aus dem linken Lager, der aber eine Todsünde besitzt: Er ist nicht hundertprozentig auf meiner Linie.
Diese Tradition, in der die konkret immer noch steht, hat ihren Ursprung in Stalins Theorie des Sozialfaschismus. Danach sahen Kommunisten in Sozialdemokraten ihren ärgsten Feind. Weil die Sozialdemokratie die bürgerliche Demokratie verteidigte und stützte, wurde ihr Verwandtschaft mit dem Faschismus unterstellt. Und sowas verdient mindestens den Tod. Von einer Einheitsfront aller Antifaschistinnen angesichts der an die Macht drängenden Nationalsozialismus konnte keine Rede sein.1935 wich Stalin davon ab, da war das Kind aber schon in den Brunne gefallen, die Nazis an der Macht.
Fröhliche Urständ fand diese verheerende Theorie 1968ff, als diverse linke Sekten aufeinander einprügelten, oft im wahren Sinne des Wortes, immer im Glauben, die einzig wahre Hüterin des Sozialismus zu sein. Angesichts der Bedeutungslosigkeit solcher Spinner ist das nur eine amüsante Fußnote der Geschichte, anders als das verheerende Original. Auch die mittlerweile bedeutungslose konkret, ein reines Männerblatt, entstammt dieser Post68er Tradition. Amüsant ist das Ganze insofern, als aus diesen Sekten rechtschaffene Mitglieder unsere Gesellschaft hervorgingen wie Winfried Kretschmann, MP Baden-Württemberg, früher maoistischer KBWler. Hier eine durchaus prominente Liste mit ex-KBWlerinnen , hauptsächlich grünalternativ gelandet später. Andere Linksextreme wie Horst Mahler wechselten gleich ins Nazi Lager über, auch eine Art Sozialfaschismus. Die Geschichte des ex-Steine werfenden Ex-Außenminister Joseph Fischer ist hinlänglich bekannt.
Wer heute noch wie die konkret in dieser hier geschilderten Tradition denkt – von politischem Handeln kann da keine Rede sein – hat aus der Geschichte nichts gelernt. Wir leben nicht mehr in den 70ern, wo Faschismus so fern war wie der Mars. Heute ist er eine reale Gefahr. Heute kann Antifaschismus nur die Einbeziehung aller demokratischen Kräfte bedeuten, bis hinein in die demokratischen Parteien im Bundestag. Gefällt mir auch nicht, aber ich kann mir die Welt nicht schnitzen












