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06.02.2018 – Eine Massenversammlung schwuler Kiffer.

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Nietzsche hatte recht: Gott ist tot. Er hat ein biblisches Alter erreicht. Und sein Name war Günter.
Bei der Aufzählung des engsten Familienkreises vermisse ich allerdings Jesus, Maria und Joseph, die wahrscheinlich aber auf Wohnungssuche waren und somit entschuldigt sind. Heutzutage würde Jesus die Massen übrigens nicht mehr mit der wundersamen Brotvermehrung beeindrucken – auch wenn irgendwelche verpeilten Gewerkschaftsbonzen immer noch jeden 1. Mai im Vollsuff was von „Wir müssen die Menschen wieder in Lohn und Brot bringen“ krakeelen – sondern mit einer wundersamen Wohnraumvermehrung, in, sagen wir mal, Kreuzberg.
Im Johannesevangelium heißt es zur Brotvermehrung:
Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen! Es gab dort nämlich viel Gras. Da setzten sie sich; es waren etwa fünftausend Männer.“
Aha. Nicht eine Frau dabei und jede Menge Marihuana, also eine Massenversammlung schwuler Kiffer. Der Typ zog ja auch mit einer Apostelgang durchs Land. Das möchte ich mir lieber nicht vorstellen, meine Phantasien sind da eher bei Maria Magdalena, einer biblischen Sünderin, also jemand, die es ordentlich krachen ließ.
Was mich aber in tiefe Besorgnis bei obiger Anzeige stürzte, ist die Tatsache, dass sich Satanas in die Familie Gottes eingeschlichen hat: Carolin Schlange. Die Schlange ist das Böse, ist Satan. Das wissen wir seit der Geschichte mit dem Paradies, es war die Schlange, die Adam und Eva überredete, vom verbotenen Baum der Erkenntnis zu essen, woraufhin Eva prompt rallig wurde, Adam verführte und den Rest kennen wir: Sie wurden aus dem Paradies vertrieben und mussten im Schweiße ihres Angesichts ihr Brot verdienen. So kam die Arbeit in der Welt und die Klasse der prekären Selbstständigen. Vom Kapital ist da nämlich nirgendwo die Rede und es fragt sich aus christlicher Sinn, was soll der heutige Blödsinn mit Unternehmern, Kapital und Ausbeutung.
Die teuflische Carolin Schlange wurde übrigens von Lou Reed in seinem kranken Meisterwerk „Berlin“ mit dem Song „Caroline“ gewürdigt, er nannte sie „she’s my Germanic Queen“, was ich frei übersetzen würde mit „sie ist mein doitscher Satansbraten“. Das Lied können Sie hier hören. Achten Sie nicht auf die Texte des Albums, da kommen Sie ganz übel drauf. Achten Sie auf den schwer muskulös-maskulinen Bass von Jack Bruce. Der ist bar jeder Funk-Phrasen (ich stehe auf Funk, aber nicht in einem Song, der einem jeden Gedanken an die Himmelsmacht der Liebe austreibt) einfach göttlich.
christo revisited
Weniger göttlich ist die Tatsache, dass ich angesichts übler Nachtfröste im Garten den Christo, ohne Jeso, geben und meinen Korfu-Olivenbaum verhüllen musste.
Oh Frau, lass Frühling werden.
Jetzt wissen Sie, liebe Leserinnen, was in einem Blog rauskommt, wenn jemand vor seinem Bildschirm sitzt und absolut keinen Bock auf Arbeit hat.

05.02.2018 – Doppelkegelbahn, Nelken und Rumtopf

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Doppelkegelbahn. Beim Thailänder.
Gentrifizierung ist wie ein Krebsgeschwür, dieser Prozess frisst sich Stück für Stück wie bösartig wuchernde Metastasen in umliegendes Gewebe. In einem meiner Nachbarviertel ist das gut zu beobachten, wie sich dieser Prozess von hier aus langsam da reinfrisst. Früher war das ein subproletarischer Schmuddelkiez, mit dreckigen Ecken, schäbigen windschiefen Häusern, rottigen Kneipen und einer soliden Trinkerszene, die im Umfeld ihrer Kioske ihr Quantum Trost in Form von Oettinger und Flachmännern verklappt. Dort gab es den einzigen Blumenladen der westlichen Hemisphäre, in dem ich meine roten Nelken für den 1. Mai kriegte. Da bin ich beinharter Traditionalist, ein 1. Mai ohne die Blume der Arbeiterbewegung? Da kann ich auch gleich den 30. April begehen. Das ist der Tag des Lärms, der Tag für gewaltfreie Erziehung und der Welttag der Frisuren. An dem Tag würde ich laut brüllend mit einer Vokuhila Perücke umhervagabundieren und plärrende Blagen in den Arsch treten.
Mach ich aber nicht. Ich mach 1. Mai.
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Den Blumenladen gibt es nicht mehr. Dicht. Er lag in der Nähe eines Neubaugebietes namens „Wasserstadt“ und wer eine Ahnung von den Gesetzen des Immobilienmarktes hat, weiß, dass sich alles Bewohnbare in der Nähe von Wasser verkauft wie Cannabis nach der Freigabe. Mit vorab Ausstrahlung auf das Umfeld. So ist ein paar Meter weiter vorab ein Gymnasium entstanden, ein putziges Eigenheimidyll, eine Konzertlocation für klassische Musik, das eine oder andere Latte-Macchiato Etablissement etc. pp. Ich denke, das reicht an Beschreibung. Und so radle ich mit wachsender Wehmut auf meiner Kopf-Durchpusten-Tour durch dieses Viertel und zittere vor dem Moment, wo der Thailänder mit der Doppelkegelbahn dichtgemacht, verdrängt wird.
Doppelkegelbahn, dass muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Sie, liebe Leserinnen, wissen definitiv nicht, wo sich Ihre nächste einfache Kegelbahn befindet. Geschweige denn eine Doppelkegelbahn. Und dann noch bei einem Thailänder, wo die Wantan Suppe schlappe 2,80 Euro kostet.
Das ist ein kosmisches Gefühl der Entrücktheit, wenn ich da vorbeiradle. Ein tiefes melancholisches Sehnen, die Welt anhalten und zurückdrehen zu können, schnürt mir mitunter den Atem ein.
Umso schlimmer, als ich ja selber Teil des Problems von Gentrifizierung bin. Wenn in der Konzertlocation das nächste Mal wieder das Nomos-Quartett mit seiner Mischung aus Mozartstreichquartetten und moderner Musik auftritt, bin ich sicher wieder dabei und werde in der Pause einen feinen Weißburgunder verklappen. Nix von wegen Oettinger.
Was bleibt, ist die eigene Flucht nach vorne in die Avantgarde mit den Mitteln der Vergangenheit.
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Rumtopf.
Nachdem ich nur noch TDK 90er Cassetten höre (Vinyl ist innerhalb der Avantgarde schon megaout), bin ich letztes Jahr dazu übergegangen, Rumtopf anzusetzen. Beachten Sie das Original 70er Jahre Design. Und das Zeug ist so geil, nach 6 Monaten Reifung schlabbere ich das löffelweise weg. Seit dem Anbruch im Dezember ist der erste Topf halb leer. Der sollte bis zum Sommer reichen!
Rumtopf ist das nächste Big Thing der Avantgarde! Setzen Sie, liebe Leserinnen, gleich einen an. Alles rein, was lecker ist. Super ist Ananas und Mango. Nix von wegen nur doitsche Früchte im Wechsel der Jahreszeiten. 5 Pullen 54%er Rum drauf, 6 Monate ziehen lassen und Sie kriegen die Finger nicht mehr aus dem Topf.

04.02.2018 – Einfach mal die Fresse halten und zuhören.

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Aus Lindenspiegel 02/2016.
Eigentlich wollte ich mich zur #MeToo Debatte nicht äußern. Es gibt zu viele Männer, die entsetzlich dummes Zeug dazu absondern, und eine kluge Frau hat in dem Zusammenhang mal gesagt: Einfach mal die Fresse halten und zuhören. Und das mach dann ich dann mal.
Außerdem bin ich auf dem Gebiet des Geschlechterverhältnisses nicht so der Experte wie beispielsweise in Sachen Politik und Kultur oder gar in der Schnittmenge der Beiden. Darunter fällt allerdings die Diskussion um die vorübergehende Abhängung des Bildes „Hylas und die Nymphen“ in der Manchester Art Gallery durch die Kuratorin Clare Gannaway.
Und da sach ich dann doch mal was zu.
Ziel der temporären Abhängung: eine Diskussion anzuregen über unser „Frauenbild“, das auch durch Präsentation in Museen geprägt wird. Kein Bild steht nur für sich, der Sinngehalt von Bildern wird immer auch geprägt durch den Zusammenhang, in dem es steht, oder auch hängt. Nichts schärft den Blick, und damit den Verstand, mehr als das irritierte Betrachten einer Leerstelle, wo vorher Gewohntes war.
Insofern ist diese Aktion auf mehreren Ebenen eine überaus gelungene, intelligente und nach Maßgabe professioneller Öffentlichkeitsarbeit außerordentlich erfolgreiche künstlerische Intervention. Details dazu hier.
Wenn aber eine intelligente Frau erfolgreich ist, können 99 Volltrottel vor lauter Erregung die Tinte nicht halten, respektive das Maul, und sondern so viel Schrott ab, dass man vor lauter Peinlichkeit sich stante pede einer Geschlechtsumwandlung unterziehen möchte.
Den Höhepunkt bildet und hatte vermutlich auch ein gewisser Rupert Maas, Galerist aus London, dessen Zensur-Erregung sich dahingehend ergoss:
„Das ist der neue Faschismus“.
Auf den Restmüll, den der famose Galerist absondert, gehe ich nicht näher ein, der Mann ist einfach nicht satisfaktionsfähig.
Man darf nun gespannt sein auf den neuen Faschismus, der von Manchester ausgeht, ins Leben gerufen von den FEFAPA, der Feminin-Faschistischen Partei um die neue Adolfine Hitler Britanniens, Clare Gannaway. Wann werden in Manchester die ersten Künstler verfolgt, gefoltert, in Konzentrationslager verschleppt und umgebracht? Erst holen sie die Künstler ab.
Und dann die Galeristen. (Ja, bitte!)
Es ist seit Jahrtausenden die immer gleiche Leier: Wenn einem die Argumente ausgehen, holt man die Faschismus-Keule raus und prügelt auf alles ein, was bei drei nicht auf dem Bürger-Baum ist.
Und die Kommentare zum Tagesschau-Artikel oben sind auch eher zum Weinen. Kant hat gesagt:
Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen.
Warum hält sich in der Kommentarrubrik keiner daran?
Beispielhaft dagegen für einen reflektierten Umgang mit dem Begriff „Zensur“ steht die famose SCHUPPEN 68 Aktion, die oben geschildert ist.
Das musste mal gesagt werden. Ab jetzt gilt auch wieder für mich:
Einfach mal die Fresse halten und zuhören.

03.02.2018 – Widerwärtiger und gemeiner noch als der Tourist ist nur einer: der Einheimische.

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Jäger 90/Olivgrün
Schönes Zitat aus der „Jungle World“ vom 16.08.2012 zur Gentrifizierungsdebatte in Berlin, bedingt auch durch wachsende Touristenströme dorthin (z. B. via AirBnB):
„ Der Schriftsteller David Foster Wallace hat dazu schon alles gesagt: Als Tourist mag man ökonomisch bedeutsam sein, doch aus existentieller Sicht verwandelt man sich in eine widerwärtige Schmeißfliege auf einem Kadaver. Widerwärtiger und gemeiner noch als der Tourist ist nur einer: der Einheimische. Denn er bleibt hier und geht nicht wie der weg.“
Der subkulturelle Widerstand gegen Touristenströme (auch in anderen Metropolen wie Barcelona), die die Eingeborenen verdrängen, ist notwendig, nimmt aber da reaktionäre Züge an, wo er dem Fremden, dem Schwaben nur ein „Spätzle, go home“ entgegenhält, ausschließlich auf Ruhe im eigenen Kiez insistiert und grundsätzlich jede Veränderung ablehnt. Jede Mülltonne soll da bleiben, wo sie ist. Sozialer Wohnungsbau auf der Naturfläche Tempelhofer Flughafen? Bloß nicht. Wenn sich der berechtigte Widerstand gegen Verdrängung nur auf „Touris raus“ beschränkt und sich nicht erweitert um die Forderung für ein gutes Leben und Wohnen für alle und überall, eben auch für Hartz IV Bezieher*innen vielleicht im schicken Prenzlauer Berg, dann ist das schlichte reaktionäre Modernisierungsverweigerung.
Wobei ich Hartz IV Bezieher*innen ein Leben in Prenzlauer Berg nicht zumuten möchte. Ein Vegetieren dort ist machbar, aber sinnlos.
Ich bin mittlerweile auch ideologisch gewappnet für mein Sabbatical in Berlin. Ich bin dabei, mir ein Stammlokal dort auszugucken, wo ich dann mein Morgengetränk in der Vormittagssonne zu mir nehme. Natürlich keinen Latte Macchiato. Sondern einen weißen Port, wenn möglich 10 Jahre alt, das ist aber kein Muss. Kann auch 5 Jahre sein.
Das Lokal darf auch nicht annähernd an Szene erinnern, es muss eine Hardcore Proll-Butze sein. Der Wirt kriegt jede Woche die Flasche Port von mir geschenkt und kann mir den dann immer glasweise verkaufen. Dann mache ich mir Notizen für meinen Roman, an dem ich gerade schreibe. Natürlich nicht auf einem Apple. Handschriftlich, mit einem Füller.
Ich trage dann ein schwarzes T-Shirt, auf dem vorne steht: „Touris? No pasaran!“
Und hinten steht: „Ein Gespenst geht um in Europa.“
Alle Männer wollen dann bei mir sein und alle Frauen wollen dann so sein wie ich.
Für ein Sabbatical bedarf es der Kohle. Gut, wer da ein Näschen für Anlagestrategien hat. Ethisch einwandfrei versteht sich. Wie zum Beispiel die Deutsche Cannabis AG. Einwandfreier geht’s nun wirklich nicht. Die dümpelten jahrelang als Pennystock bei 50 Cent rum und „explodierten“ in dem Moment, als Hanf zu medizinischen Zwecken zugelassen wurde. Auf 3,50 Euro. Da werden selbst die 300 Prozent Profit zuschanden, bei denen laut Marx das Kapital zu jedem Verbrechen fähig wird, bei Gefahr des eigenen Galgens. Wohl dem, der bei der Cannabis AG das Näschen hatte, um mal in der Sphäre der Drogen zu verbleiben…
Und wer an eine Bitcoin-Blase glaubt, der hat null kapiert. Sagt wer? Der hier. Und woher hat der Mann seinen Fachverstand, was hat er im Job gelernt? Zitat über den Autor:
Er begann seine journalistische Laufbahn als freier Sportreporter und Musikkritiker.
Kein Wunder, dass der Bitcoin Kurs seit dem Artikel von vor ein paar Tagen um 25 Prozent abgekackt ist.

29.01.2018 – Ein Volk gibt Gas

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Das visuelle Gegenstück zu Sprachlosigkeit.
Der 27. Januar ist der internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, er bezieht sich auf den 27.01.1945, als die Rote Armee Auschwitz befreite.
Am 28. Januar wurde bekannt, dass die „Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor“ (EUGT), gegründet von Daimler, VW, BMW und Bosch, im Rahmen von Tests Menschen mit Stickstoffdioxid begast hat. Das waren keine medizinischen Experimente zur Entwicklung neuer Wirkstoffe, die menschliches Leiden lindern könnten, das war ein Projekt zur Profitmaximierung der hier zitierten Konzerne im Rahmen des Dieselskandals. Ich habe eben ein Interview im DLF gehört, bei dem die Moderatorin einen ehemaligen BMW Manager fragte, wie vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte Manager für derartige Test verantwortlich zeichnen können. Sinngemäße Antwort: „Ich weiß es nicht.“
Dem Manne kann geholfen werden. Die Antwort ist nicht von mir, sie lautet so und ich zitiere sie nicht zum ersten Mal in diesem Blog:
„Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.“ Aus: Karl Marx, Das Kapital, Band I, S. 801, Dietz-Verlag Berlin, 1961.
Das ethische Update 2018 der Analyse von Karl Marx ist, dass wir im Rahmen des tendenziellen Falls der Profitrate nicht mehr von 100 Prozent Profit reden, sondern von lächerlichen 8,6 Prozent, die VW pro Dreckschleuder im Jahr 2016 erzielte.
Was bei Marx mitunter zu kurz kommt, ist die Frage der Mentalitäten. Mit der reinen Lehre der Ökonomie lässt sich nicht alles erklären. Friedrich Hölderlin über die Deutschen:
„ …. Barbaren von alters her, durch Fleiß und Wissenschaft und selbst durch Religion barbarischer geworden, tiefunfähig jedes göttlichen Gefühls, verdorben bis ins Mark zum Glück der heiligen Grazien, in jedem Grad der Übertreibung und der Ärmlichkeit beleidigend für jede gutgeartete Seele, dumpf und harmonielos, wie die Scherben eines weggeworfenen Gefäßes …“ (Aus: Hyperion, 1797).
Auf den Punkt bringt es die Geschichte des Bauern, der seinem rumänischen Erntehelfer (6 Euro Stundenlohn) in hochsommerlicher Hitze offensichtlich Getränke und Pausen verweigerte, worauf der Erntehelfer einen tödlichen Hitzschlag erlitt. Der Bauer wird per anno auch nicht mehr als 15 Prozent Gewinn auf das eingesetzte Kapital machen. Aber der Rumäne war ja schon damals an der Ostfront ein unzuverlässiger Drückeberger.
Und natürlich muss die Mafia auch ihren Gas-Senf dazu geben, sie fordert rückhaltlose Aufklärung und personelle Konsequenzen. So Bernd Osterloh, Betriebsratsvorsitzender VW von der IG Metall, die bei VW eine mafiaähnliche Komplizenschaft mit dem Konzern entwickelt hat. Ich weiß, wovon ich rede, ich bin IG Metall Delegierter.
Die Welt ist nicht der Fall, die Welt ist zum Kotzen.
Was mache ich jetzt? Lege ich mich wieder ins Bett, ziehe mir die Depressions-Decke über den Kopf und lasse die liebe Göttin eine gute Frau sein oder gehe ich auf Toilette, eine Runde Kotzen? Letzteres hätte den Vorteil, ich könnte danach wieder arbeiten.
Sie wissen schon, der Fleiss, der Deutsche und der Hölderlin …
Und die Antwort auf die Frage, warum Ansgar Brinkmann das Dschungelcamp verlassen hat, finden Sie, liebe Leserinnen, hier.

28.01.2018 – Rechts von mir ist nur die Wand

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Neonwerbung SCHUPPEN 68. Kommt an die Wand der Berliner Dependance des SCHUPPEN 68, die demnächst eröffnet.
„Rechts von mir ist nur noch die Wand“ ist ein Franz-Josef Strauss zugeschriebener Ausspruch. Heute würde der ehemalige bayrische CSU-Ministerpräsident als lupenreiner Demokrat der rechten Mitte gelten. Seine aktuelle CSU setzt zum Rechtsüberholen der AfD an, die FDP ist mittlerweile so rechts, dass ihr die AfD als erster Partei ein Angebot zur Mitarbeit unterbreitet hat, die Wagenknecht-Linke besinnt sich auf die Nation und deren Schutzbedürfnis, wenn das kein Rechtsruck ist, was dann…, dass die Grünen nicht mehr linke Mitte sind, sondern wie eine Lawine donnernd nach rechts zu Tal gehen, hat nach ihrem Parteitag sogar die Bürgerpresse gemerkt, und das will wirklich was heißen. Zur CDU fällt mir nichts mehr ein. Hab ich wen vergessen? Ach ja, die SPD. Stimmt, die kann man vergessen.
Vor so viel Rechtsruckerei gerät natürlich die AfD unter Zugzwang und rückt nach ganz Rechtsaußen, sie ist nicht mehr nur für Neonazis zuständig, sondern für lupenreine Nazis.
Man darf auf ein rechtes Update des Geschichtsrevisionismus gespannt sein, der diesen Rechtsruck natürlich mitmachen muss, um weiter legitimiert zu sein. Relativierte er bisher die deutsche Schuld am 2. Weltkrieg, wird er sie zukünftig Israel in die Schuhe schieben. Hauptverantwortlich für den 2. Weltkrieg werden dann 68er Juden, Kommunisten und Freimaurer wie Angela Merkel und Helmut Kohl sein. Und wo früher Adolf Hitler von den Revisionisten relativiert wurde („Es war nicht alles schlecht damals – nur das mit den Autobahnen, das hätte er sein lassen sollen“), wird demnächst dann doch alles schlecht an ihm sein: „Der Mann war einfach zu weich für den Endsieg, der hätte härter durchgreifen müssen“.
Jetzt hat nur noch eine ein Problem: Die Wand, siehe oben. Die muss ja jetzt nach rechts versetzt werden, bei der ganzen Drängelei. Wenn das eine tragende Wand ist, könnte das ein Problem für das Haus geben. Ich hoffe, ich bin dann gerade im Urlaub, wenn das einstürzt. Auf Korfu z. B sind heute 16 Grad, 10 Stunden Sonne, Wasser 15 Grad, was mir als ausgebildetem Kampfschwimmer schon fast zu warm ist und auf der Insel würden mich zu dieser Jahreszeit keine Ostgoten stören.
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Blick vom Kloster Moni Paleokastritsa auf das Meer.
Ich könnte dort an meinem Mythos als Widerstandskämpfer feilen, durch intensives Vollkritzeln dieses Blogs.

27.01.2018 – Meine Rolle als Unternehmer

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FA. SK-SACKKARRENSERVICE, der Witze-Verleih und die Privatisierung des Landtages. Start-Ups und Geschäftsideen. Daran mangelt es mir nie. Nur wer mit der Zeit geht, wird von ihr nicht übergangen. Die bereits im letzten Blogeintrag erwähnte FA. SK-SACKKARRENSERVICE ist meine älteste Firmengründung. Nach Unstimmigkeiten in der alten Geschäftsführung, im Rahmen derer ich den Mitfirmengründer leider entlassen musste, trug sich die Firma jahrelang nur deshalb, weil sämtliche Wirtschaftsgüter voll abgeschrieben waren und Steuerverlustvorträge erfolgreich genutzt werden konnten. 2014 kam es in neuer Besetzung zu einem kompletten Relaunch, siehe HAZ Artikel oben. Das alte Geschäftsmodell wurde von der klassischen Hardware-Leasing-Struktur hinoptimiert zu einem Dienstleistungs-Service, der sich den Bedingungen des Marktes anpasste. Neue Kundensegmente, Customerorientierte Service-Module, Digitalisierung, Industrie 4.0, gesellschaftlicher Wandel, das sind nur wenige aber zentrale Parameter, an denen sich die Neu-Ausrichtung der FA. SK-SACKKARRENSERVICE orientiert.
Nach wie vor legt die FA. SK-SACKKARRENSERVICE Wert auf eine Mitarbeiter*innenfokussierte Firmenkultur: Vereinbarkeit von Beruf und Arbeit ist für uns keine leere Floskel! Zufriedene Mitarbeiter*innen sind gute Mitarbeiter*innen. Nur sie sind in der Lage und bereit, ihr Bestes zu geben und nur so kann die FA. SK-SACKKARRENSERVICE im ständigen Wettbewerb bestehen. Flache Hierarchien und offener Dialog sind für die FA. SK-SACKKARRENSERVICE selbstverständlich. Wir arbeiten vertrauensvoll mit dem Betriebsrat und der zuständigen Gewerkschaft NGG Nahrung-Genuss-Gaststätten zusammen.
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Die anstehenden Betriebsratswahlen 2018 unterstützen wir. Im Bild unser Neujahrsempfang.
Sicher und vertrauensvoll in eine gemeinsame Zukunft – das ist das Motto der FA. SK-SACKKARRENSERVICE. Damit sind wir für das 22. Jahrhundert gut aufgestellt.
Allen Leser*innen ein charmantes Wochenende und mir ist beim Schreiben des Blogs eine Episode aus meinem früheren Leben eingefallen: Bei einer Feier kam ich mit einem Unternehmensberater ins Gespräch, der mir im Laufe des Abends anbot, bei ihm einzusteigen: „Ich brauche Querdenker“.
Ich hätte damals die Kohle ganz gut brauchen können, und das ist der Euphemismus der Woche. Hab’s abgelehnt, obwohl ich mich hätte dumm und dämlich verdienen können.
Aber wer will schon gerne dumm und dämlich sein….

26.01.2018 – Das Herz schlägt links, das Portemonnaie sitzt rechts

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Endlich geht die Arbeit aus.
Gesehen bei einer 1. Mai Demo in Hannover (in den 90ern?). Eins meiner 43 undatierten Papierfotos. Das liegt bei insgesamt über 12.000 im Toleranzbereich. Im Zeitalter der digitalen Fotografie sind Bilder nicht mehr zu zählen. Die Anzahl steigt exponentiell.
Anders als die Entwicklung des Arbeitsvolumen. Das entwickelt sich nicht exponentiell, also dramatisch, nach unten. Das ist ein früher und heute viel diskutierter Mythos, auch in der Linken, basierend auf einem bedauernswerten Mangel an und Verständnis von nationalökonomischen Fakten.
Seit 1991 nimmt die Zahl der Erwerbstätigen deutlich zu, das Arbeitsvolumen leicht ab, aber es kann keine Rede davon sein, dass es drastisch abkackt. Bedenklich an dieser Entwicklung ist die logische Zunahme von Armut trotz Arbeit und von prekären Beschäftigungsverhältnissen.
Bedenklich Teil 2: Bei aller guten persönlichen Laune, ich würde mich eine tendenziell begnadete Frohnatur nennen, habe ich in diesem Blog zunehmend keinen Hehl aus meiner pessimistischen Sicht des Ganges der Zivilisation gemacht. Wenn jetzt aber selbst ein prototypischer Kapitalist wie George Soros auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vor dem Untergang der Zivilisation warnt, bin ich wohl noch zu optimistisch gewesen. Wobei Davos eine gerade auch von Linken völlig überschätzte reine Schwatzveranstaltung ist, ohne jede Auswirkung auf den Gang der Dinge, die die Welt verändern. Wer glaubt, dass die Mächtigen der Erde in Davos bestimmen, wo es lang geht, der glaubt auch an die Bilderberg-Verschwörung. So funktioniert Kapitalismus eben nicht.
Ich weiß, wie der funktioniert und deshalb habe ich frühzeitig schon diverse Unternehmen gegründet, getreu dem Motto: Das Herz schlägt links, das Portemonnaie sitzt rechts. Wie die legendäre FA. SK-SACKKARRENVERLEIH.
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Werbebanner FA. SK-SACKKARRENVERLEIH, am Strand Meia Praia an der Algarve. Eine Aufnahme vom 13.12.2013. Zu dieser Jahreszeit teilt man sich den 6 km langen Strand da mit ca. 4 Personen.

25.01.2018 – Liste der unsympathischsten Länder in Europa

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Lauter eiskalte Weihnachtsmänner (Teil der SCHUPPEN 68 Performance „Sonnenwende“ vom 21.06.1989) .
„So viel Hass habe ich noch nie erlebt“, Aussage einer Reporterin des Deutschlandfunks gerade eben über eine Neonazi-Demonstration mit ca. 1.500 Teilnehmenden am Wochenende in Cottbus. Eine Zivilgesellschaft gibt es offensichtlich in der zweitgrößten Stadt Brandenburgs nicht. Es gibt viele Cottbusse drüben. Das Land hinter der Elbe ist mir nicht nur fremd, es ist mir unsympathisch und es ist nicht mein Land. So wie viele Länder hinter dem ehemaligen Eisernen Vorhang, die nach dem Abwurf des Eisernen Jochs der Kommunisten nichts Eiligeres zu tun hatten, als blühende Landschaften des Rassismus und der Anti-Moderne zu entwickeln. In Kroatien z. B ist die Ustascha wieder hoffähig, eine faschistische Organisation aus der Zeit des 2. Weltkriegs, die der SS in nichts nachstand.
Liste der mir unsympathischsten Länder in Europa, ohne Anspruch auf Vollständigkeit (Russland z. B ist für mich irgendwie Asien, das ist voll weit weg, bestimmt noch hinter Frankfurt, oder?)
1. Ungarn
2. Polen
3. Ostdeutschland
4. Slowakei
5. Kroatien
6. Rumänien
7. Bulgarien
8. Schweiz
9. BRD
Das sei jetzt aber nicht gerade der Völkerverständigung dienlich und man müsse da doch differenzieren?
I bitt Sie, gnä Frau, samma ehrlich. Auch in der Sphäre des Politischen machen Gefühle vor der Aufklärung nicht halt. Die zivilisatorische Leistung des aufgeklärten Zoon Politicon ist die Umwidmung archaischer Reflexe wie Wut, Hass, Aggression in soziales Verhalten. Diese Reflexe sind aber da und der zivilisatorische Lack über ihnen ist mitunter beängstigend dünn. Das Fremde ist uns zu Recht neben der Faszination auch erstmal fremd, unangenehm, bedrohlich. Unsere Vorfahren wären nicht alt geworden, wenn sie zu jedem Säbelzahntiger gesagt hätten: „Na komm, Muschi, lass Dich mal kraulen“. Distanz ist überlebensnotwendig. Das, was Zivilisation ausmacht, Gastfreundschaft, Solidarität, das musste sich erst über Jahrtausende entwickeln. Und der alte Adam, die alte Eva in uns zuckt mitunter noch sehr lebendig.
Wer sich da was in die Tasche lügt, auch in der Politik, leistet der Gegenaufklärung Vorschub. Die arbeitet mit dem Ressentiment und wie erfolgreich. Angst, das ist der Treibstoff des 21. Jahrhunderts.
Also Liste. Und Eiserner Vorhang wieder hoch, nur drei Meter höher und digital überwacht!
Bemerkenswert an meiner Liste ist das Ranking. Früher war die BRD einsam an der Spitze. Nach den flächendeckenden rassistischen Anschlägen mit zahlreichen Toten, gerade nach der gewonnenen Fußball WM 1990, war mir dieses Land so unsympathisch, dass ich jedem Gegner der doitschen Nationalmannschaft die Daumen drückte. Und ich liebte Fußball! Damals war es noch cool für Künstler und Intellektuelle, Fußball-Aficionado zu sein. Heute ist das nur noch peinlich.
Und die BRD erscheint mittlerweile in einem Meer voller antidemokratischer Entwicklungen in Europa fast wie ein Hort der Zivilisation.
Noch ….
Aber ich kann auch anders! Mein Herz ist auch voller Liebe. Deshalb beim nächsten Mal eine Liste derjenigen Länder Europas, die ich liebe. Also jetzt im Sinne von „Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker“

22.01.2018 – Treffpunkt von Hippies aus aller Welt.

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Mirtiotissa Beach, Korfu, Mitte Achtziger
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Mirtiotissa Beach, Korfu, 2017.
In wenigen Jahren hat der Strand mehrere Meter verloren, der hintere Teil besteht nicht mehr. Grundsätzlich werden alle Strände dieser Welt weniger, der Sand wird als Rohstoff zum Bauen geklaut, widrige Strömungen, Anstieg des Meeresspiegels. Das ist eine dramatische Veränderung.
Ich sitze gerade vor meinem Bildschirm und hadere mit dem Prinzip der Veränderungen. Für alle gesellschaftlichen Bereiche gilt das Wettkampf-Motto: Citius, altius, fortius. Mit dramatischen systemischen und individuellen Folgen. Immer mehr Menschen sind überfordert und fühlen sich abgehängt. Egal, ob reale Modernisierungsverlierer in sozialen Brennpunkten, die von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen sind, oder zornige, weiße, alte Männer, durchaus wohlsituiert, aber gepeinigt vom „Gender-Wahnsinn“ und „Asylantenfluten“, sie wählen zunehmend die Hass-Variante AfD.
Ich habe irgendwann für mich beschlossen, dass ich mich nicht mehr auf alle Veränderungen einlassen muss, aber ab wann? Auf meinem PC lachen mich neue Betriebssysteme an, soziale Medien warten auf mich. Ich brauche sowas privat so nötig wie einen Pickel am Arsch. Ich hasse Facebook und Suckerberg, hab den Film „The social network“ gesehen. Gruselig. Aber wer beruflich, künstlerisch, gesellschaftlich aussagefähig bleiben will, muss sich auf diese Formen der Kommunikation einlassen.
Aber ich, jetzt noch? Ist es denn immer so wichtig, zu wissen, was die Welt zusammenhält? Sollte ich nicht lieber am Hippie-Strand Mirtiotissa liegen und mir die Sonne auf den Bauch scheinen lassen? Mirtiotissa war ab den 70ern ein Spot für die Alternativkultur, ähnlich wie Goa oder Ibiza. Eigentlich nicht mein Ding, ich tue mich nicht gerne gemein. Aber schön ist es da schon und es ist auch nur noch ein Uralt Zausel-Hippie da. Den hat das Touristenbüro Korfu angestellt, für all die Japaner und dickbäuchig-hummerrotverbrannten Engländer, die jetzt mit ihren Reiseführer-Apps da liegen, in denen seit Jahren steht: „Korfu Geheimtipp ist der Mirtiotissa Strand, Treffpunkt von Hippies aus aller Welt. Must have!“
Dann lieber 5 Sterne Hotel zwei Buchten weiter. Demnächst. Vorerst freue ich mich über sprachliche Veränderungen, die ich schon noch wahrnehme. Gefallen hat mir eine frühe Mail:
„Wir flanken dir zweimal pro Woche die spannendsten News der Digitalbranche direkt in dein Postfach!“
Schöön. Das lassen wir mal einen Größeren als mich kommentieren:
Ihr naht euch wieder, flankende Gestalten,
Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt.
Versuch ich wohl, euch diesmal festzuhalten?
Fühl ich mein Herz noch jenem Wahn geneigt?
Ihr drängt euch zu! nun gut, so mögt ihr walten,
…..“

Und wo wir gerade bei sprachlichen Veränderungen sind: Denken Sie, liebe Leserinnen, daran, das Wort „narrativ“ aus ihrem Modeschatzkästlein zu streichen und zu ersetzen durch: disruptiv. Das ist schwerstens angesagt und verschafft Ihnen in jeder Sitzung enormen Distinktionsgewinn, aber nicht häufiger als dreimal verwenden.
Wir bilden einen Beispielsatz:
Die AfD ist die Disruption der SPD.