
Adventskalender. Das heutige Fenster verkündet die frohe Botschaft des Weihnachtsfestes: Nächstenliebe. Süßer die Glocken nie klingen. Halleluja. Fickmühlen liegt im Landkreis Cuxhaven, zwischen Drangstedt und Flögeln.
Mir ist es wichtig, vor allem in Krisenzeiten wie diesen, meinen Teil beizutragen zu einem friedlichen Miteinander – heiter, aber auch besinnlich, wie es zur Vorweihnachtszeit passt. Daher werde ich in loser Folge hier im Blog Bild-Fenster öffnen, die Wege in eine bessere Zukunft öffnen können, für die, die Botschaft verstehen.
Die Gegenwart wird ja leider geprägt durch immer mehr Krisen, die sich gegenseitig verstärken, abwechseln, überlagern. Da ist es mitunter schwierig, klaren Kopf zu bewahren. Ein Versuch zum klaren Kopf: Meine „Lieblings“krise ist „Seuchen“. Krisen wie Inflation, Arbeitslosigkeit, Krieg, Faschismus sind ausschließlich menschengemacht, ihre Entstehung folgt rationaler Logik, wie aus einem Lehrbuch, dem man auch ihre Prävention und Bekämpfung entnehmen könnte. Wenn das nicht durch politische Interessen verhindert wurde, im Sinne kapitalistischer Logik.
Beispiel Inflation: Ist gekennzeichnet durch eine zu hohe Geldmenge im Umlauf. Erhöht die Zentralbank den Leitzins, werden Kredite teurer, die Geldmenge sinkt, dito die Inflation.
Arbeitslosigkeit als Folge von Strukturwandel und wirtschaftliche Rahmenbedingungen kann man strukturell u. a. durch Ausweitung der Beschäftigung in öffentlichen Sektoren und Investitionen in die Infrastruktur bekämpfen. Faschismus ließe sich durch eine gerechtere Gesellschaft, weniger Armut, bessere Ressourcenverteilung, Bildung und Erziehung bekämpfen, notfalls mit massiver staatlicher Repression und Mord. Tyrannenmord.
Krieg durch Überwindung der Nation. Krieg, jenseits vom Rassenwahn und eliminatorischem Antisemitismus, speist sich meist aus Imperialismus und Nationalismus.
Alles grauenhafte Krisen. Aber logisch, nachvollziehbar und bekämpfbar. Wenn es denn gewollt wäre.
Anders die Seuche. Entspringen die vorgenannten Krisen der Natur des Menschen, entspringen die Seuchen der Natur der Natur, durch den Menschen und dessen zerstörerischem Handeln lediglich beschleunigt. Die ersten namentlichen Coronaviren z. B. wurden Mitte der 1960er Jahre beschrieben, existierten aber schon vorher und haben irgendwann durch Zoonose den Sprung ins pralle Menschenleben geschafft, weil wir der Natur zu nahe auf den Pelz gerückt sind. Im wahren Sinne: Im Mittelalter wurde Lepra wahrscheinlich durch die possierlichen Eichhörnchen übertragen, deren Felle unsere Altvorderen damals trugen. Rache der Natur. .
Aids : Wahrscheinlich Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts in Afrika durch Kontakt mit Blut von infizierten Tieren auf den Menschen übertragen.
Der früheste, anhand aufbewahrter Blutproben nachgewiesene Fall einer HIV-Infektion datiert auf 1959 in der heutigen Demokratischen Republik Kongo .
Das Muster ist klar und hat etwas archaisches, urgewaltiges, irrationales an sich, so sehr wir später dann Seuchenverläufe auch nachvollziehen, Verhaltensregeln aufstellen, Impfstoffe entwickeln können. Den genauen Tag eines Punkt Null können wir nie bestimmen, anders als einen Kriegsausbruch und der Ursprung liegt im Dunkeln, im Dschungel, im schwarzen, tiefen Wald. Diese Urängste finden sich in Märchen, Mythen, Sagen wieder, wer ist neben Hänsel und Gretel nicht alles im dunklen Wald, Metapher für unser Unterbewusstsein, verloren gegangen.
Die Schuld an der Inflation können Sie der zögerlichen Zentralbank in die Schuhe schieben, die Schuld am Krieg Putin und/oder der Nato, an der Arbeitslosigkeit dem zaudernden Staat, am Faschismus den Nazis in der Ostzone etc. pp. Aber wem wollen Sie die Schuld an der neuesten Seuche geben, Name Stand 07.12.2024 Desease X?
Natürlich könnte man durch menschenwürdige Hygiene und Sozialumstände das Leiden im globalen Süden lindern, die Mortalität senken, durch Wissenschaft Impfstoffe bereitstellen, durch Präventionsverhalten die Durchseuchung senken. Aber den Schleier von Irrationalität, der über „Seuchen“ liegt, werden wir nie ganz zerreißen.
Zum besinnlichen Abschluss der heutigen Liturgie singen wir, liebe Schwestern, zum zweiten Advent aus dem Gesangsbuch Lied Nr. 68: Die Internationale, die zweite Strophe:
Es rettet uns kein höh’res Wesen,
kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
Uns aus dem Elend zu erlösen
können wir nur selber tun!
Leeres Wort: des Armen Rechte,
Leeres Wort: des Reichen Pflicht!
Unmündig nennt man uns und Knechte,
duldet die Schmach nun länger nicht!
Amen.


















