
Die katastrophale Wohnungssituation in Ballungsräumen verschwindet aktuell hinter der Seuche. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann in den nächsten Tagen angesichts von Minustemperaturen die ersten Obdachlosen erfrieren. Thema Nr. 1 aber bleibt Omikron und je dramatischer die Modellierungen ausfallen, desto mehr Impfnazis und Impfverweigernde gehen auf die Straße. Deren Parolen changieren irgendwo zwischen dumm und frech, was entsprechende Emotionen evoziert. Manchmal hilft es, wenn man kurz innehält, den Kopf ausschaltet (nicht zu lange! Die Nebenwirkungen sind dann beträchtlich) und in sich hineinhorcht, was für Emotionen es genau sind, die einen angesichts von soviel Dämlichkeit, Irrationalität und Niedertracht bewegen: Zorn, der untrennbar mit dem Urgefühl Aggression verbunden ist, aber auch sowas wie Verachtung, die immer „irgendwie“ (hilflose Vokabel) mit Fassungslosigkeit verknüpft ist.
Sie, liebe Leserinnen, kennen das vielleicht, wenn Verachtung in Ihnen aufquillt, ist der Ausruf „Das ist doch nicht zu fassen, das glaube ich nicht, das kann nicht wahr sein!“ nicht weit. Egal ob Sie privat von jemandem auf das Schäbigste hintergangen wurden oder die Politik mal wieder in Trumpsche Kategorien entartete. Zorn und Verachtung, genau der richtige Cocktail, um in Weihnachtsstimmung zu kommen.
Um das Maß vollzumachen, spürte ich beim Nachgehen meiner Emotionen noch sowas wie Mitleid. Der Impfnazi mit seiner kleinen Schwester, der Impfverweigerin, ist ja in seiner Gefährlichkeit und Erbärmlichkeit durchaus auch eine lächerliche, groteske und arme Wurst. Eine feine Visualisierung der Ambivalenz von Gefährlichkeit und Groteske ist Charlie Chaplins „Der Große Diktator“. Den Impfnazi treibt ja nicht nur Langweile auf die Straße, weil er keine Arbeit hat oder kein Hobby, es ist auch nicht nur die Angst vor der Spritze, vor dem vermeintlichen Freiheitsverlust durch das Scholzsche Impfregime, es ist eine tiefersitzende: Es ist die grundsätzliche Angst im Kapitalismus. Die sich immer wieder und immer häufiger an konkreten Zuständen, wie einer Seuche, Bahn bricht. Kapitalismus produziert Angst und profitiert von ihr, durch den ständigen Existenzkampf, dem die Individuen ausgesetzt sind, durch den Kampf aller gegen jeden, durch kafkaeske Gesetzmäßigkeiten, denen alle scheinbar ohnmächtig ausgesetzt sind. Kein Kapitalismus ohne Angst, zu den Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Psychiater.
„Angst im Kapitalismus“ von Dieter Duhm war ein zentrales Buch in der undogmatischen Linken der 70er, das den Versuch unternahm, den ökonomistischen Ansatz der marxistischen Orthodoxie mit individualpsychologischen Erkenntnissen zu vereinen. Der Ansatz stand in der Tradition von Wilhelm Reich, dessen „Massenpsychologie des Faschismus“ heute noch mein immer spärlicher werdendes Bücherregal ziert. Es erschien 1933 und führte prompt zum Rausschmiss von Reich aus der KPD.
Wer bei den heutigen Krisen nicht immer den Kapitalismus und dessen Nachtmahr, die Angst, mitdenkt, wird nie die Instrumente zu ihrer Überwindung auch nur definieren können. Es bleibt alles Stückwerk. Ansätze liefern immer noch undogmatische linke Klassiker wie Duhm, Reich, Walter Benjamin und Klaus Theweleit. Wobei die Geschichte da nicht immer gut ausging. Reich und Duhm drehten beide ziemlich in esoterische Gefilde ab, Reich mit seiner Orgonomie und Duhm endete in einer Grusel-Sekte vom Kaliber Otto Mühl. Ein bisschen mehr marxistische Orthodoxie hätte den Beiden gutgetan. Zuviel Püschologie is auch Kacke.
Fazit: Die Situation ist sowohl ernst als auch hoffnungslos und der Humor fängt da an, wo der Spaß aufhört.
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18.12.2021 – Über das Phänomen der anschwellenden Dilemmata.

Ich lasse mir den Mund nicht verbieten? Meine Lieblingsmaske. Kein FFP 2, daher seit Monaten unbenutzt in einer Ecke. Mir fiel beim Anblick eines der Motto (was ist der Plural von Motto? Motti? Motten?) der Impfnazis ein, die auch an diesem Wochenende wieder zu Tausenden die Öffentlichkeit verpesten. Verpesten, selten passte ein metaphorischer Ausdruck so fein wie dieser.
„Ich lasse mir den Mund nicht verbieten“, so ein Motto der sich selbst als Seuchenrebell, als Pidder Lüng der Pandemie, gerierenden tausenden von impfverweigernden Hobbyvirolog*innen auf den Straßen der Republik. Wie schnell die nicht nur die mühseligen Ebenen der Epidemiologie und Mikrobiologie durchmessen haben, für die andere jahrelanges intensives Studium brauchten, sondern sogar schlauer geworden sind als 99,9 Prozent aller nicht selten promovierten oder habilitierten Fachleute, das versetzt mich in ehrfürchtiges Erstaunen. Welch bisher unbemerktes Potential an Geistestitanen wir dort haben.
0,1 Prozent, die an 100 fehlen, meint jene Fachleute wie den Mikrobiologen und antisemitischen Hetzer Sucharit Bhakdi, der auch als Bundestagskandidat der Impfnazi Partei „Die Basis“ fungierte.
Was treibt solche Menschen an, was ist die Ursache für ihr Handeln? Was persönlich in deren Hohlköpfen brummt, ist mir Wurst. Mir geht es um das offensichtlich flächendeckend vorhandene, strukturell Verbindende. Der individuell-pathologische Ausdruck ihrer Verwirrtheit ist ja ein Phänomen, das gesellschaftliches Handeln prägt, Gesellschaft bedroht und kollektives, aufgeklärtes Konter-Verhalten notwendig macht.
Nicht erst seit dem Aufkommen der sozialen Medien gilt die Erkenntnis: Zwei Währungen prägen die postmoderne Gesellschaft – Geld und Aufmerksamkeit. Mit ersterer lässt sich letztere kaufen, umgekehrt mit jener diese generieren, siehe z. B. Influencerinnen. Im Streben nach Aufmerksamkeit, Anerkennung, Aufgehen in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter liegt sicher ein Motiv der Andersbegabten. Endlich bin ich arme Wurst auch mal Hero just für one day. Das Dilemma liegt im gesellschaftlichen Umgang damit: Sollen „wir“, wie auch immer ein derartig konstruiertes Kollektiv der Aufgeklärten aussehen möge, „die“ nicht beachten? Nicht mit ihren Positionen auseinandersetzen? Sollen die Medien nicht darüber berichten, um „die“ vom nährenden Fluss der Aufmerksamkeit abzuschneiden?
Ich verbreite mich auch deshalb hier über das Phänomen „Dilemma“, weil Dilemmata immer mehr zum Problem werden. Wie gehen wir zum Beispiel mit dem Dilemma um, dass mit dem Mittel der Demokratie die Klimakatastrophe offensichtlich nicht verhindert werden kann? Wie mit dem Dilemma, dass der ständig anschwellende Reichtum der Wenigen immer mehr Arme produziert?
Zu weit will ich mit der Motivsuche bei unseren Hobbyvirolog*innen aber nicht gehen. Die Frage, ob die Bekloppten dieses Wochenendes als Kinder nicht lange genug gestillt wurden, beim Fußball in der Volksschule immer als Letzte in die Mannschaft gewählt wurden oder in der Tanzschule als Mauerblümchen sitzen blieben, ist mir dann doch Wurst.
16.12.2021 – Mexikanisches Corona-Bier zu polnischer Bergmanns-Polka und karibischen Aus-Rasta-Klängen

Karneval der Kulturen Kreuzberg 2018.
Der Karneval der Kulturen in Kreuzberg ist für 2022 wieder geplant, wie üblich 4 Tage über Pfingsten. Ich bin skeptisch. Ob der stattfindet? Manchmal denke ich, dass wir in einer Zeitenwende leben und permanent, apokalyptischen Reitern gleich, Seuchen uns heimsuchen werden. Irgendwann gibt es immer die Quittung für Hemmungslosigkeit. Wer hemmungslos säuft, kriegt es an der Leber, und wer hemmungslos kapitalistisch wirtschaftet, kriegt es am Leben. Lockdown bis zum bitteren Ende, auf allen Kanälen. Die charismatische Tex-Mex-Tanzcombo Los Lobos nochmal in einer zärtlich-lauwarmen Sommernacht in der Spandauer Zitadelle? Never ever again. Auf den Straßen Kreuzbergs beim Straßen-Karneval mit mexikanischem Corona-Bier zu polnischer Bergmanns-Polka und karibischen Aus-Rasta-Klängen tanzen? Das wird dann früher gewesen sein.
Für das anbrechende Post-Anthropozän, also das Zeitalter, in dem sich der Mensch vom Globus verabschiedet, gilt: Keine Öffentlichkeit. Für Niemanden. Der Begriff Public Enemy kriegt eine neue Bedeutung: Public is the Enemy. Neue Tabu-Begriffe entstehen. So wie früher Krebs, Aids, Tod lauten sie im Post-Anthropozän Karneval, Konzert, Öffentlichkeit.
Vor dem Hintergrund derartiger Dystopien strahlen die Erinnerungen umso heller und werden innerhalb kurzer Zeit mit einer mythischen Gloriole versehen. Das „Weißt du noch, damals … ?“ kann zu einem wehmütigen Schwanengesang nicht nur für einen individuellen Lebensabschnitt werden.

2018 startete, siehe oben, der Karneval direkt vor meiner damaligen Homebase in Kreuzberg. Im Haus befand sich ein Imbiss, in Fachkreisen auch Hades genannt, Treffpunkt von Menschen, die nicht alle permanent auf der Sonnenseite des Lebens wandelten. Der Wirt, ein polyglotter Türke, Fußballtrainer und Philosoph, hatte Salate und Häppchen gemacht. Wir saßen draußen, alle waren fröhlich, in Ausnahmelaune, das Leben flutete nicht an uns vorbei, sondern mitten durch uns hindurch, der Karneval rief, lockte…

Ich saß da und prostete der Welt zu. Alles würde gut werden.
Ich kann nicht sagen, was ich dafür geben würde, wenn der Karneval 2022 stattfinden würde, aber ich glaube, es wäre eine Menge. Und vielleicht wird jetzt mein Zorn auf Impfnazis verständlicher, die dafür verantwortlich sind, dass wir schon die aktuelle Seuche nicht in den Griff kriegen.
15.12.2021 – I have nothing to offer but blood, toil, tears and sweat

Alles Ansichtssache?
Mit Impfnazis ist keine Verständigung möglich, was aber natürlich nicht heißt, dass in der Nicht-Verständigung keine Kommunikation stattfindet, gemäß den 5 Axiomen von Paule Watzlawick ist es ja nicht möglich, nicht zu kommunizieren.
Wenn ich mich also in plötzlicher Wutaufwallung angesichts der aktuellen Impfnazi-Demos in der Ostzone (aber nicht nur da) frage, wofür der Repressionsapparat eigentlich Schusswaffen besitzt, ist das auch eine Art der Kommunikation. Kugeln ersetzen nicht unbedingt Argumente, sind aber eine Form der Kommunikation. Zugegeben, es gibt zärtlichere Formen und derlei Wutaufwallungen mögen verständlich sein, sind aber ein antizivilisatorischer Reflex, und, schlimmer noch, stellen die so Empfindenden ethisch auf eine Stufe mit den Impfnazis. Und bei aller gebotenen Bescheidenheit (Floskelalarm!), mit Impfverweiger*innen stehe ich nicht ethisch auf einer Stufe.
Zu den Fakten: Die Sterbefallzahlen im November 2021 liegen 20 % über dem mittleren Wert der Vorjahre Für Statistikfans: Das Statistische Bundesamt hat vom arithmetischen Mittel auf den Median umgestellt). Die Einschränkung des Bundesamtes, dass das nur zum Teil an Corona liegt, kann ich nur bedingt nachvollziehen. Bedenkliche Tendenz: In der 48. Kalenderwoche (vom 29. November bis 5. Dezember) lagen die Zahlen 28 % über dem mittleren Wert der Vorjahre.
Wir haben geschätzt bis zu 10 Millionen Impfverweigernde, unterschiedlicher Härtegrade und Schattierungen, von Ängstlichen bis zu Hardcore-Nazis, weit mehr als alle Gewerkschaften an Mitgliedern haben oder Niedersachsen an Einwohner*innen. Die haben sich in Netzwerken eingerichtet, die sie schützen, in denen sie sich stützen, bis hin zur Gewaltausübung. Es gibt Jobbörsen, in denen durchgeknallte Ärzte Impfnazis Jobs in ihren Praxen anbieten, Dating Portale, Shopping Tipps, Hinweise auf Kneipen, kurz, eine Millionenfache Parallelwelt, in der sich Impfnazis einrichten können, abkoppeln von der Zivilgesellschaft, ein mörderisches Narrativ aufbauen und eine reale Bedrohung darstellen. Das können Staat und Gesellschaft nicht akzeptieren. Die Impfpflicht ist eine conditio sine qua non, wenn es darum geht, diesen Parallelsumpf auszutrocknen. Das ist allerdings eine Aufgabe, die die Gesellschaft Blut, Schweiß und Tränen kosten wird.
Ich hingegen werde mich weiter bemühen, meine mitunter aufwallende archaische Wut gegenüber Impfnazis in zivilisatorischen Zorn zu wandeln. Den alttestamentarischen Zorn des Gerechten. Und wenn Sie, liebe Leserinnen, jetzt sagen, das liest sich hier aber oft eher wie der Zorn des Selbstgerechten: Da ist was dran. Aber habe ich je behauptet, ich wäre Jesus?
11.12.2021 – Überschätzt

Setzt Euch, leistet Widerstand. Was früher, im Mesozoikum, zur Zeit von Gorleben, noch putzig klang, ist heute selbstmörderische Grundierung der Kampagnen von Impfnazis, die sich gerne gerieren als Widerstandskämpfer in der Tradition der Geschwister Scholl gegen die Impfdiktatur des Scholz-Regimes. Die Andersbegabten müssen ja jetzt umdenken, wenn es mit dem Denken schon nicht klappt, von Nazi-Merkel auf Fascho-Scholz.
Ach, hätten wir doch eine Impfdiktatur und würde das mit dem „selbstmörderisch“ konsequent klappen, leider sind die Impfnazis in 90 Prozent der Corona-Todesfälle auch für den Tod der Anderen verantwortlich und tragen gerade in der Jahresendzeit den Tod in ihre Familien. Impfnazis bilden jenen postmodernen Terror, in prä-apokalyptischen Zeiten, der aus der Mitte der Gesellschaft kommt. Ich freue mich jetzt schon auf die Diskussion unter Strafrechtsexperten, ob für Vereinigungen wie die antisemitische Impfnazi-Partei „Die Basis“ mein Lieblingsparagraf 129a StGB „Bildung terroristischer Vereinigungen“ greift:
„ …. Ebenso wird bestraft, wer eine Vereinigung gründet, deren Zwecke oder deren Tätigkeit darauf gerichtet sind, 1. einem anderen Menschen schwere körperliche oder seelische Schäden, insbesondere der in § 226 bezeichneten Art, zuzufügen,“.
Zu den Fakten: Die Wirkkraft der PK des Statarischen Bundesamtes vom 09.12 habe ich überschätzt. Nüchtern, sachlich, irgendwo hinten in den Nachrichtenteilen vermerkt unter „Corona führt zu Übersterblichkeit“.
Gibt wohl schlimmeres, wichtigeres, und war ja eh allen klar, müssen wir mit leben?
Wer’s vertiefen will:
176.000 Menschen wurden 2020 mit oder wegen Corona im Krankenhaus behandelt. Ein Fünftel (36.900) davon lag auf der Intensivstation. Von denen wiederum mussten über 58 Prozent (21.400) künstlich beatmet werden. Jeder sechste Krankenhaus-Patient überlebte die Krankheit nicht. Den Peak gab es zum Jahreswechsel 2020/21.
Das dürfte sich jetzt wiederholen: Eine deutliche Übersterblichkeit ist aktuell seit Anfang September 2021 zu beobachten. In der zweiten Novemberwoche lagen die Sterbefallzahlen um 17 % oder etwa 3 100 Fälle über dem mittleren Wert der vier Vorjahre mit derzeit stark steigender Tendenz von Woche zu Woche.
Dieser Anstieg lässt sich zwar nur zum Teil mit den beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten COVID-19-Todesfällen erklären, dürfte aber auf Grund der Prozesshaftigkeit des pandemischen Geschehens bei den Bestattungsunternehmen für gute Laune sorgen. Ich werde gleich mal checken, ob da welche an der Börse sind. Das wäre ne Goldgrube. Wegen der nächsten Pandemie, so tödlich wie Ebola, so ansteckend wie Masern und so kompliziert zu beimpfen wie HIV.
Was mich wundert an der Seuche: Stationäre Behandlungen wegen psychischer und psychiatrischer Erkrankungen gingen 2020 um 19,6 beziehungsweise 10,2 Prozent zurück. Es gab keinen auffälligen Anstieg der Suizide.
Und das bei so vielen Bekloppten und Bescheuerten.
09.12.2021 – Deutliche Übersterblichkeit durch COVID-19 trotz Hygienemassnahmen und Impfungen

Übersterblichkeit stark ausgeprägt in der Zeit von 03.20 bis 02.21. Quelle Destatis. Übersterblichkeit im November 21 bisher 17 Prozent über dem Schnitt der letzten vier Jahre vor der Pandemie. Die Kurven sprechen für sich und lassen sich mit Einschränkungen und Vorbehalten auch auf die 5. Welle extrapolieren. Im Hintergrund rauscht gerade die PK, im Destatis-Link im letzten Beitrag können Sie sich Details angucken. Die Überschriften der Medien heute und Morgen zur Übersterblichkeit dürften drastisch bis alarmistisch ausfallen. Interessanter Aspekt eben gerade: Keine erhöhten Suizidzahlen in 2020. Überrascht mich.
Aber all die wissenschaftlichen Erkennntnisse, die gerade präsentiert werden und ab jetzt ausführlich überall kommentiert, werden die verrückte Wahnwelt der Impfnazis um keinen Jota verrücken. Da erreicht nichts deren Gedankenwelt. Ich las heute irgendwo das Statement eines ostzonalen Impfnazis: „Lieber lass ich mich erschiessen als impfen.“ Ich bin ja strikt gegen eine Kooperation mit solchen Leuten, aber in dem Fall kann man doch mal Entgegenkommen zeigen. Wo ist die GSG 9, wenn man sie mal braucht? Ich klink mich jetzt wieder in die PK ein, bin auf die Fragen gespannt.
07.12.2021 – COVID-19: Sterbefälle, Todesursachen und Krankenhausbehandlungen in Zeiten der Pandemie

Lichtblicke in dunklen Zeiten: Veranda im Spätherbst.
Impfungen retten Leben: Die Impfungen gegen COVID-19 haben in den letzten 12 Monaten in der WHO-Region Europa, zu der auch Israel gezählt wird, in der Altersgruppe der über 60-Jährigen die Hälfe aller Todesfälle an COVID-19 verhindert.
Masken retten Leben: Die durchschnittliche Sars-CoV-2-Sterblichkeit betrug am 9. August 2020 4,7 pro eine Millionen Einwohner, in den 24 Ländern, die innerhalb der ersten 20 Tage nach Ausbruch des Coronavirus das Maskentragen eingeführt haben. In den 17 Ländern, die innerhalb von 30 Tagen nach dem Coronaausbruch im Land, auf Mund-Nasen-Bedeckungen setzten, lag die durchschnittliche Sterblichkeit bei 26,6 pro eine Millionen Menschen. Dazu zählten beispielsweise der Sudan, Sambia, Tschechien und Bangladesch. Zum Kontrast: Die Corona-Pro-Kopf-Sterblichkeit lag in den USA, wo Maskentragen zu einem Kulturkampf ausartete, am 9. August bei 502 Coronatoten pro eine Millionen Einwohner.
Daraus nun eine direkte Aussage zur Übersterblichkeit auf Grund von Corona abzuleiten, überfordert mich natürlich, weil so viele Parameter hinzukommen, die ich nicht überblicke: Welchen Effekt hatten Grippewellen, die wegen Maskentragen ausgefallen sind? Auf der anderen Seite haben viele Kranke w. Ansteckungsgefahr Arztbesuche gescheut und deshalb den Löffel weggelegt. Was ist mit Sekundäreffekten wie Erhöhung der Mortalität durch Job- und Einkommensverlust oder verstärkt auftretende psychische Erkrankungen? Usw. usf.
Die Sterblichkeit durch Corona ist aber eine zentrale Größe in der Diskussion, zumindest dort, wo die noch möglich ist. Die Millionen Andersbegabten, die hier Dauerthema sind, lassen wir mal außen vor, da ist eine Evidenzorientierte, Faktenbasierte Diskussion nicht möglich und auch kontraproduktiv, wegen Ressourcenvergeudung. Da hilft nur maximale Repression.
Aber es gibt ganz viele Menschen, die erreichbar, aber verunsichert sind. Was sind Fakten, was Vermutungen, was fakes, wo muss ich persönliche Disposition mit gesellschaftlicher Verantwortung übereinbringen, da gibt es jenseits von Schwarzweiß viele Schattierungen. In dieser Diskussion spielt der Tod sicher eine gewichtige Rolle, also die Frage:
Wie hat sich die Sterblichkeit in Deutschland durch die Corona-Pandemie verändert? Insofern ist eine der für mich spannendsten PKs der letzten Zeit die des Statistischen Bundesamtes am 09.12, ab 11 Uhr, unter der Überschrift: „COVID-19: Sterbefälle, Todesursachen und Krankenhausbehandlungen in Zeiten der Pandemie“. Wer Interesse hat, kann sich ohne Anmeldung in den Livestream einschalten.
Auf die Medienüberschriften danach bin ich gespannt.
06.12.2021 – Die Aktion ging friedlich zu Ende. Auf beiden Seiten kam es zu Verletzungen

Journalismus, wie er im Buche steht. Kochbuch oder Telefonbuch, das ist noch nicht raus, ist aber auch egal. Mich interessiert daran nur, was hat im Innern des Autors gearbeitet, rumort, gewütet, damit so eine Fehleistung rauskommt. Alles, was wir sagen, denken, schreiben, ohne jede Ausnahme, jedes Wort, jede Silbe, ja jedes Schweigen zu etwas, jede Fehläußerung hat nicht nur einen Anlass, sondern eine tiefe Ursache, deren wir uns vollumfänglich in den wenigsten Fällen bewusst sind. Dem Kundigen bietet ein Text, ein Statement mitunter mehr Einblick in die Seele des Gegenübers als langwierige Therapiesitzungen, es muss halt nur richtig gelesen werden.
Natürlich hat obiger Fehler mit der üblichen Schluderei im Journalismus zu tun, aber selbst da werden beim eigenen Korrekturlesen noch viele grobe Böcke eliminiert. Warum ausgerechnet dieser nicht, der dem Autor also plausibel erschienen sein muss beim Drüberlesen.
War es die Ambivalenz zwischen Sympathie mit der Aktion, für die es besser gewesen wäre, sie wäre unblutig verlaufen und also wäre es besser, sie als solche zu verkaufen, und zwischen Chronistenpflicht (es gab Verletzte, mehrere) und Wut der Bürgerpresse auf „Chaoten“, die sich nicht an die eherne Regel des Kapitalismus halten, das Privateigentum sei zu lieben und zu ehren, mehr noch als Mutter und Vater? Schlummern nicht in unser aller Brust zwei, drei, viele Seelen? Und leider, oder Göttinseidank, treten sie in Form unserer Texte, Äußerungen dauernd nackt und unverhüllt in das Licht des Erkennens.
Fakt ist, dass diese Besetzung die notwendige Praxis zur Theorie des Blogs vom 02.12.212 bildet . Ohne Praxis ist alle Erkenntnis nur Schall und Rauch.
Fakt ist auch, dass diese Aktion mit Verletzten aufs Schönste die hohle Phrase von FDP, Filosofen und anderen decouvriert, nach der eine Impfpflicht unter allen Umständen ethisch verwerflich sei, weil sie in die körperliche Unversehrtheit eingreife. Bürgerliche Freiheit, sie lebe hoch!
Wo bitteschön, ist deren Rede von körperlicher Unversehrtheit von Obdachlosen, deren einzige bürgerliche Freiheit nach einer Zwangsräumung durch börsennotierte Deutsche Wohnen und Vonovia darin besteht, auf der nächsten Parkbank zu erfrieren?
Alles Lüge, wohin wir schauen.
Meine schönste Fehlleistung, zu der es keines tiefen Blicks in meine Seele bedurfte, ist schon viele, sehr viele Jahre her und geschah in einem Gespräch mit zwei Feministinnen auf einem Campingplatz an der Algarve, als sie noch putzig und unverbaut war. In dem eifrigen, fast zwanghaften Bemühen der gutwilligen Männer im Kampf der Geschlechter, damals, in den glorreichen Hochzeiten der Emanzipation, bloß nix falsch zu machen oder zu sagen, rutschte mir bei der Formulierung des Begriffs „Toleranzgrenze“ folgende bezaubernde und unvergessliche Fehlformulierung über meine Lippen:
„Toleranzschwänze“.
04.12.2021 – Was kommt also nach der Impfpflicht?

Hoffentlich ist bald Bo-Ostern. Als Witz ein Brüller, falls Mario Barth, Dieter Nuhr oder andere Flachzangen den in ihr Programm einbauen wollen, kann sich deren Management gerne bei mir melden. Den Witz gibt es auf Leihbasis. Mein Boostertag steht vor der Tür, was er bringen wird, gegen Omikron, Sigma oder Tau, weiß der Henker, aber von allen nichtoptimalen Lösungen ist das die Beste.. Millionen Menschen hierzulande halten Impfungen und Prävention für Teufelswerk, mitunter im Wortsinne, das Virus habe Satan über die Welt gebracht, behaupten, Impfungen töten kurz- oder langfristig, und was dergleichen Irrsinn mehr ist.
Mit dem Tod haben sie recht, eine Langzeituntersuchung wird ergeben, dass hundert Jahre nach der letzten Impfung kein Proband mehr lebt. Ansonsten bleibt festzustellen, dass wohl annähernd 15 Millionen Bürger*innen der Zivilgesellschaft den Konsens aufgekündigt haben. Sie verweigern Impfungen auf der Basis von Wahnvorstellungen (immer natürlich jene nicht mitgemeint, denen schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen eine Impfung unmöglich machen), sie sind für Diskurs und Konsens nicht erreichbar. Die Teilmengen gehen von Esoterik, Homöopathie, Astrologie über religiöse Sektierer hin zu Alternativen, linksverschwörten Wagenknechtistinnen und hören bei Nazis und Zonis noch lange nicht auf, sind mitunter kompatibel. Was tun mit dem Pack?
Meine Lösung ist natürlich mal wieder nicht mehrheitsfähig: Alle umsiedeln in die Ostzone, die Zurechnungsfähigen von drüben (doch, die gibt’s auch!) zu uns evakuieren, Mauer wieder hoch und na ja, den Rest kennen Sie ja, liebe Leserinnen.
Die Gewaltbereitschaft der Irren steigt. Welche Auswirkungen wird das haben, wenn die Impfpflicht kommt, am 01.02.22 vermutlich? Die fünfte Welle wird die nicht verhindern, die sollte zum April hin auflaufen nach bisherigen Erfahrungen. Millionen Menschen, die das nicht wollen zu einer Impfung verpflichten und letztlich – und dabei bleibe ich – zu zwingen mittels staatlichem Gewaltmonopol, wird ein Berserkerakt, das ist nicht in ein paar Wochen zu wuppen. Viele werden sich impfen lassen, können sich dann hinterher als Märtyrer stilisieren, wacker gekämpft bis zur letzten Patrone etc. pp. Aber wie viele sind schon so in ihrem Paralleluniversum, dass sie selbst Jobverlust in Kauf nehmen, bürgerliche Existenz aufs Spiel setzen und sich mit allen Mitteln wehren werden. Heißt Gewalt. Der Märtyrer stellt im Extremfall ja die Idee, seine Idee, höher als das Leben, auch sein eigenes.
Wie hoch ist dieses Gewaltpotential in unserer Gesellschaft? Auf den Verfassungsschutz würde ich mich da bei der Lagebeurteilung nicht verlassen, mehr Nazis gibt es nur noch bei der Polizei und der Bundeswehr.
Was kommt also nach der Impfpflicht?
Ich halte es mit dem alten, genauer: toten Ovid: Principiis obsta, sero medicina paratur. Tritt den Anfängen entgegen, das Heilmittel kommt sonst zu spät.
Also auf Neudeutsch mit maximaler Härte proaktiv intervenieren. Oder in meinem Diktum: Für Impfnazis, die auch an diesem Wochenende wieder nach Art des Mobs auf den Straßen randalieren, nicht 2G plus, sondern MG plus.
Ist natürlich auch wieder nicht mehrheitsfähig.
Allerdings: Wenn das, was ich hier im Blog verbrate, mehrheitsfähig wird, wandere ich aus
03.12.2021 – Auf der Triage-Liste

Einer der raren Fälle, wo die Reproduktion von Geschlechterklischees trotzdem ganz witzig ist.
Gesichtet beim letzten Restaurantbesuch vor der Einführung von 2G plus für Restaurantbesuche. Ich habe keine Lust, mich mit lauter ungeimpften Vollidioten bei dem Wetter in eine Monsterschlange vor einem der raren Testzentren zu stellen, nur um mal Happe zu gehen. Bezeichnend übrigens, dass es laut Aufstellung am 02.12.21 in ganz Hannover kein einziges Testzentrum in einem sozialen Brennpunkt gibt. Die Seuche wird nach wie vor viel zu Eurozentriert und zu sehr von der Mitte der Gesellschaft her gedacht. Das ist dumm, phantasielos, verwerflich und kontraprodukiv, weil die Seuche eben nicht denkt, sondern Gesetzmäßigkeiten zufolge handelt und so immer wieder von den Peripherien her in die Mitte dringt. Dieses dumme, phantasielose, verwerfliche und kontraproduktive Denken und Handeln der Eliten und Entscheider in den Kategorien „Klasse“ und „Rasse“ hat auch damit zu tun, dass wir von Kind an in einer bestimmten Art des Denkens, Phantasierens trainiert werden, getrimmt auf Zweckrationalität und Effizienz. Das freie Fluten, das Mäandern in Grenzbereichen der Körper, der Sinne, der Räusche, der Phantasien ist in unserer Welt kein Lehrfach. Coaches, die Schamanen und Wanderprediger der Moderne, würden in ihren Seminaren predigen: „Wir müssen uns vom zweidimensionalen Denken lösen.“ Manchmal bedauere ich, dass es mir vor Jahren an Zynismus mangelte, ein Jobangebot als Unternehmensberater anzunehmen.
Wir bewegen uns hier auch in den volatilen Bereichen von Moral und Ethik. Wie schnell sich derartige normative Vorstellungen wandeln, also offensichtlich keine in Stein gemeißelten Ewigkeitskategorien sind, zeigt die Diskussion um die Impfpflicht. Vor wenigen Monaten noch von den hochdotieren Philosophie-Hofschranzen unseres Gemein(!)wesens als ethisch unter allen Umständen verwerfliches Teufelszeug gegeißelt, wg. massiver Verletzung der körperlichen Unversehrtheit, Eingriff in die Privatsphäre, etc. blabla, ist der Chor der alten Ethikphrasendrescher auf einmal unisono der Meinung, dass unter besonderen Umständen, im gesellschaftlichen Grenzbereich eine Impfpflicht nicht nur ethisch vertretbar, sondern geboten sei. Was mich mehr stört als dieser ethisch minderwertige Kompass der Hofschranzen, der sein Mäntelchen jederzeit in den bezahlten Wind hängt, ist die intellektuelle Dürftigkeit solcher Diskurse, die ja auch unter dem von mir oben beschriebenen Mangel leidet.
Ein schönes weiteres Beispiel ist die aktuelle Diskussion um die Triage. Vorherrschender Mainstream von Ethikrat etc. pp.: Alle Menschen sind bei Gleichwertigkeit der Heilungsaussicht auf der Intensiv kategorisch und unter allen Umständen gleich zu behandeln, auch Raucher, Trinker, Drogensüchtige, Motorradfahrer, also auch Ungeimpfte. Keine Bevorzugung von Geimpften gegenüber jenen, so verwerflich deren Handeln auch sein mag.
Ich bin selbstverständlich dafür, Ungeimpfte auf die Warteliste der Triage ganz nach hinten zu setzen. (Und sie natürlich auch die kompletten Kosten ihrer Behandlungen zahlen zu lassen). Ungeimpfte leugnen selbst im schweren Corona-Erkrankungsfall in signifikanter Anzahl die Existenz des Virus und sagen damit ganz klar, dass sie weiterhin keine Seuchenvorsorge treffen werden, sich nicht impfen lassen. Damit gefährden sie durch selbstverantwortetes Handeln ihre Gesundheit, die perspektivischen Heilungsaussichten und das lässt sie durchaus ethisch begründbar auf der Triage-Liste nach hinten rutschen